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Alter Kino-Bau wird erst später Hotel und Restaurant

Jetzt ist das Dach weg Alter Kino-Bau wird erst später Hotel und Restaurant

Die denkmalgerechte Sanierung und der Wiederaufbau des Gebäudekomplexes des ehemaligen Teltower „Diana“-Kinos dauern länger als erwartet, weil die Bausubstanz schlecht und die Statik nicht ausreichend sind.

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Das Dach des einstigen Diana-Kinos ist runter, die Giebel folgen. Schrittweise werden Stützpfeiler und -mauern erneuert, bis Aufbauten und neues Dach einen sicheren Stand haben.

Quelle: Claudia Krause

Teltow. Kaum vorstellbar, dass aus dem entkernten und inzwischen dachlosen ehemaligen Diana-Kino bis Mitte nächsten Jahres ein Ensemble aus Gastronomie und Herberge werden soll. Doch Eigentümer und Bauherr André Franell zeigte sich am Freitag beim Baustellenrundgang optimistisch. „Es ist halt ein altes Haus, da kann man vorher nie wissen, was kommt. Aber es wird.“ Der Berliner Projektentwickler und Geschäftsführer der Operis-Gruppe verschwieg nicht, dass das Teltower Vorhaben eine längere Bauzeit benötige und schon jetzt 65 000 Euro teurer geworden ist. Im vergangenen Jahr hatte er die Eröffnung noch für Herbst 2015 für möglich gehalten. Etwa eine Million Euro habe er bisher in das Objekt investiert. „Mindestens noch einmal eine“ werde noch nötig sein. Für mögliche weitere Abweichungen möchte er allerdings „keine dritte Million mehr einplanen“, so Franell. Eingangs hatte er mit 1,6 Millionen Investitionen gerechnet (MAZ berichtete).

Das alte Gemäuer aus den 30er Jahren war dann doch nicht so standfest, dass es die hinzukommenden eineinhalb Stockwerke hätte halten können, in denen künftig neun Hotelzimmer Platz finden sollen. Deshalb wurde das Fundament neu gegossen. Die Bodenverstärkung habe zu der Kostensteigerung geführt. Stützpfeiler und der gesamte Dachstuhl müssen erneuert werden. Schritt für Schritt, wie Franell sagt, damit es zu keinen Ab- und Einstürzen kommt. Mit der Denkmalpflege war die Dacherneuerung von Anfang an besprochen und von der Behörde auch genehmigt worden. So, wie es der von der Stadt Teltow abgesegnete Bauantrag auch vorsieht. Der Unternehmer würdigte ausdrücklich das Engagement und die gute Zusammenarbeit von Denkmalpfleger Andreas Kerkow.

Um die Kompletteinhausung mit einer sogenannten Überkonstruktion zu vermeiden, hatten Fassadenkletterer das Dach „zerlegt“. Was sich von dem alten Denkmal aber erhalten lässt, müsse geborgen und wiederverwendet werden. So sind Dachziegel gesichert, Stuckelemente eingehaust und die Bühne, die an ihren alten Platz im neuen Restaurantsaal zurückkehrt, in einem Container gesichert. Dachdecker indes warnen vor der Wiederverwendung der alten Dachpfannen, weil sie „Mikrorisse hätten“, erzählt Franell. Allerdings gebe es diese Ziegelsorte heute noch zu kaufen. Unklarheiten bestehen noch zum Fassadenputz. Die Denkmalpflege meint, es müsse grauer Kratzputz sein. Doch Fotos von früher zeigten wohl gelben Glattputz. Deshalb bittet Franell jetzt Teltower, die alte Diana-Kino-Fotos womöglich mit erkennbarer Fassade besitzen, sich bei ihm zu melden. Weitestgehend erhalten werden konnte der Anbau vom Dach bis zum Boden, in dem früher das Café geöffnet war. Später werden oben in zwei Zimmern Gäste schlafen und unten im Restaurant speisen können.

Inmitten der Baustelle unter freiem Himmel erklärte Franell noch einmal sein Konzept, von dem er bislang nicht abgerückt sei. Es soll im Erdgeschoss von Haupthaus und Anbau ein Restaurant samt Veranstaltungssaal mit Bühne geben. Im Obergeschoss von Haupthaus und Anbau entstehen insgesamt elf Hotelzimmer, darunter vier etwa 60 Quadratmeter große Appartements besonders für Familien. Das Niveau solle zwar dem von vier Sternen entsprechen, aber „es bleibt alles im humanen Bereich. Wir machen keine Adlon-Preise“, versicherte der Bauherr. Geborgenes Kino-Interieur werde dezent als Dekoration eingesetzt. Etwa 14 Pkw-Stellplätze wird es geben und wieder einen Restaurant-Freisitz. Lokalbetreiber wird die Tomaso-Gruppe.

Alte Fassadenfotos vom einstigen Kino gesucht

Das Teltower Kino-Gebäude wurde 1936 errichtet.

Im Jahr 2005 kam es unter Denkmalschutz.

 

Generationen von Teltowern, Kleinmachnowern und Stahnsdorfern haben an der Potsdamer Straße 70 Jahre lang Filme geschaut.

Nach der Wende wurde das Kino geschlossen. Mehrere Wiederbelebungsversuche scheiterten. Seit 2006 ist das Haus geschlossen. 2011 hatte die Stadt Teltow das Haus dann erworben, um den Verfall durch Sicherung aufzuhalten. Die Investorensuche schlug allerdings fehl. Der Berliner Projektentwickler Franell hat es im vorigen Jahr gekauft.

Jetzt sucht er Originalfotos von einst, die die Fassade möglichst deutlich zeigen. Denn momentan gebe es zwei Meinungen: Die Denkmalpfleger sagen, das haus hatte grauen Kratzputz, alte Teltower meinen sich an gelben Glattputz erinnern zu können.

Kontakt: Wer Fotos zeigen will, wendet sich per Mail an franell@franell.eu

Von Claudia Krause

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