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Die Geschichte vom Ritter Sloteko

Autorin gibt neues Buch raus Die Geschichte vom Ritter Sloteko

In ihrem neuen Buch ist Marianna von Klinski-Wetzel aus Wildpark-West der rätselhaften Geschichte vom Ritter Sloteko auf den Grund gegangen. Dafür wühlte sie in mittelalterlichen Urkunden und reiste dem Ritter ein wenig hinterher. Sloteko taucht nicht nur im Zusammenhang mit Werders Ersterwähnung auf.

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Marianna von Klinski-Wetzel stellt ihr neuestes Buch vor.

Quelle: Luise Fröhlich

Wildpark-West. Die Reise ins Mittelalter ist für Marianna Klinski-Wetzel nach fast zehn Jahren beendet. So lange hat die Autorin mit Pause an ihrem neuen Buch über den Ritter Sloteko gearbeitet, das sie nun veröffentlicht hat. „Mein Ritter“ nennt sie Sloteko, wenn die Frau aus Wildpark-West über ihn spricht und es zeigt einmal mehr, wie viel Herzblut sie in die Forschung gesteckt hat.

Das Ergebnis wiegt 1,7 Kilo und ist mit 424 Seiten und 154 Abbildungen das zweitdickste Buch von Marianna Klinski-Wetzel. Es trägt den Titel „Aus der alten Geschichte der Mark Brandenburg: Ritter Sloteko und seine Reisen mit dem askanischen Hof“. Konkret geht sie darin der steilen Karriere auf den Grund, die der Ritter in seinen 14 Dienstjahren hingelegt hat. Um ihn ranken sich variierende Sagen, wie die 78-Jährige sagt. „Der Ritter ist sehr rätselvoll. Ich dachte, es müsste doch möglich sein, herauszufinden, wo er herkommt.“

126 gültige Urkunden gefunden

Pünktlich im Jahr des 700. Stadtgeburtstags Werders stellte sie das Buch fertig. Denn es heißt, der Ritter Sloteko hätte im Jahr 1317 die Insel Werder an der Havel an den Abt und die Mönche des Klosters Lehnin verkauft. Aber woher kam dieser Ritter? Sloteko begleitete als Angehöriger des Dienstadels seine Dienstherren auf Reisen durch die Mark Brandenburg. An vielen Stellen hat er Spuren hinterlassen. Marianna von Klinski-Wetzel reiste dem Ritter gemeinsam mit ihrem Mann Peter Wetzel ein wenig hinterher. Erste Station: Spandau. Das war im Jahr 2008 die erste Anlaufstelle und die Zitadelle das erste Fotomotiv. Parallel zu den Reisen und Ausflügen durchforstete sie mehr als 30 Urkundenbücher, unter anderem das Pommersche Urkundenbuch.

Marianna von Klinski-Wetzel

Marianna von Klinski-Wetzel

Quelle: Privat

Gefunden hat sie 126 gültige Urkunden, in denen Ritter Sloteko erwähnt wurde. In 38 Reisezielorten haben sich die Markgrafen und ihr Gefolge verewigt. Meistens deshalb, weil die Markgrafen Hermann, Johann V. und Waldemar Beurkundungen vorgenommen haben, an denen Sloteko teilnahm. In der Folge machte der Ritter in kirchlichen und höfischen Ämtern Karriere. 1305 tauchte er als Schreiber auf, 1313 wurde er als Domherr im Domkapitel Camin betitelt, 1315 zum Hof-Truchsess erhoben und wurde in diesem Jahr Probst von Demmin. „Es ist ein und dieselbe Person, die hier in den Urkunden angegeben worden ist“, versichert Marianna von Klinski-Wetzel.

Zeit des Mittelalters lässt sich in Gänze schlecht beurteilen

Wie sich herausstellte, war Ritter Sloteko kein armer Mann, wie es in manchen Sagen angenommen wurde. „Seine Familie hatte Einfluss, die Vorfahren stammten aus Schleswig-Holstein und waren wichtige Personen am Hof“, so die Autorin. Familie und Herkunft des Ritters sind detailliert in einem eigenen Kapitel des Buches aufgeführt.

Hinter Marianna von Klinski-Wetzel liegt eine Menge Forschungsarbeit. Bis 2013 hatte sie durchgehend an einem ersten Manuskript für das Ritter-Buch gearbeitet, dann kam die Anfrage, ob sie am Werder-Band mitschreiben könnte. So blieb der Ritter eine Weile liegen. Erst nachdem sie das Buch „Zur alten Geschichte von Werder a. d. Havel – vom Jahr 1317 bis zum Jahr 1740“ im Oktober 2016 veröffentlich hatte, näherte sie sich Sloteko wieder an.

Wo das Buch zu haben ist

Mit der Herrschaft der Askanier ab Mitte des 12. Jahrhunderts beginnt sich ein Territorialstaat herauszubilden. Dieser muss verwaltet werden. Allerdings gab es noch keinen zentralen Regierungsort, so dass der Hof reisen muss – und zwar unter beschwerlichen Bedingungen. Mit dem Hof reisen immer alle wichtigen Regierungsbeamten. Als solcher taucht Sloteko im 14. Jahrhundert auf.

Das im Selbstverlag erschienene Buch ist für 39,50 Euro bei „Internationales Buch“ in Potsdam und der Buchhandlung Hellmich in Werder erhältlich. 300 Exemplare wurden gedruckt.

Das Fazit: „Wir können die Zeit des Mittelalters schlecht beurteilen. Es ist immerhin 700 Jahre her und wir können mit den Urkunden nur ausschnittsweise reinschauen.“ Die Pause sei hilfreich für die Autorin gewesen, weil sie in der Zwischenzeit viel dazugelernt habe und zeitgleich immer mehr Urkunden im Internet zu finden waren. Das habe die Recherche deutlich vereinfacht. Nach vier im Selbstverlag erschienenen Büchern will Marianna von Klinski-Wetzel jetzt eine Pause einlegen.

Info: Am 11. November stellt sie um 14.30 Uhr das neue Buch in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam vor.

Von Luise Fröhlich

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