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Die B107 gleicht einer Rennstrecke

Potsdam-Mittelmark Die B107 gleicht einer Rennstrecke

Im Kreis Potsdam-Mittelmark wird zunehmend gerast, obwohl das Verkehrsaufkommen steigt. 2017 wurden bei weniger Kontrollen mehr Temposünder erfasst. Dabei gleicht vor allem die Bundesstraße 107 einer Rennstrecke. Jeder sechste Autofahrer ist dort zu schnell unterwegs.

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Am schnellsten wird auf der B 107 zwischen Görzke und Neuehütten gerast. Immerhin werden Tempo-Sünder dort regelmäßig kontrolliert.

Quelle: Dirk Fröhlich

Mittelmark. Die Bundesstraße 107 zwischen Neuehütten und Görzke scheint einer Rennstrecke gleich. Auf dem Abschnitt zwischen dem A-2-Anschluss Ziesar und dem A-9-Anschluss Köselitz haben die Raser vergleichsweise häufig freie Fahrt und werden im Falle des Falles aber auch häufig erwischt. Folglich hat die Gemeinde Wiesenburg/Mark den traurigen ersten Platz in der Jahresstatistik der Tempoverstöße zwischen Havel und Fläming verteidigt. Ungefähr jeder sechste kontrollierte Autofahrer ist dort zu schnell unterwegs gewesen (17,3 Prozent). Das ist etwas weniger als im Vorjahr (19,2 Prozent). Angesichts der Tatsache, dass jedoch eigentlich zahlreiche Straßen dort wegen Bauarbeiten gesperrt waren, ist die Quote für den Südwestzipfel des Kreises Potsdam-Mittelmark dennoch ziemlich hoch.

Allgemein hat die Zahl der Raser, die bei ihren Tempoverstößen besonders schnell unterwegs sind, hierzulande zugenommen. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Statistik der Straßenverkehrsbehörde hervor. Demnach stieg die Zahl der registrierten Verstöße, bei denen Autofahrer mit mehr als 30 Kilometern pro Stunde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten und deshalb ein Bußgeld zahlen mussten, von 997 in 2016 auf 1024 im vergangenen Jahr. Dabei hatten die beiden mobilen Blitzer unter dem Strich sogar weniger Fahrzeuge als im Visier, heißt es in der Auswertung.

Am Seddiner See wird am wenigsten gerast

„Bedenklich ist, dass der Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen am Verkehrsaufkommen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist“, schätzt Heike Vierke-Eichler ein. Denn nach Aussage der Fachbereichsleiterin wurden im vergangenen Jahr in 2989 Kontrollstunden (minus 230) insgesamt 378 982 Fahrzeuge (plus 430) erfasst. Festgestellt wurden dabei 29 463 Tempoverstöße (plus 307) . Im Durchschnitt waren 7,8 Prozent zu schnell. Der geringste Raseranteil wurde mit 3,0 Prozent einmal mehr am Seddiner See festgestellt.

Hauptsächlich wird die Einhaltung von innerörtlichen Tempo-Limits kontrolliert. Darüber hinaus gilt das Augenmerk den Alleen, wo lediglich Höchstgeschwindigkeiten von 70 Kilometern je Stunde erlaubt sind.

Fuß vom Gas - auf den Alleen zwischen Havel und Fläming  wird oft geblitzt

Fuß vom Gas - auf den Alleen zwischen Havel und Fläming wird oft geblitzt.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Zu Beginn des Schuljahres wurden die mobilen Blitzer schwerpunktmäßig vor Grund-, Ober- und Gesamtschulen eingesetzt. Ergebnis: Zumindest dort ist deutlich weniger gerast worden. Bei insgesamt 59 Einsätzen wurden 9361 Fahrzeuge erfasst – 761 weniger als im Jahr 2016. So ging die Zahl der festgestellten Tempoverstöße vor den Bildungseinrichtungen zurück – von 533 auf 517.

Tempo-Sünder zahlen 1,75 Millionen Euro

Knapp 1,75 Millionen Euro hat der Kreis Potsdam-Mittelmark aus Bußgeldern, die im Rahmen der Verkehrsüberwachung verhängt wurden, voriges Jahr eingenommen. Der Verwaltungsaufwand wird mit 708 000 Euro angegeben.

Zuvor gab es einen stetigen Anstieg von 1,1 Millionen Euro (2013) bis 1,8 Millionen Euro (2016). Das Geld fließt in den Haushalt ein.

Derweil die Behörde einerseits ihren Beitrag zur Unfallprävention betont und andererseits beispielsweise in die Schulwegsicherung investiert.

In 83,6 Prozent der Fälle kommen die Tempo-Sünder bei den mobilen Kontrollen mit einem Verwarngeld (bis 35 Euro) davon.

4839 der insgesamt 29 463 Verstöße (16,4 Prozent) werden deutlich teurer geahndet und haben meist noch Strafpunkte zur Folge.

Die Kreisverwaltung setzt darüber hinaus elf stationäre Geräte – unter anderem in Dippmannsdorf, Niemegk und Treuenbrietzen – zur Verkehrsüberwachung ein. An diesen festen Anlagen ist die Quote der Überschreitungen naturgemäß deutlich geringer. Die meisten Autofahrer kennen die Standorte der stationären Blitzer. So waren von den insgesamt 7 754 512 kontrollierten Fahrzeugen nur 0,7 Prozent (54 429) zu schnell unterwegs.

Kontrollen werden fortgesetzt

„Die aufgeführten Ergebnisse verdeutlichen erneut die Notwendigkeit der Verkehrsüberwachung im Landkreis Potsdam-Mittelmark“, resümiert Heike Vierke-Eichler. Den mittelmärkischen Städten und Gemeinden werden die Daten zur Verfügung gestellt und das weitere Vorgehen besprochen. „Da die Messstellen in der Gemeine Wiesenburg/Mark sehr gut mobil bedient werden können, ist die Errichtung einer stationären Anlage dort zunächst nicht vorgesehen“, versicherte Ressortchefin Vierke-Eichler auf MAZ-Nachfrage. Die Verwaltung prüft ihrer Aussage nach jedoch gegenwärtig mögliche Standorte für die stationäre Überwachung im Kreis Potsdam-Mittelmark.

Von René Gaffron

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