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Deutliche Senkung der Abwassergebühr

Neue Wasserpreise für Michendorf und Nuthetal Deutliche Senkung der Abwassergebühr

Einwohner der Gemeinden Michendorf und Nuthetal können sich auf eine deutliche Senkung der Abwassergebühr freuen. Geplant ist, sie ab Oktober von derzeit 4,17 Euro pro Kubikmeter auf 3,70 Euro zu reduzieren. In der Verbandsversammlung wird sogar weiterer Spielraum nach unten gesehen.

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Verbandschef Reinhard Mirbach (CDU): „Wir sollten einen Puffer einrechnen.“

Quelle: Olaf Möldner

Michendorf/Nuthetal. Frohe Kunde für Einwohner der Gemeinden Michendorf und Nuthetal: Sie zahlen ab Oktober deutlich weniger als bisher für die Entsorgung des Abwassers. Der Preis fürs Trinkwasser bleibt stabil. Offen ist jetzt nur noch, wie hoch die Senkung der Schmutzwassergebühr ausfällt. Der Vorstand im Verband Mittelgraben empfiehlt eine Reduzierung von derzeit 4,17 Euro pro Kubikmeter auf 3,70 Euro. Ob es bei den 47 Cent weniger je Kubikmeter bleibt, entscheidet die Verbandsversammlung am 14. September.

Grundlage für die Empfehlung ist die neue Gebührenkalkulation, die wiederum die Schlussrechnung der Kalkulationsperiode von 2013/2014 zu berücksichtigen hat. Für diese Zeit ist im Schmutzwasser-Bereich eine „Überdeckung“ von etwa 780 000 Euro festgestellt worden, die nun mit der Senkung der Abwassergebühr ausgeglichen wird. „Der Verband rückt wieder heraus, was er 2013/2014 zu viel eingenommen hat“, sagte der Nuthetaler Verbandsvertreter Werner Wienert (Linke). Möglicherweise sinkt die Abwassergebühr sogar noch kräftiger. Wienert sieht weiteren Spielraum nach unten. Seine Kritik an der Kalkulation: „Der Teil zur Tilgung der offenen Darlehen und zur Bezahlung der Zinsen wird unangemessen hoch angesetzt.“

An der Stelle wird es kompliziert. Verbände dürfen eine „angemessene Verzinsung des aufgebrachten Eigenkapitals“ mit in die Gebühr einkalkulieren. Die Streitfrage im Verband ist jetzt: Was ist angemessen? Laut Kalkulator wurden für 2016/2017 Eigenkapitalzinsen von 931 500 Euro eingerechnet – der maximal mögliche Wert. Für Wienert ist diese Summe unangemessen hoch, weil der Verband eigentlich nur 249 000 Euro an Zinsen für Investitionskredite zu bedienen hat. „Der zu leistende Kapitaldienst ist die Unterkante, der Kalkulator hat die Summe an der Oberkante angesetzt“, sagte auch Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). „Dazwischen ist Spielraum, den die Verbandsversammlung hat.“ Diese beauftragte den Kalkulator am Dienstagabend, die Abwassergebühr noch einmal mit geringerer Eigenkapitalverzinsung zu berechnen und das Ergebnis im September vorzulegen. Verbandsvorsteher Reinhard Mirbach (CDU) warnt indes davor, an die „Unterkante“ heranzugehen und zu knapp zu kalkulieren. „Wir sollten einen Puffer einrechnen, um auch unvorhergesehene Dinge bewältigen zu können, ohne dafür neue Kredite einsetzen zu müssen“, sagte er. Hustig sieht bei einer angemessenen Ausnutzung des Spielraums zugunsten der Kunden keine Gefahr für den Verband, ins Minus zu rutschen.

Beim Trinkwasserpreis ändert sich wenig. Er soll leicht um zwei Cent auf 1,72 Euro Netto pro Kubikmeter (1,84 Euro Brutto) steigen, was weitgehend Konsens ist. Der derzeit geltende Trinkwasserpreis von 1,70 Euro je Kubikmeter ist das Ergebnis einer drastischen Senkung im Jahr 2014, die das Landeskartellamt erzwungen hat. Die neuen Preise und Gebühren sollen am 14. September beschlossen werden und für zwei Jahre gelten.

Kein Anschluss ans Abwassernetz

Fresdorf, Stücken, Fahlhorst und Tremsdorf werden nicht ans zentrale Abwassernetz angeschlossen. Die Versammlung des Zweckverbands Mittelgraben beschloss am Dienstag, eine zentrale Erschließung nicht weiter zu verfolgen.

Mit dem Beschluss haben Grundstückseigentümer in den vier Orten der Gemeinden Michendorf und Nuthetal nun endgültig Planungssicherheit, um in Alternativen zur herkömmlichen Sammelgrube investieren zu können. Die Absage an den Zentralanschluss soll laut Verbandsvorsteher Reinhard Mirbach (CDU) auch dazu motivieren, ökologische Kleinkläranlagen anzuschaffen. „Bei der Sammelgruben zu bleiben, ist keine zukunftsfähige Lösung“, sagte er.

2005 hatte die Verbandsversammlung nach heftigem Ringen beschlossen, Fresdorf und Stücken vorerst nicht ans zentrale Netz anzuschließen. Die Befreiungsfrist wäre aber 2021 ausgelaufen, was Arealeigentümer vor Investitionen in Kleinkläranlagen zurückschrecken ließ. In Fresdorf wird das Abwasser schon auf der Hälfte der Grundstücke in Kleinkläranlagen aufbereitet.

 

Von Jens Steglich

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