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Potsdam-Mittelmark Die „Robin Woods“ vom Schwielowsee
Lokales Potsdam-Mittelmark Die „Robin Woods“ vom Schwielowsee
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16:49 05.06.2015
Dennis, Andrew und Gernot (v. l.) freuen sich mit ihrem Betreuer Jörn Kurth (r. hinten) über die Spende von Bernd Hoffschlaeger (l. hinten). Quelle: Christel Köster
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Geltow

Die Kinder und Jugendlichen der Evangelischen Jugendhilfeeinrichtung in Geltow gehen am Nachmittag gern mal für einige Stunden in den umliegenden Wald. Dort gibt es immer etwas zu entdecken. Mitunter auch Unangenehmes. Illegale Müllhaufen zum Beispiel, die alles bieten, was die Gesellschaft so hergibt: Autoreifen, Autositze, Glas- und Plasteflaschen, aber auch einen Rasenmäherkorb, einen offenen Düngemittelsack bis hin zum Kondom. „Spitzenfund“ waren jüngst drei Kanister voll Benzin beziehungsweise Öl, von denen einer bereits auslief. Das wurmte die Jugendlichen. Sie beschlossen, den Unrat aus dem Wald zu holen, obwohl sie nicht dafür verantwortlich waren.

Was die 25 Schüler in ihrem Umweltprojekt vom 11. Mai bis 5. Juni bei ihren Streifzügen mit Fahrradanhängern und Booten in den Wäldern rund um den Schwielowsee fanden, füllt insgesamt 30 Säcke oder einen ganzen Container. Den hatte die Geltower Richter Recycling GmbH den Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Manche Fahrten mussten wegen der Menge oder der Größe des Mülls mit dem hauseigenen „Bulli“ – einem älteren VW-Transporter – unternommen werden. „Besonders viel Müll fanden wir im Bereich der Baumgartenbrücke, aber auch erstaunlicherweise auf der Nordseite des Schwielowsees, wo normalerweise keiner hinkommt“, berichten Dennis, Andrew und Gernot, die am fleißigsten gesammelt hatten.

Solch ein Engagement beeindruckte auch den Allianz-Versicherungsfachmann Bernd Hoffschlaeger aus Stahnsdorf. Er brachte den Kindern und Jugendlichen zum Projektabschluss am Freitag zwei neue Fahrräder, zwei Paddelboote und eine Kamera mit. „Wenn die Schüler mit ihrer Aktion einige wach rütteln konnten, ihren Müll nicht mehr einfach in den Wald zu kippen, dann haben sie schon viel erreicht“, sagte Hoffschlaeger. Der Allianz-Kinderhilfsfonds Berlin unterstützt durchschnittlich 50 Projekte im Jahr in unterschiedlich finanzieller Höhe mit einem Budget von insgesamt knapp 100 000 Euro.

Dem Erlebnispädagogen Jörn Kurth geht es bei solchen Projekten allerdings weniger um einen materiellen Anreiz als viel mehr um die Selbsterfahrung der Schüler. „Wenn sie spüren, eine verantwortungsvolle Arbeit übertragen bekommen zu haben, die sie dann auch meistern können, wenn sie feststellen: Ich kann Fahrrad oder Kanu fahren, dann stärkt das ihr Selbstbewusstsein. Die meisten kamen mit einer abneigenden Haltung gegenüber der Schule zu uns. Wenn sie aber jetzt solche Erfolgserlebnisse haben, sagen sie sich auch: Ich packe den Unterricht“, erklärt Kurth.

Eine Wiederholung des Umweltprojekts schließt der Erlebnispädagoge nicht aus. „Die Jugendlichen waren mit großem Interesse bei der Sache. Vielleicht starten wir im Herbst noch einmal solch ein Projekt“. Ortsvorsteher Heinz Ofscarik hat den Jugendlichen angeboten, sich am Frühjahrsputz in Geltow zu beteiligen, und Dennis, Andrew und Gernot haben dazu kräftig mit den Köpfen genickt.

Von Heinz Helwig

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