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Die Bewog rüstet im Klinkengrund nach

Bad Belzig Die Bewog rüstet im Klinkengrund nach

Die Bad Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog) rüstet zwei ihrer Häuser im Klinkengrund mit Fahrstühlen aus. Die Bauarbeiten an den Fünfgeschossern beginnen im Oktober, im Dezember soll der erste Lift in Betrieb genommen werden. Rund 400.000 Euro soll der Umbau kosten, die Bewog stemmt ihn mit eigenen Mitteln. Doch längst nicht alle Mieter sind begeistert.

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Quelle: Kirf

Bad Belzig. Die Bad Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog) rüstet zwei ihrer Häuser im Klinkengrund mit Fahrstühlen aus. „Damit sollen die Wohnungen barriereärmer werden“, sagt Bewog-Geschäftsführer Udo Kunze. Die Bauarbeiten an den Fünfgeschossern in der Hans-Marchwitza-Straße beginnen im Oktober, im Dezember soll der erste Lift in Betrieb genommen werden.

Rund 400.000 Euro soll der Umbau kosten. Die Bewog hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe für eine solche Modernisierung unternommen, jedoch keine Fördergelder akquirieren können. Nun wird die Finanzierung aus eigenen Mitteln gestemmt – und zum Teil auf die Mieter umgelegt. „Es wird eine Mieterhöhung für die Mieter geben, deren Wohnungen aufgewertet werden“, bestätigt Bewog-Chef Kunze. Er betont: „Das Geld, das wir in die Immobilien stecken, muss auch erwirtschaftet werden.“

Noch müssen auch gehbehinderte Mieter Treppen steigen

Noch müssen auch gehbehinderte Mieter Treppen steigen.

Quelle: Kirf

Allerdings käme die Bewog den betroffenen Mietern entgegen, sie habe eine Obergrenze für die Erhöhung festgelegt. „Wir sind gesetzlich berechtigt, bis zu elf Prozent der Kosten für die Modernisierung auf die Mieter umzulegen“, erklärt Udo Kunze. Bei den veranschlagten Kosten für die neuen Fahrstühle wären das pro Mieter über 1000 Euro Mehrkosten im Jahr. „Doch wir werden die Kaltmiete auf maximal 5,50 Euro anheben.“ Bislang kosten die Wohnungen in den beiden Blöcken zwischen 4,50 und 4,80 Euro pro Quadratmeter.

Die Belziger Wohnungsgesellschaft

Die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV) ist 1963 gebildet worden. 1992 ist daraus die Belziger Wohnungsgesellschaft als eines von drei Tochterunternehmen der Kur- und Kreisstadt entstanden.

Um die 1000 Mietwohnungen sind ihr Eigentum. Damit ist die Bewog der mit Abstand größte Vermieter in bad Belzig: allein im Klingengrund leben rund 2500 Menschen.

Seit 2005 ist Udo Kunze (58 Jahre) der Geschäftsführer des Unternehmens. Er plant neben dem Anbau von Fahrstühlen auch die Nachrüstung von Balkonen an mehreren Mietshäusern.

Entsprechend sind nicht alle Bestandsmieter glücklich über die Modernisierung. „Wir haben wenig negatives Feedback bekommen“, sagt Linda Kerstin, eine Mitarbeiterin in der Wohnungsverwaltung der Bewog, „aber einige Mieter, die finanziell nicht so gut gestellt sind, sind nicht begeistert.“ „Für einige Mieter ist die Modernisierung mit finanziellen Härten verbunden“, gibt ihr Chef Udo Kunze zu. Er sieht jedoch vor allem die positiven Seiten des Umbaus und betont, dass die leichtere Erreichbarkeit der Wohnungen vor allem Vorteile für die Bewohner bringe.

Der Fahrstuhlschacht soll an beiden Gebäuden außen angebracht werden. Die Stadt Bad Belzig verkaufte zu diesem Zweck ein wenig Land an die Bewog, die Stadtverordnetenversammlung musste zustimmen. „Es müssen bestimmte Abstände eingehalten werden“, erklärt Udo Kunze. Der Ankauf der 15 Quadratmeter großen Flächen bedeute einen gewissen Aufwand, sei jedoch eine „rein grundbuchtechnische Angelegenheit.“

Ein Wohnblock im Klinkengrund

Ein Wohnblock im Klinkengrund.

Quelle: Kirf

Ganz barrierefrei wird der Zugang zu den Wohnungen in den beiden Blöcken auch nach dem Umbau nicht sein: der Ausstieg des Lifts befindet sich jeweils auf den Zwischengeschossen. „Das hat bautechnische Gründe“, erklärt der Bewog-Chef. Für einen halt auf der Höhe der Wohnungen müssten deren Grundrisse verändert werden, die Einschränkungen, welche die Mieter hinnehmen müssten, wäre ungleich größer, ergänzt Linda Kerstin.

Mit ihren etwa 1000 Wohnungen ist die Bewog der größte Vermieter in Bad Belzig. In der Kurparksiedlung und in der Fontanestraße verfügt sie über gänzlich barrierefreie Immobilien, in der Hans-Marchwitza-Straße gibt es zudem 50 Wohnungen mit einem barrierefreien Zugang. Durch die Modernisierung werden nun weitere 40 barrierearme Wohnungen in der Kur- und Kreisstadt geschaffen.

Von Saskia Kirf

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