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Diana-Kino öffnet im September als Landhotel

Teltow Diana-Kino öffnet im September als Landhotel

Nach zehn Jahren bekommt das alte Diana-Kino in Teltoe (Potsdam-Mittelmark) eine neue Zukunft. Nach dem Umbau öffnet es als Landhotel mit Restaurant. Schon am 28. August, am Tag der offenen Höfe, können sich die Teltower auf der Baustelle an der Potsdamer Straße umschauen.

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Die künftige Chefin Silja Brügers im großen Saal, wo früher Filme geschaut wurden. Im Hintergrund die Bühne.

Quelle: Martin Steger

Teltow. Jetzt ist schon richtig was zu sehen: Das Dach ist dicht, neue und alte, wieder aufgearbeitete und verstärkte Fenster werden eingebaut, die helle Fassade ist zwar noch nicht in ihrer Endfassung, aber verheißt das neue, freundliche Antlitz des einst grauen, aber dennoch markanten Gebäudes an der Potsdamer Straße. Das einstige Diana-Kino öffnet dort am 30. September neu als Landhotel „Diana“ mit Restaurant. Das hat Eigentümer André Franell der MAZ beim Baustellenbesuch angekündigt.

Eigentümer André Franell zeigt das offizielle Diana-Logo des Hotel- und Restaurantbetriebes

Eigentümer André Franell zeigt das offizielle Diana-Logo des Hotel- und Restaurantbetriebes.

Quelle: Claudia Krause

Aber schon vorher, am 28. August, dem Tag der offenen Höfe, dürfen sich die Teltower anschauen, wie sich der denkmalgeschützte Altbau seit Kinoschließung im Jahr 2005 verändert hat.

Vom Keller bis zum Dach wirbeln derzeit die Handwerker sämtlicher Gewerke. Dem 46-jährigen Franell ist die Vorfreude anzusehen. „Es wird richtig schön“, schwärmt er schon jetzt und führt durch die Räume. Dort, wo früher die Kinosessel in Reih und Glied standen, können künftig Veranstaltungen mit bis zu 199 Gästen stattfinden; eine Erweiterung auf 430 ist beantragt. Die Bühne ist erhalten und eine Leinwand wird es auch wieder geben. Demnächst kommt der Estrich rein.

Das gemütlich-rustikale Lokal im Erdgeschoss – in der früheren Eisdiele – bekommt regulär 60 Plätze innen und noch einmal 85 draußen im Biergarten, wo noch ein Spielplatz entsteht. Im Eingangsbereich wird es ein Herrenzimmer (Lounge-Bereich) geben, in dem zwar nicht geraucht, „aber Cognac getrunken werden darf“, sagt Silja Brügers. Hotelgäste könnten dort „erstmal ankommen und gemütlich einen Kaffee trinken“. Die 39-jährige Hotelfachfrau wird sich mit Frank Radicke (57) Hotel- und Restaurant-Leitung teilen. Der Berliner hatte zuletzt im Münchener Wirtshaus „Zum Franziskaner“ und im Krongut Bornstedt in Potsdam gearbeitet. Radicke will „neue leichte brandenburgische Küche anbieten. Auf jeden Fall mit starkem regionalem Einfluss“, bekräftigt er.

Von Verfall und Rettung

Das Kino Diana wurde 1936 erbaut. Bis 1989 sind drei große Umbauten erfolgt; zuletzt 1970.

Nach 1990 wechselte es seine Besitzer; 2005 wollte es einer abreißen lassen, aber es kam unter Denkmalschutz.

Um das seit 2006 leer stehende Gebäude vor dem Verfall zu retten, hatte die Stadt Teltow das einstige Kino 2011 gekauft und sichern lassen.

Die Investorensuche der Stadt blieb allerdings erfolglos. 2014 kaufte André Franell das Ensemble. Ende März 2015 erhielt er die Baugenehmigung und begann mit dem Umbau.

Zuvor verkaufte er in einer launigen Sommeraktion die alten Kinosessel und spendete das Geld einer Teltower Kita.

 

Völlig neu an dem alten Kinostandort sind die Hotelzimmer. Im Obergeschoss werden elf Domizile hergerichtet. Bei der Grundrissplanung verlässt sich Franell auf die Fachkompetenz von Innenarchitekten der Zeitschrift „Schöner Wohnen“. Einrichtung und Feinschliff liegen in den Händen von Silja Brügers. Sie möchte jedem Zimmer seine eigene Note geben. Farblich und mit entsprechendem Interieur. Letzteres soll eher nordisch-hell und modern sein. „Auf jeden Fall nicht die typische Hotelzimmereinrichtung.“ In Erinnerung an das alte Kino werden auch kleine cineastische Raffinessen nicht fehlen. Die zwei kleinsten Zimmer sollen etwa an Romy Schneider und „Die Dinge des Lebens“ erinnern. Ein anderes an die „Fabelhafte Welt der Amélie“ oder den „Himmel über Berlin“. Für Familien werden Maisonette-Zimmer vorbereitet, die schräge Fenster haben, durch die der Blick direkt zum Himmel geht. Hochzeitspaare werden sich später scharf auf das Zimmer „Honeymoon“ sein.

Maisonette-Hotelzimmer mit schrägen Fenstern gen Himmel

Maisonette-Hotelzimmer mit schrägen Fenstern gen Himmel.

Quelle: MS

Franell, Geschäftsführer der Berliner Operis Gruppe, hat sich immer mehr in das Vorhaben verliebt. Auch wenn die Kosten am Ende höher ausfallen. Mehr als 2,3 Millionen Euro investiert er in Teltow. Anfangs hatte er mit etwa 1,6 Millionen Euro gerechnet. Doch der denkmalgeschützte Altbau offenbarte beim Entkernen einige Überraschungen. Aber auch für die Denkmalpfleger war es eine Herausforderung. „Ich habe zum ersten Mal die Umnutzung eines alten Kinos begleitet“, sagt Andreas Kerkow von der Baudenkmalpflege Potsdam-Mittelmark. Man habe „sehr große Zugeständnisse“ gemacht, aber mit Franell einen „sehr sensiblen Bauherrn mit viel Geduld gehabt, um die Denkmalsubstanz zu erhalten“. „Nicht nur Geduld, auch viel Geld“, schickt Franell augenzwinkernd hinterher.

Die Baustelle an der Potsdamer Straße darf am 28

Die Baustelle an der Potsdamer Straße darf am 28. August von Interessenten besucht werden.

Quelle: MS

Von Claudia Krause

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