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Die Fläming-Quellen werden verkauft

Wiesenburg Die Fläming-Quellen werden verkauft

Die Fläming-Quellen werden verkauft. Zumindest gibt die Gehring-Bunte-Gruppe nach mehr als 22 Jahren die Flaschen-Abfüllung dort ab und konzentriert am Wiesenburger Standort ihre Getränkeproduktion für Kartons. Die Auswirkungen für die drei Dutzend Beschäftigten sind noch nicht geklärt, die Gewerkschaft fordert Mitbestimmung.

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Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Die Mineralwasserhersteller sortieren den Markt offenbar neu. Bei der Fläming-Quellen-GmbH wird deshalb womöglich eine Ära zu Ende gehen. Die Gehring-Bunte-Gruppe will jedenfalls die hiesige Abfüllanlage von Plasteflaschen an die Urstromquelle GmbH & Co. KG Baruth/Mark verkaufen.

Sie bleibt freilich vor Ort. Während die mutmaßlich neuen Besitzer vorerst zu den laufenden Verhandlungen laut Günter Kutschera keine Stellung beziehen wollen, hat der bisherige Eigentümer die aktuell fast drei Dutzend betroffenen Kollegen zumindest darüber dieser Tage unterrichtet.

„Allerdings viel zu spät und noch lange nicht umfassend genug“, sagt Uwe Ledwig. Bei den Veränderungen bedarf es dringend mehr Information und Beteiligung des Betriebsrates, fordert der Sekretär der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG). „Wenn die Möglichkeit der Mitbestimmung nicht eingehalten wird, ist das strafbar.“ Der Plan des vorerst noch verantwortlichen Geschäftsführers Carsten Thomas Heß sieht demnach vor, am Bielefelder Stammsitz des für die Marke „Christinen“ bekannten Getränkeherstellers in zwei moderne Abfüllanlagen mit einer Leistung von je 40 000 so genannter PET-Flaschen je Stunde zu investieren. Die Inbetriebnahme ist schon für das Frühjahr vorgesehen.

„Carat“ ist das Beste

Die Gehring-Bunte Gruppe hat ihre Wurzeln im einem 1895 gegründeten westfälischen Familienunternehmen. Die Produktionsstätte im Wiesenburger Gewerbegebiet gibt es seit 1994.

In besten Zeiten waren 60 Mitarbeiter dort tätig

40 Kubikmeter dürfen den hiesigen Quellen pro Stunde entnommen werden, damit sie sich per Zulauf regenerieren können. Tatsächlich gefördert werden kaum die Hälfte.

Neben Mineralwasser – schon vielfach preisgekrönt ist die Sorte „Carat“ – werden zahlreiche alkoholfreie Erfrischungsgetränke mit dem vor Ort geförderten nassen Element produziert.

2014 wurden laut Geschäftsführung etwa 130 Millionen Plastikflaschen und 40 Millionen Tetrapaks in der „Perle des Flämings“ für den Verkauf im In- und Ausland abgefüllt.

„Der zweite Standort konzentriert sich künftig vollständig auf die Produktion von Getränken in umweltfreundlichen Tetra-Packungen, deren Sortiment zudem sukzessive erweitert werden wird“, sagt Daniel Haussmann. Dafür werde kommendes Jahr in der Mark ein neuer Betrieb aufgebaut. Wie das genau vonstatten gehen wird, kann der Sprecher auf MAZ-Nachfrage freilich noch nicht sagen. Die Aufteilung der Produktionslinien sei jedenfalls sorgfältig abgewogen worden.

Wie aus informierten Kreisen zu vernehmen war, wird sich die Gehring-Bunte-Gruppe hierzulande wohl nur noch in das Domizil einmieten.

Denn nicht nur schlicht die Flaschenabfüllung wird abgegeben, sondern wahrscheinlich der Betrieb samt Grund und Boden sowie Brunnen veräußert. Während der Rubel für den kristallklaren Schatz rollt, der aus bis zu 165 Metern Tiefe gefördert wird, kann die mittelfränkische Schaeff-Gruppe einen solchen in ihrem Portfolio gewiss noch gut gebrauchen.

Denn 2008 war beispielsweise die Produktqualität an ihrem Standort im Nachbarkreis Teltow-Fläming von der Stiftung Warentest heftig kritisiert worden.

Die Gewerkschaft hat die Altmühltaler, die vornehmlich für Discounter ihre Erzeugnisse herstellen, derweil im Visier, weil sie dem Vernehmen nach über ihre eigens gegründete Personal-Unternehmung jegliche Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte einschränkt. Ohnehin sind in Wiesenburg die guten alten Zeiten längst vorbei.

Nach Einstellung der Glasflaschen-Produktion und Abwicklung des Fuhrparks, was vor sieben Jahren 26 Stellen gekostet hat, ist die Zahl der Mitarbeiter zwar wieder angewachsen. Jedoch ist ein Drittel nur als Leiharbeiter beschäftigt. Wie es dort weiter geht, soll Ende des Monats erörtert werden.

Von René Gaffron

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