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Die Flaniermeile kommt vorerst nicht

Bad Belzig Die Flaniermeile kommt vorerst nicht

Der von vielen diskutierte Plan, in Bad Belzig eine Bummelmeile zu errichten, liegt auf Eis. Die Stadtverordneten konnten sich nicht darauf einigen, die Straße der Einheit zur Fußgängerzone umzugestalten. Im Zuge der Erneuerung der Niemegker Straße kam das Thema erneut auf. Damit ist klar, dass in der Sache wohl auch in den kommenden zwei Jahren nichts passieren wird.

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Autos krachen auf schneebedeckter Straße ineinander

Der Verkehr fließt – bis auf weiteres auch durch die Straße der Einheit in Bad Belzig.

Quelle: Christin Iffert

Bad Belzig. Der Bummelboulevard im Zentrum der Kur- und Kreisstadt, sollte er überhaupt gewollt sein, muss noch warten. Mit Blick auf die erst vor wenigen Tagen begonnene Erneuerung der Niemegker Straße und den dann laut Plan folgenden Ausbau der Brandenburger Straße scheint die Mehrheit die Stadtväter derzeit nicht gewillt, über Bestand, Umgestaltung oder gar Sperrung der Straße der Einheit diskutieren zu wollen. Die Entscheidung scheint damit um mindestens zwei Jahre vertagt.

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„Es gibt derzeit an Ort und Stelle ein ganz andere Verkehrsflüsse und -aufkommen“, erklärte Roland Leisegang (parteilos) in der Zusammenkunft des städtischen Bau- und Planungsausschusses diese Woche.

Bürgermeister ist deutlich dagegen

Nach Einschätzung des Bürgermeisters brauche es dort gegenwärtig kein Versuchsfeld. Statt dessen sollte erst nach Abschluss der Vorhaben nach praktikablen Lösungen gesucht werden. Zu dieser Meinung sei schon der Fachausschuss vorgeschaltete Arbeitskreis mit Politikern, Verwaltern und Fachleuten gelangt, wie es hieß.

Jürgen Gottschalk stellte dieses Ergebnis in Frage, weil das Gremium im Wählersinne nicht repräsentativ sei. „Schon gar nicht ist die Empfehlung bindend“, so der CDU-Abgeordnete. Fraktionskollege Tobias Paul kritisierte, dass die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Potsdam-Mittelmark nicht wie geplant im städtischen Ausschuss angehört wurde, sondern lediglich in der nicht öffentlichen Runde.

Bauamtsleiter berichtet den Stadtverordneten

„Dort hat sie allerdings nicht erklärt, welcher Weg zum Ziel führen könnte“, berichtet Christoph Grund. „Vielmehr wird dort immer nur auf einen Antrag reagiert“, stellte hiesige Bauamtsleiter dar.

Einigkeit herrscht demnach lediglich darüber, dass von Verkehrsberuhigung und Lärmschutz die historische Altstadt – quasi zwischen Berliner Straße und Puschkinstraße in Norden und Westen bis zur Berliner Straße im Südosten bis zur nur noch für Fahrzeuge mit weniger als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht offen sein soll.

Ab und zu verirren sich Schwerlaster in die City

Ausnahmen für Linien- und Lieferverkehr sollen erlaubt werden. Zu dem Zweck soll die Stadtverordnetenversammlung im April die sogenannte Teileinziehung beschließen. Betroffene können schon im Verfahren drei Monate lang ihre Bedenken äußern und später nötigenfalls eine Sondererlaubnis gegen Entgelt beantragen. Bislang galt eine Begrenzung von 12,5 Tonnen.

Dennoch haben sich mitunter Schwerlastzüge in den Stadtkern verirrt. Deshalb wurde in der jüngsten Debatte wieder gefragt, ob und wie intensiv die Einhaltung der Regeln kontrolliert werden kann.

Grüne Schwill will das Thema nicht auf die lange Bank schieben

Was die Perspektive angeht, so war Ursula Schwill (Bündnis 90/Die Grünen), nicht dafür alles auf die lange Bank zu schieben: „Nach der Baustelle ist immer wieder vor der Baustelle!“, sagte sie.

Die Kontroverse hält ohnehin an. „Die Senioren – und das sind viele – wollen die Verkehrsberuhigung in der Stadtmitte“, sagte Jürgen Gottschalk. Er sei zwar Vorsitzender des Seniorenbeirates, dürfe aber nicht für alle sprechen, belehrte ihn Holger Kögel. Der Apotheker gehört als vom Gewerbeverein nominierte sachkundiger Einwohner dem Ausschuss an.

„Die Senioren, die wir kennen, sind darauf angewiesen, per Auto in die Innenstadt fahren und die Geschäfte auf kurzem Wege erreichen zu können“, sagte er.

Von René Gaffron

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