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Potsdam-Mittelmark Fahrschule wird immer digitaler
Lokales Potsdam-Mittelmark Fahrschule wird immer digitaler
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05:34 09.08.2018
Fahrlehrer Wolfgang Patzsch mit seinen beiden Schülern Maik und Marvin Schwarz. Quelle: Nicole Grund
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Borkheide

Computer, Beamer, Apps auf dem Smartphone – auch in der Führerscheinausbildung hat in den vergangenen Jahren die moderne Technik Einzug gehalten. Fahrlehrer Wolfgang Patzsch aus Borkheide geht mit der Zeit und passt seinen Unterricht den neuen Gegebenheiten an.

Denn mittlerweile sind Computer und anderer mobile Endgeräte nicht mehr wegzudenken. Die Verlage für Fahrschulen und Verkehrserziehung stellen für die Ausbildung Software, sowie Bild- und Tonmaterial zur Verfügung. „Das ist eindeutig eine Verbesserung im Vergleich zu früher“, gesteht der 64-jährige Patzsch. „So werden uns neue Möglichkeiten geboten und es ist auch anschaulicher für die Schüler.“

Theorieprüfung an Computern

Für die Vorbereitung auf die Theorieprüfung werden zwar noch immer Papierbögen angeboten, aber überwiegend nutzen die Fahrschüler die neuen Angebote. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, sich eine App auf das Smartphone herunterzuladen oder am Tablet oder PC mit entsprechenden Programmen zu üben.

Auch die Theorieprüfung findet an Computern statt. Das Programm wählt aus einem umfangreichen Fragenkatalog zufällig die Aufgaben aus, die der Fahrschüler zu beantworten hat. „Ein Vorteil dieser digitalen Prüfung ist, dass der Prüfling sofort sein Ergebnis mitgeteilt bekommt und eventuell falsch beantwortete Fragen noch einmal einsehen kann“, sagt Patzsch.

Führerschein mit 17 seit 2006

Wolfgang Patzsch betreibt sowohl eine Niederlassung seiner Fahrschule in Borkheide als auch in Potsdam.

Gegenwärtig beschäftigt er noch zwei weitere Angestellte. Früher waren es bis zu fünf Beschäftigte.

Seit Februar 2006 kann man in Brandenburg den Führerschein mit 17 erwerben – unter der Auflage zunächst nur in Begleitung eines älteren, erfahrenen Beifahrers am Straßenverkehr teilzunehmen.

Die Fahrschüler, die am begleiteten Fahren teilnehmen, werden ausgebildet wie jeder Fahrschüler der Klassen B und BE.

Nach der bestandenen Prüfung erhält man zunächst eine Prüfungsbescheinigung – der Kartenführerschein muss später extra beantragt werden.

Brandenburg will an einem Modellversuch teilnehmen, der das Begleitete Fahren mit 16 erproben soll.

Der Ausbilder, der seit 1980 als Fahrlehrer tätig ist, kann sich aber noch gut an die Anfänge erinnern – als mit Polylux und Folien gearbeitet wurde. „Wir haben dann auf den Folien geschrieben und gemalt, um den Fahrschülern die Verkehrsregeln zu vermitteln“, erzählt er.

Die Einführung des Führerscheins mit 17 – auch Begleitetes Fahren (BF17) genannt – sieht Wolfgang Patzsch generell als eine positive Entwicklung an. „Es gibt Schüler, die das wirklich gut machen“, sagt er. „Sie fahren fleißig mit ihrem Begleiter. Dieser kann sie noch weiterschulen und in gewissen Situationen lenken.“ Dennoch schränkt er ein: „Andere fahren bis zu ihrem 18. Geburtstag nicht mehr. Die haben dann ein ganzes Jahr nichts angewandt – und das kann gefährlich sein.“

Fahrlehrer Wolfgang Patzsch (64) geht mit der Zeit. Auch in seiner Fahrschule hat die Digitalisierung Einzug gehalten - statt mit dem Polylux wird jetzt mit dem Beamer gearbeitet. Quelle: Nicole Grund

Trotzdem ist der Führerschein mit 17 ein Erfolg. „Denn die Unfallzahlen bei den 17- bis 24-Jährigen sind zurückgegangen“, kann der erfahrene Ausbilder berichten. Er könne sich auch Möglichkeiten vorstellen, um die Fahrerlaubnis noch früher zu machen – denn: „Gerade in ländlichen Regionen mit einem schlechten öffentlichen Nahverkehr ist man auf das Fahren angewiesen.“

Wolfgang Patzsch bietet in seiner Fahrschule keine speziellen Ferienkurse an. Er kann aber berichten, dass die Zeit in den Ferien vor allem für die praktischen Fahrstunden genutzt wird. „Allerdings ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Prüfungstermine begrenzt. Man bekommt seinen Führerschein also nicht zwangsläufig schneller“, sagt er.

Kaum Zeit, Gelerntes zu verinnerlichen

Auch Intensivfahrkurse sieht der 64-Jährige kritisch. Die Theorie und die Praxisstunden werden in kürzester Zeit absolviert. Man benötige aber schon eine gewisse Stundenanzahl, um einen Fahrschüler wirklich prüfungsreif zu machen. Es sei auffallend, dass diese Schüler mehr Prüfungsversuche benötigten. Das sei seiner Meinung nach auch darauf zurückzuführen, dass die Auszubildenden kaum Zeit haben, dass Gelernte richtig zu verinnerlichen.

Ansonsten kann die Ausbildungszeit bei einigen Wochen oder einigen Monaten liegen. Es komme dabei immer auf den Fahrschüler und seine zur Verfügung stehende Zeit an. Außerdem hat Patzsch den Eindruck, dass die Theorieprüfungen schlechter laufen. Er führt das auf Folgendes zurück: „Die Jugendlichen lassen sich Zeit und machen nicht gleich nach dem Unterricht die Prüfung.“ Fahrschüler Maik Schwarz bestätigt das. Im falle die Theorie schwerer. „In der Praxis bin ich nicht durchgefallen“, sagt er.

Saisonalen Schwankungen unterworfen

Außerdem sei die Fahrschule auch saisonalen Schwankungen unterworfen. Insbesondere die Wintermonate seien eher schwach belegt. „Keiner will bei Eis und Schnee fahren lernen. Erst im Frühjahr wachen die Fahrschüler auf“, berichtet der Fahrlehrer lachend. In den Ferien seien dagegen die Theoriekurse eher schwach besucht.

Zurzeit nimmt nur ein Schüler am Theorieunterricht in der Niederlassung von Wolfgang Patzschs Fahrschule in Borkheide teil. Dieser betrachtet den Umstand aber nicht als einen Nachteil. „Man kann sich im Einzelunterricht besser konzentrieren und der Fahrlehrer kann sich besser um einen kümmern“, berichtet Marvin Schwarz.

Wolfgang Patzsch kann nach all den Jahren als Fahrlehrer aber immer noch sagen, dass ihm sein Beruf Freude bereitet: „Es macht so viel Spaß, dass es auch mein Hobby sein könnte.“

Von Nicole Grund

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