Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Die Bluttat wird Borkheide verändern
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Bluttat wird Borkheide verändern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 11.04.2017
Beweissicherung am Tatort in Borkheide. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Borkheide

Die Evangelische Kirchengemeinde Borkheide will den Gottesdienst am Karfreitag mit einem Gedenken an Ilona F. beginnen. Die 58-Jährige war am Wochenende Opfer eines Verbrechens geworden. Nach den bisherigen Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft Potsdam hatte sie ihr 17-jähriger Sohn getötet.

Die fast 2000 Einwohner des Ortes sind fassungslos. „Deshalb soll es beim Karfreitagsgottesdienst zunächst einen Moment des Schweigens vor der Kirche geben“, sagt Jonas Roth. Er ist in der Jungen Gemeinde aktiv und hat die Anregung zu diesem Gedenken gegeben. „Der Gottesdienst sollte ohnehin stattfinden“, sagt Clemens Bloedhorn. Der Pfarrer hatte dem Anlass entsprechend Tod und Trauer zum Thema gewählt und wird nun, wie er sagt, den aktuellen Anlass integrieren.

Quelle: Julian Stähle

Der Wunsch, mit anderen Menschen zu gedenken

Doch gebe es nach den Geschehnissen offenbar das Bedürfnis nicht nur unter den Gläubigen, zu einer bestimmten Zeit gemeinsam an einem festgelegten Ort inne zu halten. Clemens Bloedhorn hat sich zudem mit Bürgermeister Andreas Kreibich über das Vorgehen verständigt.

Quelle: Julian Stähle

Positive Erfahrungen habe man bereits im Dezember des vergangenen Jahres nach dem terroristischen Anschlag auf dem Rudolf-Breitschad-Platz in Berlin sammeln können. Auch da war es vielen Menschen ein großes Bedürfnis, sich am Tag nach der Gewalttat zu versammeln – seinerzeit im Nachbarort Borkwalde. „Vor der Kirche und für jeden offen“, wie Sabine Borchert betont. „Denn es geht in erster Linie um das Schicksal von Menschen.“ Insofern sei es für die Mitglieder des Gemeindekirchenrates unerheblich, dass die Getötete nicht zur Kirchengemeine gehörte. „Sie war Mensch“, betont die Vorsitzende im MAZ-Gespräch. Sie ahnt, „dass so ein Ereignis den Ort insgesamt auf jeden Fall verändern wird.“

17-Jähriger Sohn sitzt weiter in U-Haft

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern unvermittelt an. Bis heute seien allerdings die Leichenteile, die die Ermittler im Garten am Haus von Ilona F. in der Beelitzer Straße gefunden haben, noch nicht identifiziert worden. Es sei ungewiss, ob dies vor den Osterfeiertagen noch geschehen werde, hieß es am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft Potsdam. Auch habe es bisher keine weitere Vernehmung des 17-Jährigen gegeben. Er sitzt in der Justizvollzugsanstalt Wriezen in Untersuchungshaft.

Spurensuche am Tatort. Quelle: Julian Stähle

Eine frühere Bekannte von Ilona F. erinnerte sich in einem Facebook-Eintrag, wie sich die Borkwalderin über ihre Schwangerschaft gefreut habe. „Sie wollte dieses Kind unbedingt.“ Angesichts ihrer Kleinwüchsigkeit sei Ilona F. dem Sohn unterlegen gewesen: „Sie hatte keine Chance“, beklagt die Bekannte.

Der Gottesdienst in Borkheide beginnt um 11 Uhr.

Von René Gaffron

Neue Busse fürs neue Unternehmen: Die Regiobus Potsdam Mittelmark GmbH löst dieses Jahr 18 ältere Wagen ab. Zunächst rollen jetzt in Dienst gestellte vier Neuwagen im Raum Werder/Havel. Offiziell wird die praktisch schon erfolgte Fusion der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft sowie der Verkehrsgesellschaft Belzig zur Jahresmitte besiegelt – dann aber rückwirkend.

14.04.2017

Der 17-Jährige, der in Borkheide (Potsdam-Mittelmark) seine Mutter getötet haben soll, war zuvor bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Vor nicht allzu langer Zeit soll er seine Mutter bedroht haben. Auch Nachbarn bemerkten, wie der Junge auf die schiefe Bahn geriet. Unklar ist derweil noch, wann die Frau ums Leben gekommen ist.

11.04.2017

Wolfssichtungen gibt es schon eine Weile bei Bensdorf (Potsdam-Mittelmark). Jetzt ist zum ersten Mal ein Nutztier Opfer der Räuber geworden. Landwirt Guido Tonne machte die schreckliche Entdeckung auf einer Koppel. Ein Wolf hatte von einem erst wenige Tage alten Kälbchen fast nur noch die Knochen übrig gelassen. Bürgermeister Bernd König warnte schon vor Wochen.

14.04.2017
Anzeige