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Potsdam-Mittelmark Die Nuthe verbindet
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Nuthe verbindet
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14:59 24.07.2016
Ein einigendes Band: Die Nuthe schlängelt sich gemächlich durch die Gemeinde Nuthetal, hier bei Saarmund. Quelle: Christel Köster
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Nuthetal

Genau so hat sich das Gerhard Ling vor 13 Jahren vorgestellt. „50-mal am Tag werden wir im Radio genannt, an der Autobahn stehen große Schilder mit unserem Namen. Mehr Werbung geht nicht“, sagte er damals. Die kostenlose PR-Kampagne für seine Heimatgemeinde läuft immer noch im Radio, in den vergangenen Wochen sogar verstärkt, seitdem die südliche A 10 ausgebaut und das Autobahndreieck Nuthetal täglich in den Staumeldungen erwähnt wird.

Gerhard Ling (CDU), erster Bürgermeister der Gemeinde Nuthetal  (2003 - 2010), ist der Erfinder des Namens dieser Kommune, die 2003 zur Gemeindegebietsreform entstand, als sich Bergholz-Rehbrücke, Fahlhorst, Nudow, Philippsthal, Saarmund und Tremsdorf zusammenschlossen. Ling dachte ans Autobahndreieck und an die Nuthe als verbindenden Fluss, als er vorschlug, die neue Kommune Nuthetal zu nennen. Sein Vorschlag entpuppte sich als Geniestreich, der vieles leichter machte beim Zusammengehen der ungleichen Partner und Teil eines Deals war: In Rücksicht auf die kleinen Orte bestand Bergholz-Rehbrücke nicht auf seinem Namen und die bloße Eingliederung der Kleinen. Dafür bewahrte die Fusion Rehbrücke davor, von Potsdam geschluckt zu werden, erinnert sich Ling. Und der Name weckt Heimatgefühle. Nicht wenigen Rehbrückern oder Saarmundern rutscht dieser Satz deshalb leichter über die Lippen: „Ich bin Nuthetaler!“ Ein Langerwischer, der seit 2003 zur Gemeinde Michendorf gehört, würde niemals sagen: „Ich bin Michendorfer!“

„Ich glaube, wir haben das Richtige getan“, sagt Alt-Bürgermeister Ling. Bei einer MAZ-Umfrage unter Lesern aus Nuthetal sahen das 56 Prozent der Teilnehmer ähnlich. Auf die Frage, ob der Zusammenschluss richtig war, kreuzte die Mehrheit diese Antwort an: „Ja, zusammen sind wir stärker und auch die kleinen Ortsteile profitieren davon.“ In den kleinen Orten unterschreiben das nicht alle. 27 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen, in der Großgemeinde gehen die Interessen der kleinen Orte oft unter. Fast alle dieser Antworten stammen aus Fahlhorst, Nudow, Philippsthal und Tremsdorf. Ein Problem: Aus den vier Dörfern sitzen nur zwei Abgeordnete im entscheidenden Gremium, in der Gemeindevertretung. Das ist kein böser Wille, eher die Macht des Faktischen – Akteuren in den Dörfern fehlt mangels Einwohner das Wählerpotenzial. Von 9159 Nuthetalern leben 8135 in Bergholz-Rehbrücke und Saarmund. „Dass Abgeordnete vor allem ihren Nahbereich im Blick haben, ist rein menschlich“, sagt Bauamtsleiter Rainer vom Lehn.

Beim Wohlfühlfaktor gibt es keine großen Unterschiede: Er ist hoch – auch in den Dörfern, obwohl sich dort im Gegensatz zu Rehbrücke seit Einführung der Marktwirtschaft Einkaufsmärkte rar machten und Busse selten halten. „Um mit den Worten meiner Söhne zu sprechen: Wir wohnen voll ranzig. Das Internet ist langsam, es gibt keinen Radweg und kaum Busanbindungen. Und trotzdem fühle ich mich wohl“, sagt Andrea Lach (54) aus Philippsthal mit einem Schuss Ironie. Es ist die Abwesenheit von Hektik, die sie an ihrem Ort schätzt.

Die Rehbrückerin Erika Ackermann ((86) kann vom Balkon aus zeigen, was ihre Heimat ausmacht: „Ich gehe diesen Weg dort hindurch und bin im Wald. Man hat hier die Idylle und gleich in der Nähe die große Stadt.“ Eine Verbindung, die auch die Jugend mag: „Ich kann in Ruhe auf der Terrasse sitzen, ohne das Straßenbahnen lärmen. Und doch bin ich schnell in Potsdam oder Berlin“, schwärmt Tizia Lorenz. Wenn die 18-jährige aus Rehbrücke von ihrem Heimatort spricht, redet sie wie selbstverständlich von Nuthetal, dieser erst 13-jährigen Kommune, die 2013 den Titel „Familienfreundliche Gemeinde“ gewann und sogar eine eigene Hymne hat. Dort heißt es: „Jeder für sich allein – das war einmal. Heute sind wir Nuthetal.“

Von Jens Steglich

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