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Die S-Bahn soll kommen

Nahverkehr in Stahnsdorf Die S-Bahn soll kommen

In seltener Einmütigkeit sprechen sich Kreistag und Regionalausschuss sowie die Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf für die seit Langem diskutierte Verlängerung der S-Bahn-Trasse von Teltow nach Stahnsdorf aus – über alle Parteien und Fraktionen hinweg.

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Einigkeit in Stahnsdorf: Die S-Bahn soll kommen.

Quelle: Christel Köster

Teltow. Geschlossen tritt die so genannte TKS-Region (Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf) für die S-Bahn-Verlängerung von Teltow nach Stahnsdorf auf und erhöht somit den Druck auf die Entscheider.

Nicht nur, dass beim Regionalausschuss am Dienstagabend in Teltow Einigkeit herrschte, dass diese Variante von allen drei Kommunen über die Parteigrenzen hinweg dringend gewünscht wird, auch der Landkreis spricht sich nachdrücklich für diese Lösung aus. Wie Thomas Singer (Die Linken/Piraten Kleinmachnow) erklärte, wird am 24. September der Kreistag seine Unterstützung für das Projekt erklären: „Alle Fraktionen werden gemeinsam einen entsprechenden Antrag stellen – das ist sehr selten!“. Daniel Mühlner, CDU-Fraktions-Chef in Stahnsdorf, machte außerdem darauf aufmerksam, dass im Nahverkehrsplan des Landkreises die S-Bahn für 2015/16 schon drin stünde. Tatsächlich ist im Strategieprogramm Potsdam-Mittelmarks festgelegt, dass sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark „für die Realisierung der S-Bahnanbindungen in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (S 25-Ringschluss Teltow Stadt – Stahnsdorf – Wannsee, S-Bahn auf der Stammbahntrasse)“ einsetzen wird.

Ministerium prüft Erweiterung des S-Bahn-Ringes

Das Infrastrukturministerium prüft gegenwärtig, ob weitere Kommunen im Umland an das S-Bahn-Netz angeschlossen werden können. Die Ergebnisse dieser Prüfung, bei der Fahrgastzahlen und Kosten eine wesentliche Rolle spielen, sollen im nächsten Jahr vorliegen.

Eine erste Runde mit Kommunen, die ans S-Bahn-Netz angebunden werden wollen, will Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) noch in diesem Monat einberufen, hatte es unlängst in einer Konferenz der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming in Kleinmachnow geheißen.

Nach einer groben Schätzung des Stahnsdorfer Gemeindevertreters und Kreistagsabgeordneten Gerhard Enser (CDU) könnten bei rund 2000 weiteren S-Bahn-Pendlern, die vom Auto auf das öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, jährlich 2310 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Er hatte die drei Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf öffentlich aufgefordert, sich geschlossen zur S-Bahn-Verlängerung zu bekennen.

Entlang der S-Bahn-Trasse soll das Umfeld behutsam mit sozialem Wohnungsbau entwickelt werden. Dazu sollen städtebauliche Wettbewerbe ausgeschrieben werden.

Damit erhöhen Stahnsdorf, Teltow und Kleinmachnow gemeinsam den Druck auf das Landesministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), die sich zwischen mehreren ähnlichen Projekten in Brandenburg für die Förderung von einem entscheiden müssen. Mühlner betonte, dass die TKS-Region zusammen genommen die größte Kommune in Potsdam-Mittelmarkt wäre: „Eine S-Bahn ist ein wichtiger infrastruktureller Schritt!“ Dem pflichtet auch Stahnsdorfs Bürgermeister bei: „Im Koalitionsvertrag des Landes wurde festgelegt, dass im Berliner Speckgürtel eine S-Bahnstrecke ausgebaut werden soll – und wir sind der Meinung, dass es Sinn macht, von Teltow weiter nach Stahnsdorf zu bauen“, gibt sich Bernd Albers (Bürger für Bürger) kämpferisch. Initiator Heiko Spleet (SPD Stahnsdorf) betont die Vorteile: die bessere Anbindung an Berlin führe dazu, dass weniger Autos nach Berlin pendeln würden, generell seien weniger Privatfahrzeuge notwendig, und es bestünde die einmalige Chance, das Umfeld um den neuen Bahnhof gut zu entwickeln – „das wird uns hoffentlich gelingen.“

Albers zeichnet ein Bild von einem S-Bahnhof nahe der Ruhlsdorfer Straße, direkt an der noch existenten ehemaligen Trasse, mit den nötigen Parkplätzen, Gastronomie, einer Elektrotankstelle und anderer Infrastruktur, auf der jetzigen grünen Wiese soll außerdem bezahlbarer Wohnraum für Familien entstehen. Spleet ist begeistert: „Wir haben da die Chance, ein ganz tolles Projekt aufzuziehen, sehr modern und wegweisend für die Zukunft.“ Er denkt gleich noch einen Schritt weiter: „Aus meiner Sicht sollte die S-Bahn da aber nicht enden, sondern auch in den Süden verlängert werden oder andere sinnvolle Dinge damit gemacht werden.“

Momentan steckt die Planung selbst für den ersten Schritt nach Stahnsdorf aber noch in den Kinderschuhen, sogar der Standort für den S-Bahnhof ist zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Vorschlag. Ronny Bereczki (CDU/Bündnis 90/ Grüne Teltow) äußerte im Regionalausschuss etwa die Idee, eher mehr in Richtung Weserstraße und Biomalz-Spange zu gehen, „dann wäre auch der Bildungscampus näher angebunden“. Spleet dazu: „Das ist ein interessanter Gedanke, den wir so noch nicht hatten und der sicher auch in Erwägung gezogen wird.“ Im Hintergrund dazu wird außerdem, so bestätigte Thomas Singer aus Kleinmachnow, die Verlängerung der S-Bahn von Wannsee nach Kleinmachnow-Dreilinden weiter vorangetrieben.

Von Konstanze Kobel-Höller

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