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Die Freude am Spiel mit den Farben

Bad Belzig Die Freude am Spiel mit den Farben

Die Malerei sieht Ilona Burmeister-Peters als ihr Lebenselixier. Die Herbst- und Wintermonate sind für die 57-Jährige aus Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) die ideale Zeit, um sich endlich wieder von Pinsel und Farben verführen zu lassen. Im Laufe der Jahre hat sie bereits eine Reihe von Ausstellungen bestritten.

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Farbenfroher Blick auf die Feste hoch über Bad Belzig: Burg Eisenhardt in Aquarell.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. Bei der Aktion „Offene Ateliers“ will sie wieder dabei sein. „Im kommenden Jahr nehme ich wieder teil“, sagt Ilona Burmeister-Peters fest entschlossen. In den vergangenen zwei Jahren war es still um die Künstlerin geworden, die ihre Werke bereits in unzähligen Ausstellungen gezeigt hat. Zwischenzeitlich in Bad Belzig zu Hause und zum zweiten Mal verheiratet, will sich die 57-Jährige jetzt wieder mehr der Malerei widmen.

Die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate wertet sie als idealen Zeitpunkt, um sich endlich wieder von Pinsel und Farben verführen zu lassen. Dieser Tage waren es die Blüten der ersten Amaryllispflanzen, von denen die Künstlerin fasziniert war und prompt einige Skizzen fertigte.

Öl, Acryl und Aquarell

Ilona Burmeister-Peters, geboren 1960 in Brück, absolvierte von 1976 bis 1978 eine Ausbildung zur Baufacharbeiterin in Brandenburg an der Havel. Anschließend studierte sie Hochbau.

Sie malt mit Öl-, Acryl- und Aquarellfarben. Neben Blumenmotiven, Landschaften und Stillleben gehört ihre Leidenschaft auch der Architekturmalerei.

Neben der Borner Bockwindmühle hat die Künstlerin bereits Schlösser, Herrenhäuser und Burgen der Region sowie viele Flämingkirchen gemalt.

Im Jahre 2009 illustrierte sie das Kinderbuch „Luca auf der Suche nach dem Weihnachtsstern“.

Vier dicke Fotoalben, in denen sie Erinnerungen an die vielen Ausstellungen aufbewahrt, dokumentieren zugleich auch ihre künstlerische Entwicklung. „Ich habe schon als Kind leidenschaftlich gern gemalt“, erzählt die 57-Jährige Mutter von zwei erwachsenen Kindern. In der Schulzeit wurden ihre Zeichnungen auch von den Lehrern für gut befunden. Der Gedanke, mit der Malerei irgendwann einmal den Lebensunterhalt zu bestreiten, kaum ihr damals jedoch nicht in den Sinn.

Nach Schule und Berufsausbildung blieb ohnehin keine Zeit für das eigentliche Hobby. Schließlich absolvierte die junge Frau auch noch ein Bauingenieursstudium, sodass die Malerei in Vergessenheit geriet. Bis in die Mitte der 1990er Jahre war Ilona Burmeister-Peters in verschiedenen Einrichtungen und Betrieben in ihrem Beruf tätig. Dann war sie innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal von Arbeitslosigkeit betroffen. „Ich war damals über 40. Eine neue Arbeit zu finden, war fast unmöglich.“ Den Kopf in den Sand zu stecken, kam für sie jedoch nicht in Frage. Im Gegenteil.

Ilona Burmeister-Peters  in ihrem Atelier

Ilona Burmeister-Peters in ihrem Atelier.

Quelle: Christiane Sommer

Mit der Wende war zugleich die vergessene Leidenschaft wieder erwacht. Farben, Pinsel, Papier und andere Zeichenutensilien waren plötzlich in Hülle und Fülle erhältlich und hatten ihr Interesse an der Malerei wieder entflammt. Sie begann, Blumen und Stillleben mit Öl-, Acryl- und Aquarellfarben vor der Vergänglichkeit zu bewahren. Was nicht unbemerkt blieb. „1998 wurde ich zum ersten Mal gefragt, ob ich meine Bilder nicht ausstellen würde.“

Als sich das Jahr dem Ende neigte, lagen bereits drei erfolgreiche Ausstellungen hinter ihr. Einer der ersten, der sofort von ihren Bildern begeistert war, war der Borner Werner Sternberg. In dieser Folge hat Ilona Burmeister-Peters die Borner Bockwindmühle gut zehn Mal gemalt. In den verschiedenen Jahreszeiten, aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit wechselnden Lichtverhältnissen. Die Fotoalben zeigen auch Fotografien von diesen Werken.

„Herbst“ ist der Titel dieser Arbeit

„Herbst“ ist der Titel dieser Arbeit.

Quelle: Christiane Sommer

Im Jahr 2000, damals noch in Dippmannsdorf zu Hause, wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Als freiberuflich tätige Malerin machte Ilona Burmeister-Peters das Hobby zum Beruf. Zwei Jahre später wurde sie jedoch von einer schwere Krankheit aus der Bahn geworfen. Erst 2005 war die Bauingenieurin wieder in der Lage, an die künstlerischen Erfolge anzuknüpfen. Die Malerei half, das Erlebte zu verarbeiten. „Aus künstlerischer Sicht war diese Zeit meine erfolgreichste.“

Kastanien

Kastanien.

Quelle: Christiane Sommer

Kurze Zeit darauf musste sie sich einer weiteren Herausforderung stellen. „Von der Kunst allein konnte ich nicht leben“, erklärt Burmeister-Peters ihre Situation nach dem Scheitern der ersten Ehe. Weshalb die Malerei wieder an zweite Stelle in ihrem Leben rücken musste. Mit einer Stelle als Sekretärin in den Pfarrämtern Lütte und Golzow verdiente sie fortan ihren Lebensunterhalt. Zwischenzeitlich ist sie in den ambulanten Begleitdienst der Diakonie gewechselt und hat sich mit ihrem zweiten Ehemann in Bad Belzig ein neues zu Hause aufgebaut - mit einem Atelier natürlich.

Und die Malerei? Die sieht Ilona Burmeister-Peters als Lebenselixier an und freut sich auf das Spiel mit den Farben.

Von Christiane Sommer

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