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Des Bruders Werk heimgebracht

Requiems für König Carl Johann wird am Heimatort aufgeführt Des Bruders Werk heimgebracht

Erstmals ist das Requiem für König Carl Johann, geschrieben 1844 in Deutschland . Es stammt vom Komponisten Friedrich August Reißiger aus Bad Belzig. Zum Altstadtsommer ist es mit Gästen aus Oslo aufgeführt worden. 

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Sänger aus Oslo und Bad Belzig führten das Requiem für König Carl Johann von Friedrich August Reißiger auf.

Quelle: Bärbel Krämer

Bad Belzig. Die Wege der Reißiger Söhne ‒ Carl Gottlieb (1798 bis 1859) und Friedrich August (1809 bis 1883) ‒ haben sich am Sonnabend Nachmittag in der Bad Belziger St.-Marien-Kirche noch einmal gekreuzt. Beide erblickten im benachbarten Reißigerhaus das Licht der Welt, wuchsen im Schatten des mächtigen Gotteshauses der Kur- und Kreisstadt auf, besuchten die Thomasschule in Leipzig und prägten das Musikleben zu ihrer Zeit. Während Carl Gottlieb Hofkapellmeister am sächsischen Hof in Dresden wurde, ging Friedrich August auf Empfehlung seines älteren Bruders 1840 nach Oslo und wurde dort, drei Jahre später, Musikdirektor ‒ ihre Werke erklangen jedoch noch nie gemeinsam. Nun war es endlich soweit: Am Ende des glanzvollen Galakonzertes in der Marienkirche, gestaltet vom Bad Belziger David-Chor und dem norwegischen Oratorienchor Caeciliaforensingen aus Oslo, wurden Sängerinnen und Sänger vom Publikum mit Beifallsstürmen bedacht. Unter den begeisterten Zuhörern war Ulrike Walther, selbst eine Hobbysängerin. Sie sagte: "Es war sehr schön und hat sich wirklich gelohnt." Dann lobte die junge Frau die Interpretationen und die, jedem der Reißiger- Brüder eigene, musikalische Handschrift.

Der Bekanntheitsgrad des jüngeren Bruders Friedrich August Reißiger dürfte nach dem Konzert in Bad Belzig deutlich wachsen. Sein musikalisches Erbe wird vom Oratorienchor Caeciliaforensingen gepflegt, der nach dreijähriger Vorbereitung und Planung des Konzertes am Sonnabend erstmals in der Kur- und Kreisstadt gastierte. Anlass war die Entdeckung des von dem deutschen Komponisten geschriebene Requiems zum Totengedenken für den norwegischen König Carl Johann, welches am 30.März 1844 uraufgeführt wurde. "Es wird als bahnbrechendes Werk der älteren norwegischen Musikgeschichte bezeichnet", erläutert der Kantor der evangelischen Gemeinde von St. Marien, Winfried Kuntz, dessen Bedeutung.

Mit dem Wunsch der Wiederaufführung des Requiems "For Kong Carl Johan" war in Norwegen auch das Verlangen gewachsen, das Werk an der Geburtstätte des Komponisten zu präsentieren und in gewisser Weise, nach Hause zu bringen. Den Kontakt nach Oslo pflegte schon Thea Labes, die sich hierzulande vor allem um das Andenken an Carl Gottlieb Reißiger mühte. "Vor etwa einem Jahr wurde er intensiviert", erzählt ihr Nachfolger auf der Kantorenstelle. Ihm hatte die 2011 verstorbene Bad Belziger Ehrenbürgerin noch zu Lebzeiten die Leitung des von ihr aus der Taufe gehobenen David-Chores anvertraut.

Wer nach der Ankündigung des Requiems etwa Melancholie und traurige Töne erwartete, wurde schnell eines besseren belehrt. Die mehr als 150 Jahre alte Komposition vermittelte Zuversicht und Lebensfreude, die auch ihren Weg in die Herzen des zahlreich erschienenen Publikums fand und das Programm von Burgfestwoche und Altstadtsommer mit einem würdigen klassisch-kirchlichen Konzert bereicherte.

Einziger Wermutstropfen im Becher der Freude: Die 70 Sänger aus dem hohen Norden gastierten leider nur zum Singen in der Kur- und Kreisstadt. "Sie müssen in einem Hotel in Lutherstadt Wittenberg wohnen. Weil Bad Belzig nicht genügend Kapazitäten hat", bemerkt der Kantor.

Von Bärbel Kraemer

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