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Die Helfer organisieren sich

Kloster Lehnin: Vorbereitung auf Flüchtlinge Die Helfer organisieren sich

In Kloster Lehnin bereitet sich eine ehrenamtliche Arbeitsgemeinschaft auf die Ankunft der Flüchtlinge in Damsdorf vor. Rund 40 Männer und Frauen wollen Bekleidung sammeln, Deutsch- und Kochkurse geben, Fahrdienste einrichten, beim Dolmetschen helfen, und für Integration durch Sport und Kunst sorgen.

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In der Damsdorfer Kaserne sollen einmal bis zu 600 Flüchtlinge übergangsweise leben. So plant es jedenfalls der Landkreis.

Quelle: V. Maloszyk

Damsdorf. Sie wollen Bekleidung sammeln, Deutsch- und Kochkurse geben, Fahrdienste einrichten, beim Dolmetschen helfen, und für Integration durch Sport und Kunst sorgen. Rund 40 Männer und Frauen aus Kloster Lehnin und Umgebung haben am Mittwoch in der Damsdorfer Grundschule eine Arbeitsgemeinschaft „Flüchtlinge“ (AG) gegründet.

„Uns verbindet die Frage, wie wir helfen können. Die Menschen, die zu uns kommen werden, haben sehr viel Leid hinter sich. Es wird für uns eine große Herausforderung, sich um sie zu kümmern“, sagte Pfarrer Reinhard Danner. Der Damsdorfer Seelsorger gehört der am selben Abend gegründeten Koordinierungsgruppe an, die künftig die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer steuern will.

Ihm zur Seite stehen unter anderem Axel Schmidt, Susanne Weisheit, Hans-Hartwig Lau, Ingrid Krause, Maren Abt, Willi Schulze sowie Pfarrer Anselm Balbin als Kontaktperson zum Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg. Außerdem wird der Damsdorfer Ortsbeirat ein Mitglied in den Aufbaustab der AG entsenden.

Umfangreiche Umbauarbeiten

Die künftigen Helfer wollen sich in den nächsten Monaten auf die vom Landkreis angekündigte Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der früheren Damsdorfer Kaserne einstellen. Nach derzeitgen Plänen soll die alte Militärliegenschaft zu einem Übergangswohnheim für bis zu 600 Personen umgebaut werden (MAZ berichtete). Neue Details gebe es leider bislang nicht, so Kloster Lehnins Bürgermeister Bernd Kreykenbohm. Weder ist bekannt wann und wie viele Menschen eintreffen, noch aus welchen Ländern sie stammen.

Wegen der umfangreichen Umbauarbeiten wird davon ausgegangen, dass die ersten Flüchtlinge nicht vor Ende des Jahres in Damsdorf eintreffen werden. Kreykenbohm äußerte sich erfreut, dass sich so viele Bürger für ein ehrenamtliches Engagement entschieden haben.

Zusätzlicher Wohnraum

Potsdam-Mittelmark sieht sich einem ungeminderten Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern ausgesetzt. Deshalb muss der Landkreis kurzfristige Lösungen für deren Unterbringung schaffen. So dient derzeit die Turnhalle des kreiseigenen Gymnasiums in Michendorf als Notquartier. Es soll zum Schuljahresbeginn aufgelöst werden. Die Flüchtlinge ziehen zum Brücker Übergangswohnheim um, wo winterfeste Containerquartiere errichtet werden.

Die Kaserne Damsdorf ist als Übergangswohnheim gedacht. In der Regel halten sich die Bewohner ein halbes Jahr in der Einrichtung auf. Danach werden sie in Abhängigkeit von ihrem Status auf dezentrale Standorte und Wohnungen verteilt. Doch Wohnungen sind knapp. Der Kreis will daher mit einer Förderrichtlinie privaten und kommunalen Hausbesitzern einen Anreiz geben, um Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Der Kreistag entscheidet am 24. September.

So sieht die Förderrichtlinie im Detail aus: Für 2015 und 2016 stellt der Kreis jeweils 200.000 Euro für die Schaffung von Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung. Die nächste Bushaltestelle darf nicht weiter als zwei Kilometer entfernt sein. Im Umkreis von 15 Kilometer sollen Ärzte sein. Die Zweckbindung beläuft sich auf fünf Jahre. Die Höhe der Zuwendung richtet sich nach der Wohnungsgröße und beträgt maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten.

Unter den Menschen, die ihre Hilfe anbieten, sind Ärzte, Therapeuten, Seelsorger, Ruheständler, Studenten, Lehrer, Künstler und viele andere Bürger, die einfach da sein wollen, wenn sie gebraucht werden. So wie der ehemalige Lehniner Stiftsvorsteher Dieter Paul und seine Ehefrau Claudia, die nach einem zweijährigen Aufenthalt auf Malta wieder nach Rädel zurückgekehrt sind.

Auf der Mittelmeerinsel hatten sie die Leitung einer evangelischen Gemeinde übernommen und wurden fast täglich mit dem Flüchtlingselend konfrontiert. Dieter Paul bot an, seine Erfahrungen und Kontakte einzubringen. Gleichzeitig sprach er sich vehemet für dezentrale Unterkünfte aus. Für ihn seien 600 Flüchtlinge an einem Ort eine „vorprogrammierte Katastrophe“, so Paul.

Landrat soll Konzept erarbeiten

Der Damsdorfer Ortsvorsteher und Kreistagsabgeordnete Uwe Brückner (SPD) tut alles dafür, dass es erst gar nicht so weit kommt. Brückner ist Mitinitiator einer Beschlussvorlage der Kreistagskoalition aus CDU, SPD und Freie Bürger und Bauern (FBB). In dem Papier wird der Landrat aufgefordert ein Integrationskonzept für Potsdam-Mittelmark erarbeiten zu lassen. Darin soll es auch um eine angemessene Verteilung der Flüchtlinge auf möglichst viele Kommunen gehen. Auf die Tagesordnung des Kreistages kommt das Papier erst nach der Sommerpause.

Bekanntlich gibt es in Damsdorf trotz aller Willkommensbemühungen starke Bedenken gegen die Belegung der Kaserne mit 600 Personen. Sowohl der Damsdorfer Ortsbeirat als auch die Gemeinde Kloster Lehnin haben den Landkreis aufgefordert, eine Zuweisung in dieser Größenordnung noch einmal zu überdenken. Die AG „Flüchtlinge“ will jedenfalls vorbereitet sein.

Von Frank Bürstenbinder

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