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Potsdam-Mittelmark Die Marathonfrauen
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Marathonfrauen
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18:22 29.11.2016
Warmmachen für den Titel: Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) und Ulrike Stiller (r.) aus dem Einwohnermeldeamt. Quelle: Jens Steglich
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Nuthetal

Nuthetal nimmt 2017 Anlauf, „Sportlichste Kommune“ in Brandenburg zu werden. Argumente, warum Nuthetal den Titel verdient hätte, gibt es eine Menge. Die Gemeinde hat zum Beispiel erfolgreiche Sportvereine, Kanu- und Kunstradfahrer, den Nuthecrosslauf, die „Sportlichste Schule“ Brandenburgs (Otto-Nagel-Grundschule) und anderes mehr. Die Kommune will auch verstärkt Bewegungskurse für die Gesundheitsvorsorge ihren Angestellten anbieten (siehe Info-Kasten), um Ausfallzeiten zu minimieren. Zwei gute Gründe, den Titel zu bekommen, finden sich in der Gemeindeverwaltung – die Marathonfrauen von Nuthetal. Ulrike Stiller vom Gewerbe- und Einwohnermeldeamt und Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke), von denen hier die Rede ist, schrubben jedes Jahr unzählige Kilometer und liefen schon mehrfach den Supermarathon auf dem Rennsteig in Thüringen, der nicht bei Kilometer 42,195 endet. Der Supermarathon ist 73 Kilometer lang und die Strecke ziemlich bergig. Da ist der klassische New-York-Marathon, den Ulrike Stiller 2009 gelaufen ist, eine Trainingseinheit dagegen, die sie freilich nie vergessen wird. „Ich gucke mir jedes Jahr den New-York-Marathon im Fernsehen an. Da kommen die Erinnerungen hoch. Die Begeisterung der Zuschauer dort ist riesig“, erzählt sie. Und was war der bisher härteste Lauf? „Das Run & Bike-Rennen in Kloster Neuzelle“, sagt Stiller. Im Zweier-Team werden 100 Kilometer per Rad und im Laufschritt gemeinsam bewältigt. Während der Partner Rad fährt, läuft der andere nebenher und umgekehrt. „Wenn die Klosteruhr um Mitternacht schlägt, geht es los.“ Nach gut acht Stunden war das Ziel erreicht. So schnell wird es nicht gehen, wenn Ulrike Stiller ihren Plan umsetzt – sie will nächstes Jahr den Balaton umrunden. „Das sind etwa 240 Kilometer“, schätzt sie.

Ute Hustigs härtestes Rennen schlauchte nicht wegen der Streckenlänge. Beim Zehn-Kilometer-Lauf „Rund um den Müggelturm“ hatte sie es nicht nur mit den Müggelbergen zu tun. Zum Parcours gehörte auch, zwei Mal die Stufen zum Müggelturm hochzulaufen. „Es war schlimmer als der Rennsteiglauf“, erzählt die Bürgermeisterin. Sie trainiert in den Saarmunder Bergen. Den Strecken dort gab Familie Hustig eigene Namen. Da ist zum Beispiel die Heidi-Runde – benannt nach der jüngsten Tochter, die diese Strecke ausgewählt hatte. Bei der Saarmunder Rennsteigrunde läuft Ute Hustig dort entlang, wo Defa-Chefindianer Gojko Mitic 1965 im Film „Die Söhne der großen Bärin“ von einem Schurken am Pferd durchs Gras geschleift wurde. Als Mitic jüngst zum Filmgespräch nach Saarmund kam, versprach sie ihm: „Ich werde an Sie denken – beim nächsten Trainingslauf.“ Die Gemeindechefin war schon als Kind sportlich, spielte Hand- und Fußball. Bei Ulrike Stiller hat alles 2002 angefangen, als sie und ihre Nachbarin beschlossen, abzunehmen. Ein Jahr später lief Ulrike Stiller schon ihren ersten Marathon. „Wenn man einmal Marathon gelaufen ist, kommt man nicht mehr davon los“, sagt sie. Antrieb ist der Lohn am Ziel. Dort winken keine Pokale, sondern „die Zufriedenheit, den inneren Schweinehund besiegt und nicht aufgegeben zu haben“.

Stiller erzählt von einem Bekannten, der auf der Strecke fluchte: „Ich verbrenne meine Schuhe, ich laufe nie wieder!“ Zwei Tage später hat er sich für den nächsten Ultra-Marathon angemeldet. Bei Hustig und Stiller steht der nächste Lauf am 8. Dezember an. Beim Lichter-Paarlauf am Potsdamer Luftschiffhafen sind sie eines der Paare. Für solche Wettkämpfe streifen sie sich das T-Shirt mit der Heimatwerbung über: „Die Nuthetaler – bewegt leben!“, steht auf dem Trikot.

Kurse für die Mitarbeiter

In der Nuthetaler Gemeindeverwaltung gibt es eine Arbeitsgruppe, die Konzepte für die Gesundheitsvorsorge der Verwaltungsmitarbeiter entwickelt.

So ist geplant, 2017 in Zusammenarbeit mit der Barmer-Krankenkasse den Angestellten bezuschusste Kurse für Wirbelsäulengymnastik und Entspannungsseminare anzubieten. So sollen auch die Ausfallzeiten minimiert werden.

„Es soll ein Anstoß sein, regelmäßig etwas zu tun“, sagte Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Überlegt wird auch, einen Wandertag wieder einzuführen.

Den Titel „Sportlichste Kommune“ vergibt der Landessportbund.

Von Jens Steglich

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