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Potsdam-Mittelmark Diamantene Hochzeit bei den Juntkes
Lokales Potsdam-Mittelmark Diamantene Hochzeit bei den Juntkes
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00:17 26.02.2017
Zur Hochzeitsfeier von Hans und Rosemarie Juntke tanzten die Gäste im Deutschen Haus in Schmergow bis in die Morgenstunden. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

180 Tage lang haben sich Hans und Rosemarie Briefe geschrieben. Schon kurz nach ihrem Kennenlernen mussten sie getrennte Wege gehen. Diese Briefe sind beim Umzug von Schmergow nach Werder zwar aussortiert worden, aber die Erinnerung ist geblieben. Rosemarie (79) weiß noch ganz genau, mit welchen schönen Sprüchen Hans sie damals überzeugt hat. „Wo Liebe naht, da hilft kein Stacheldraht“, lautete einer von ihnen. 1955 sahen sie sich wieder. Der jetzt 84-jährige Hans sparte sich seine freien Tage stets auf, um seine Liebste in Thüringen zu besuchen. Weil seine Familie in Schmergow lebte und seine Mutter krank war, konnte er nicht weg und bat sie schließlich, ihm in seine Heimat zu folgen. Dort heirateten Hans und Rosemarie Juntke vor 60 Jahren und sind sich seither immer treu geblieben.

Auf der Kirmes in Thüringen fing alles an. Hans, der eigentlich aus Schlesien stammt, war 1954 als Soldat im Eichsfeld stationiert. Die damals erst 16 Jahre alte Rosemarie lernte er beim Tanzen kennen. „Zuerst fragte er mich an der Tür, ob ich eine Eintrittskarte habe und wollte mir seine geben. Dann war er im Saal verschwunden“, erzählt Rosemarie. Als sie sich später am Feuerwehrteich wiedersahen, war es um sie geschehen. Nach 60 Jahren Ehe hat das Jubiläumspaar zwei Kinder, drei Enkel und vier Urenkel. Doch der Weg ins Glück war kein einfacher. Rosemarie hatte anfangs große Schwierigkeiten, sich in Schmergow einzuleben. „Ich kannte niemanden, mein Mann war die ganze Woche weg und ich habe mich um meine kranke Schwiegermutter gekümmert“, sagt sie. Das Sommerhäuschen, in dem sie lebten, war weit weg vom Dorfkern.

Höhen und Tiefen überstanden

Wenige Jahre später kamen Tochter und Sohn zur Welt. Rosemarie arbeitete zuerst im Ferienlager in der Küche und später mehr als 25 Jahre als Kassiererin im Konsum, den es mittlerweile nicht mehr gibt. Hans konnte die Armee 1960 verlassen und begann seine Arbeit beim Bauhof in Potsdam. Zwei Jahre später zog die Familie dann ins Dorf und lebte zu fünft gemeinsam mit Rosemaries Mutter in einer Zweiraumwohnung. „Ich habe es nie bereut, meine Heimat verlassen zu haben. Ich würde ihn heute wieder heiraten. Aber man muss eben auch was durchmachen“, berichtet Rosemarie. Sich nach zwei Jahren wieder scheiden zu lassen, sei damals einfach nicht infrage gekommen.

Das gemeinsame Leben war von Beginn an von Höhen und Tiefen geprägt. „In 60 Jahren darf auch mal Streit und Zank vorkommen“, sagt Hans. Man müsse sich auch mal die Meinung sagen dürfen und sollte Probleme nicht in sich reinfressen. „Wir sind nie unversöhnt schlafen gegangen. Das war uns wichtig“, fügt Rosemarie hinzu. Ein Patentrezept für ewige Liebe gibt es aus ihrer Sicht nicht. In so hohem Alter sei die Hauptsache, dass man gesund bleibt. „Die Kinder bringen uns viel Spaß. Für mich ist es am schönsten, wenn alle an einem Tisch zusammenkommen“, sagt Rosemarie. Immer wieder hat sich das Paar auch nach Krankheit wieder aufgerappelt. So musste sich Hans vor einigen Jahren einer Operation am Herzen unterziehen, während Rosemarie mit Blutdruck und Kreislauf zu kämpfen hatte. Dass sie wieder zu Kräften gekommen sind, haben sie auch ihren Kindern zu verdanken, sagen sie. Tochter Angelika (58) wohnt in der Nähe und kümmert sich um ihre Eltern, wenn es nötig ist. Ihr Bruder wohnt in der Eifel.

Vor 20 Jahren von Schmergow nach Werder gezogen

Jeden Tag gehen Rosemarie und Hans in Werder eine Runde spazieren, manchmal auf den benachbarten Weinberg oder zum Wachtelberg. Einmal im Jahr fahren sie nach Malchow am See in Mecklenburg-Vorpommern. In die weite Welt zieht es sie jetzt nicht mehr hinaus. Zu DDR-Zeiten sind sie viel gereist, nach Bulgarien, Rumänien oder Usbekistan, und auch nach der Wende. Rosemarie möchte noch einmal ihre Heimat sehen. Verwandtschaft hat sie dort zwar nicht mehr, aber Bekannte, die sie gerne wiedersehen würde.

In Werder fühlt sich das Paar nach 20 Jahren heimisch. „Eigentlich wären sie nie aus Schmergow weggezogen“, erzählt Tochter Angelika Dittmann. Aber nachdem es dort keine Geschäfte und keine Ärzte mehr gab und die Ofenheizung hätte umgebaut werden müssen, haben sie sich für den Umzug entschieden. Wie vor zehn Jahren wird die diamantene Liebe am Wochenende groß mit der Familie gefeiert. Die Juntkes hoffen, dass sie auch ihre Eiserne Hochzeit noch erleben. „Was sind denn schon fünf Jahre?“, sagt Rosemarie.

Von Luise Fröhlich

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