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Potsdam-Mittelmark Deutsch Borker Maulbeerbäume in Gefahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Deutsch Borker Maulbeerbäume in Gefahr
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00:37 26.09.2015
Auch zerbrochen noch ein Denkmal: Maulbeerbaum in Deutsch Bork. Quelle: Andreas Koska
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Deutsch Bork

Sie sind 300 Jahre alt und gelten als Naturdenkmal, die Maulbeerbäume an der Deutsch Borker Kirche. Jetzt ist ein Maulbeerbaum auseinandergefallen, nur noch ein Ast ragt in die Höhe. Ein weiterer Baum droht ebenfalls zu brechen, wird durch eine Stange gestützt. Der dritte, von den ehemals acht Bäumen, trägt eine stählerne Bauchbinde, um nicht auseinanderzubrechen. Das Trio zählt zu den ältesten Maulbeerbäumen der Mark Brandenburg.

Die im Jahr 1715 gepflanzten Exemplare zeugen von dem Versuch, eine Seidenproduktion im Dorf zu etablieren. „Die Untere Naturschutzbehörde hat eine Empfehlung zur Stabilisierung der bedrohten Bäume abgegeben. Diese stehen jedoch auf Kirchengelände, da ist die Kirchengemeinde zuständig. Ich begleite jedoch fachlich den Prozess“, erläutert Michael Lenz. Der für Umwelt und Grün zuständige Sachbearbeiter beim Amt Brück kann nicht direkt eingreifen.

Sicherungsarbeiten werden ausgeschrieben

Christian Großmann hofft, „den Methusalem“ fällen zu können. Das sagte der Brücker Amtsdirektor in der Sitzung der Gemeindevertretung Linthe. Zur Fällaktion wird es aber wohl nicht kommen. „Die Naturschutzbehörde des Landkreises wünscht, dass auch der übrig gebliebene Ast des geschädigten Baumes gesichert wird“, so Gundula Hübner. Die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats berichtet, dass demnächst die Sicherungsarbeiten durch das kirchliche Verwaltungsamt ausgeschrieben werden sollen.

Der bereits abgebrochene Ast soll ebenfalls im Dorf verbleiben. „Es gibt den Wunsch, daraus eine Bank zu bauen und diese auf dem Areal aufzustellen“, erzählt Dorfchronist Mirko Friedrich. Er kennt die Historie: Die Seidenraupenzucht war im 18. Jahrhundert Aufgabe des Lehrers und des Pfarrers, die sich damit ein Zubrot verdienten. Da die Maulbeeren süß und schmackhaft sind, versuchten damals Kinder, diese zu ernten, indem sie Steine in die Kronen warfen. „Manches der Geschosse verfehlte das Ziel und landete auf dem Dach des Spritzenhauses und beschädigte dieses“, heißt es in der Dorfchronik. Daher wurden zwei der acht Bäume bald gefällt.

Als Naturdenkmale anerkannt

Weitere gingen ein, so dass jetzt nur noch drei aus der Ursprungszeit bewundert werden können. Sie sind als Naturdenkmale anerkannt. In den 1930er-Jahren kam es zur Nachpflanzungen außerhalb des Kirchengeländes. Vor acht Jahren wurden aus Anlass des 200-jährigen Kirchenbaujubiläums noch einmal zwei neue Maulbeerbäume gesetzt.

Von Andreas Koska

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