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Die Chronistin mit der Katzensammlung

Menschen im Fläming Die Chronistin mit der Katzensammlung

Karin Hanusch musiziert, tanzt, schreibt Bücher – und sammelt Katzen. Keine lebendigen, natürlich, sondern kleine Nachbildungen. Die ehemalige Lehrerin genießt ihren Ruhestand in Brück und hat in diesem Jahr noch zwei große Feste zu feiern. Ihre Hauptaufgabe aber sieht Karin Hanusch woanders.

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Karin Hanusch mit einem kleinen Teil der Katzensammlung

Quelle: Andreas Koska

Brück. Rund 400 Katzen aus Glas, Holz, Keramik und Stoff als Kissen, Türvorleger, Aschenbecher und Serviettenringhalte, dazu Becher und anderes schmücken die Räume im Brücker Haus von Karin Hanusch. „Den Katzen gehört meine Leidenschaft“, bekennt die pensionierte Lehrerin. Dabei ist Karin Hanusch eine außerordentlich seriöse Erscheinung; die Katzensammlung scheint nicht in dieses Bild zu passen.

Über Linthe und Niemegk nach Brück

Die Brücker kennen sie als Chronistin des Planestädtchens. Sechs Bücher mit Geschichten aus Brück und Umgebung hat sie veröffentlicht. Der siebte Band ist in Vorbereitung. „Für jedes Jahr in Brück ein Band“, sagt Hanusch. Im März 2009 bezog sie gemeinsam mit Ehemann Klaus nach Zwischenaufenthalten in Linthe und Niemegk ihr Häuschen.

Ursprünglich stammt Hanusch aus Potsdam, hier besucht die heute 74-Jährige die Schule, studierte später Geschichte und Deutsch auf Lehramt. Hier wurden auch ihre Kinder geboren. Hanusch unterrichtete an der Tagesschule 19 und später 29, wo sie bis zum Ausscheiden aus Krankheitsgründen im Jahr 1992 zwei Jahre Schulleiterin war. Bis 1997 lebte sie in der Landeshauptstadt.

Die Frau mit den Eisenhänden

Sie hat nicht nur Bücher geschrieben, sie liest für ihr Leben gern. Ihr allererstes Buch „Die Rumpelfrau“, das sie 1946 geschenkt bekam, hält sie bis heute in Ehren und auch das erste Buch der drei Jahre älteren Schwester steht in ihrem Bücherschrank. „Sie hat mir verboten es anzufassen, da ich „Eisenhände“ habe, so habe ich mir „Peterchens Mondfahrt“ auf dem Trödel gekauft , gelesen und neu gebunden“, lacht Hanusch.

Zu Weihnachten und Geburtstag gab es für sie immer Bücher, das Ehepaar Hanusch gehörte später einem Buchklub an, auch hier gab es eine monatliche Lektüre. „In der Potsdamer Privatbibliothek hatte meine Frau 15.000 Bücher“, erzählt Klaus Hanusch. Er weiß das ganz genau, schließlich musste er die Bände einst für den Abschluss einer Versicherung zählen.

Viele Talente, viele Hobbys

Durch die Umzüge wurde die Bibliothek kleiner, eindrucksvoll aber ist sie noch immer. Neben der Lektüre fasziniert Hanusch auch die Musik. Als Schülerin spielte sie in einem Quintett Blockflöte, belegte sogar einmal den 1. Platz bei einem Volkskunstausscheid in Leipzig.

Während des Studiums gehörte Karin Hanusch dem Stephan-Hermlin-Ensemble an, hier sang sie und sollte später eine zweibändige Chronik des Ensembles veröffentlichen, ihr erstes größeres Werk. Jetzt singt sie noch bei der „Liederkranz“ -Singgemeinschaft in Brück und tanzt in zwei Seniorentanzgruppen.

Karin Hanusch denkt an die Nachfahren

Und Karin Hanusch belässt es nicht bei Chroniken ihrer Umgebung: Die achtbändige Familienchronik wird laufend fortgeschrieben. „Ich habe die Generation vor mir gelöchert, interviewt und alles aufgeschrieben, so bleibt es auch für meine Enkel erhalten“, sagt Hanusch.

Darüber ist sie froh, da inzwischen Eltern, Onkel und Tanten verstorben sind. Ihre eigene Geschichte beginnt mit dem Bombardement Potsdams am 14.04.1945. Diese Nacht von Potsdam ist Karin Hanuschs früheste Kindheitserinnerung, sogar die erste Puppe fand erst drei Jahre später zur kleinen Karin. Gehegt und gepflegt wird dieses Erinnerungsstück an die Kindheit bis heute.

Am 12. Juni wird Karin Hanusch ihren 75. Geburtstag feiern, kurz darauf steht die Goldene Hochzeit des Paares ins Haus. „Dreiviertel meines Lebens liegen hinter mir“, sagt sie, „aber ich habe noch Ziele und die verfolge ich mit all meiner Kraft.“

Von Andreas Koska

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