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Der neue ist der alte Bürgermeister

Stichwahl in Teltow Der neue ist der alte Bürgermeister

Am Ende war das Ergebnis klar: Thomas Schmidt (SPD) bleibt mit 60,8 Prozent Bürgermeister von Teltow, obwohl sein Herausforderer Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) sein Ergebnis aus dem ersten Durchgang vor drei Wochen verbessern konnte.

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Thomas Schmidt (SPD) regiert für weitere acht Jahre im Teltower Rathaus.

Quelle: Foto: Linus Höller

Teltow. Der neue Bürgermeister in Teltow bleibt der alte: Thomas Schmidt (SPD) wurde mit dem klaren Votum von 60,8 Prozent zum dritten Mal für weitere acht Jahre zum Stadtoberhaupt gewählt, sein Herausforderer Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) ging mit 39,2 Prozent aus der Stichwahl. 45,8 Prozent der Teltower hatten dabei am Sonntag den Weg in die Wahlkabinen gefunden, um ihre Stimme abzugeben. In keinem der Wahllokale schnitt Schmidt dabei mit weniger als 50 Prozent ab, sein bestes Ergebnis hatte er im Lokal „Kita Sonnenblume II“ mit 71,5 Prozent, am schwächsten schnitt er in Ruhlsdorf ab, hier erhielt er 52,5 Prozent. Wolf, der mit 3786 Stimmen 170 Wähler mehr als im ersten Durchgang für sich gewinnen konnte, gratulierte seinem Konkurrenten direkt bei Bekanntgabe telefonisch.

Prominente Unterstützer von der SPD

Im Teltower Rathaus hatte sich prominente SPD-Unterstützung für Schmidt eingefunden: Neben Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert mit Familie, dem Landtagsabgeordnetem Sören Kosanke und Landrat Wolfgang Blasig kam auch Manja Schüle, die den einzigen roten Wahlkreis in Brandenburg bei der Bundestagswahl vor drei Wochen einfahren konnte – mit einer selbst gemachten leckeren Schokotorte mit der Aufschrift „Bürgermeister Thomas Schmidt Teltow“. Quasi als Fremdgänger feierte Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (BfB) mit. Auch Albers brachte ein Geschenk: einen kleinen Leuchtturm: „Der fehlt noch am Hafen“, erklärte er.

Schmidt, der nach Auszählung der 20 Wahllokale erst meinte, er wäre jetzt „durch den Wolf – das war jetzt aber nicht so passend“, erklärte: „Es ist auch ein Wahlsieg gegen den Populismus. Was in dieser Stadt passiert ist, ist in meinen Augen sehr einmalig.“ Es könne nicht sein, dass Dinge versprochen würden, die nicht umgesetzt werden könnten. Das würde sich in Deutschland immer mehr durchsetzen und ihm Angst machen, so Schmidt. Er erwartete an diesem Abend übrigens noch einen ganz besonderen Anruf: Die Nachricht, ob er zum dritten Mal Opa wurde.

Andreas Wolf hatte sich dazu entschieden, mit seinen Wahlkämpfern und Unterstützern an einem anderen Ort zu feiern und war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Herausforderer Andreas Wolf

Herausforderer Andreas Wolf.

Quelle: privat

Im ersten Durchgang hatte sich Schmidt mit 47,1 Prozent auf Platz eins durchgesetzt. Der amtierende Bürgermeister hatte erklärt, es sei völlig legitim, bei vier Kandidaten in die Stichwahl zu müssen. Wolf hatte 23,2 Prozent der Stimmen erhalten und zeigte sich damit vor der Stichwahl zufrieden: „Wir haben sowieso schon gewonnen, weil wir sehen, dass jeder vierte Wähler hinter uns steht – bei dem Aufwand, den wir ehrenamtlich leisten konnten und so aus dem Stand heraus.“ Auf Platz drei war CDU-Kandidat Eric Gallasch mit 17,5 Prozent gelandet, Hans-Peter Goetz (FDP) hatte 12,2 Prozent erreicht. Da keiner der Kandidaten über 50 Prozent gekommen war, war eine Stichwahl nötig geworden, die mit dem 15. Oktober drei Wochen nach dem ersten Urnengang angesetzt wurde.

Unterschiedliche Sicht auf den Marina-Bau

Eine persönliche Konfrontation zwischen den beiden Kandidaten hatte während des gesamten Wahlkampfes immer wieder stattgefunden. Schmidt hatte Wolf vorgeworfen, er wäre bürgerfern, zeige sich zu wenig in der Öffentlichkeit – und stellte unter anderem deswegen dessen Interesse am kommunalen Geschehen in Frage. Auch müsse sich Wolf wohl noch damit anfreunden, „dass ein Bürgermeisteramt keine Alleinherrschaft ist.“ Er selber werde sich, anders als Wolf, nach wie vor lieber mit der realistischen Position auseinandersetzen, „nicht mit der Rubrik Wünsch-dir-was.“ Wolf hingegen hatte erklärt, Schmidt hätte ein „gestörtes Verhältnis zur Wahrnehmung“, weil dieser trotz kommunaler Verbindlichkeiten in Höhe von 400 000 Euro die Aussage getroffen hatte, Teltow wäre schuldenfrei.

Das Hafenprojekt war erwartungsgemäß auch das tragende inhaltliche Thema des Wahlkampfes gewesen. Schließlich stehen sich die beiden Stichwahl-Kandidaten hier leidenschaftlich gegenüber: Schmidt zählt zu den Initiatoren und Verfechtern der Marina, er sieht darin eine Chance und eine Bereicherung für die Stadt Teltow, während Wolf das Vorhaben als reine Steuergeldverschwendung bezeichnet und in seinem Wahlkampf eine Bürgerbefragung „Marina und/oder Schwimmhalle“ versprach. Beide hatten außerdem auf die Themen Soziales und Infrastruktur gesetzt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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