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Die Blaubeer-Ernte ist der Renner in Ragösen

Leckere Früchtchen Die Blaubeer-Ernte ist der Renner in Ragösen

Im Garten rund um den Ragösener Spargelhof hat Mitte Juli endlich die Heidelbeersaison begonnen. Bereits seit vier Jahren lädt Landwirtin Sladjana Mitic hier zum Selbstpflücken ein. Brigitta Blue, Ruka und Duke heißen die leckeren Sorten, die jetzt nach und nach reifen. Ein Ortsbesuch.

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Geschmackskontrolle: Sladjana Mitic schmecken die Beeren.

Quelle: foto: a. koska

Ragösen. Im Garten rund um den Ragösener Spargelhof hat Mitte Juli endlich die Heidelbeersaison begonnen. Bereits seit vier Jahren lädt Landwirtin Sladjana Mitic zum Selbstpflücken ein. Brigitta Blue, Ruka und Duke heißen die Sorten, die jetzt nach und nach reifen. „Hier im Garten werden wir bis Anfang September jeden Tag öffnen“, sagt die Landwirtin. In dieser Zeit ist sie als Einzige auf dem Hof und betreut die Gäste.

Zu denen gehören fast jeden Tag Ingrid und Günther Polster. Das Rentnerehepaar wohnt nur wenige Schritte von der Anlage entfernt. „Wir pflücken öfter. Entweder es wird dann so gegessen, als Nachtisch gereicht oder ich koche Marmelade ein“, sagt Ingrid Polster, während ihr Mann eine Hand voll saftiger Beeren direkt vom Strauch in den Mund wandern lässt. Auch Enkelin Sophia ist häufig dabei. Dann wird schon Mal vor dem Hortbesuch schnell geerntet und mitgenommen. „Im Augenblick herrscht vor allem in den Morgenstunden Andrang, dann ist es noch nicht so heiß“, weiß Mitic, die mit dem Besucherstrom zufrieden ist.

Begonnen hat sie die Selbsternte im Jahr 2012 mit 400 Pflanzen, heute wachsen auf dem ein Hektar großen Gelände dreimal so viel. Das ist aber längst nicht alles: In etwa 500 Metern Entfernung haben Sladjana und Sladjan Mitic hinter einem Waldstück ein Feld mit rund 7000 Büschen angelegt. „Dort wächst die späte Sorte Aurora“, sagt die Betreiberin. Wenn dann ab Mitte September geerntet wird, sind auch wieder rumänische Erntehelfer dabei. Die schmackhaften Beeren werden später an Ständen in Berlin verkauft.

Im ganzen Bundesland ist der Heidelbeeranbau eine Erfolgsgeschichte. 49 Betriebe bauen die Frucht an. Von 117 Hektar Nutzfläche im Jahr 2014 steigerte sich das Anbaugebiet um 50 Hektar in nur einem Jahr. Tendenz steigend.

Damit liegt die Heidelbeere nach dem Sanddorn an zweiter Stelle des Strauchbeeranbaus. Der Anbau von Aronia, die sich zum Beispiel in Polen großer Beliebtheit erfreut und auch hierzulande als so genanntes Superfood mit mehrfach positiver Wirkung angeboten wird, stagniert hingegen in Brandenburg. Die Kultivierung ist langwierig: Die Pflanzen sind erst nach drei Jahren kräftig und mit 40 bis 60 Zentimetern groß genug, um ins Freiland umgesetzt zu werden. Danach dauert es weitere sieben bis neun Jahre, bis die Sträucher ihre Größe von bis zu zwei Metern erreicht haben und einen vollen Ernteertrag von vier bis zehn Kilo pro Strauch einbringen.

Die Blaubeeren machen es den Landwirten da leichter, zumindest in Ragösen biegen sich die Zweige der Sträucher unter den Beeren. Die reifen Früchte lassen sich mit der Hand leicht vom Zweig lösen und schmecken ausgesprochen süß und fruchtig. Dabei ist die Fruchtschale bei den Kulturheidelbeeren recht fest, so dass für die Kleidung keine Gefahr besteht.

Ganz anders sieht es in den Wäldern rund um Medewitz aus. Der Boden in dem Mischwald ist flächendeckend mit wilden Blaubeerpflanzen bewachsen. Die Beeren sind hier wesentlich kleiner, die Schale weicher. Schon nachdem man einige wenige gepflückt hat, sind die Hände voll bläulicher Flecke. Die Beeren sind weniger süß als die Früchte aus dem landwirtschaftlichen Anbau, ihr Aroma wird als kräftiger beschrieben. Während das Kilo Blaubeeren bei Mitic zwischen fünf und neun Euro kostet, ist die Ernte im Wald kostenlos.

Dafür allerdings auch ungleich unbequemer: in der Natur heißt es in die Knie gehen, Im Heidelbeergarten von Sladjana Mitic wachsen die Duke und Ruka in Schulterhöhe. Mit einem Körbchen um den Hals lassen sich die Früchte spielend leicht ernten. Und Sladjana Mitic blickt sogar großzügig darüber hinweg, wenn die eine oder andere Heidelbeere statt im Korb im Mund landet.

Von Andreas Koska

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