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Die Teltower wählen ihren Bürgermeister

Potsdam-Mittelmark Die Teltower wählen ihren Bürgermeister

Am 24. September bestimmen die Teltower ihren neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) strebt seine dritte Amtszeit an. Doch dabei muss er gleich gegen drei Kandidaten antreten. Teltow ist die derzeit am schnellsten wachsende Mittelstadt Deutschlands.

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Quelle: Stephan Laude

Teltow. Mit der Bürgermeisterwahl in Teltow am 24. September und einer möglichen Stichwahl am 15. Oktober wird das Dreigestirn der TKS-Bürgermeister für die nächsten Jahre vollständig bestimmt sein. Im vergangenen Jahr erreichten Michael Grubert (SPD) in Kleinmachnow und Bernd Albers (BfB) in Stahnsdorf ihre Wiederwahl. In Teltow strebt Thomas Schmidt (SPD) seine dritte Amtszeit an. Der Dienstälteste der drei Nachbarbürgermeister tritt am kommenden Sonntag gegen drei Kandidaten an: Eric Gallasch (CDU), Hans-Peter Goetz (FDP) und Andreas Wolf (BfB).

Teltow ist die derzeit am schnellsten wachsende Mittelstadt Deutschlands. Die rasante Entwicklung in allen Bereichen wird den künftigen Bürgermeister, seine Verwaltung und die Kommunalpolitiker vor enorme Herausforderungen stellen. Die wichtigsten Bereiche im Überblick:

Bevölkerung

Nach einer aktuellen Studie wird die Bevölkerung in Teltow bis zum Jahr 2030 um 4000 bis 6000 Einwohner wachsen – das heißt von jetzt 26 000 Einwohner auf dann 30 000 bis 32 000 Einwohner. Der Zuwachs speist sich laut der Studie in erster Linie aus dem Zuzug junger Familien. Das bedeutet auch, dass sich insbesondere die Zahl der schulpflichtigen und Kita-Kinder erhöhen wird. Die Geburtenrate bleibt laut Studie stabil.

Wohnen

Eine wachsende Bevölkerung setzt voraus, dass genügend Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Die Wohnungsbautätigkeit hat in Teltow in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Derzeit in Planung sind: nördlich des Ortsteils Ruhlsdorf in den kommenden sechs Jahren bis zu 400 Wohneinheiten in Einfamilien- sowie Mehrfamilienhäusern für rund 1000 Menschen; östlich der Ruhlsdorfer Straße in den kommenden drei Jahren bis zu 250 Wohneinheiten in Einfamilien- sowie Mehrfamilienhäusern für rund 675 Einwohner; westlich der Altstadt zwischen Potsdamer Straße und Striewitzweg bis zu 300 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern für rund 600 Menschen. Alle vier Kandidaten haben sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung von genügend bezahlbaren Wohnungen ausgesprochen.

Soziale Infrastruktur

Der Teltower Eigenbetrieb „Menschenskinder“ betreibt derzeit elf kommunale Kindertagesstätten, fünf Eltern-Kind-Gruppen und das Familienzentrum „Philantow“ für die generationenübergreifende Betreuung. Die Kitagebühren richten sich nach dem Einkommen der Eltern. Außerdem gibt es drei kommunale Grundschulen, eine Oberschule und ein Gymnasium, das der Landkreis Potsdam-Mittelmark betreibt. Bis 2023 sollen zwei weitere kommunale Grundschulen an den Start gehen. Außerdem baut der Landkreis eine neue Gesamtschule in Teltow.

Sport/Freizeit

In Teltow gibt es bereits zahlreiche Sporthallen und –plätze. Mit dem Stubenrauchsaal und dem Bürgerhaus stehen Veranstaltungsorte für Kultur und Vereine zur Verfügung. Im Wahlkampf favorisieren alle Kandidaten den Ausbau in diesem Bereich. Angedacht wird der Bau einer Mehrzweckhalle und einer Schwimmhalle. Beides soll regional, also gemeinsam mit Kleinmachnow und Stahnsdorf, in Angriff genommen werden.

Verkehr

Mit dem Bau des sogenannten Spangensystems ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Potsdamer Straße und den Bereich Altstadt/Ruhlsdorfer Platz vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Die Vollendung in Richtung Süden mit der „Biomalzspange“ und der Sanierung der Ruhlsdorfer Straße bindet Teltow an die neue Landesstraße Potsdam-Schönefeld direkt an. Für Berufspendler nach Berlin ist der 2005 eröffnete S-Bahnhof Teltow-Stadt ein großes Plus. Das sogenannte TKS-Busnetz wird derzeit evaluiert und soll 2018 verbessert werden.

Wirtschaft

Das Teltower „Techno-Terrain“ ist das größte innerstädtische Gewerbegebiet in Brandenburg. Nach dem Aus der DDR-Großbetriebe haben sich dort insbesondere die Auto- und Technologiebranche angesiedelt. Der Landkreis ist mit einigen Behörden in Teltow präsent. Finanziell und wirtschaftlich steht die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen gut da, sie ist schuldenfrei.

Hafen

Das zentrale Infrastrukturprojekt dieser Tage ist der Bau einer Marina am Teltowkanal gegenüber der Altstadt. Es ist zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. Dabei stehen die Kosten im Fokus, die von anfänglich geschätzten fünf Millionen Euro auf 15 Millionen Euro gestiegen sind. Grund sind Altlasten im Boden, die aufwendig beseitigt werden mussten. Ein Prüfer ermittelt derzeit, wer für die Kostensteigerung verantwortlich ist. Befürworter des Hafens sehen einen Schub für den Tourismus und eine große Chance für die Stadt. Gegner betonen die Unwägbarkeiten des künftigen Hafenbetriebs und warnen vor weiteren Kosten.

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Vier Kandidaten stellen sich am 24. September dem Votum der Wähler in Teltow. Neben Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) treten an Eric Gallasch (CDU), Hans-Peter Goetz (FDP) und Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler). Wer sind die Kandidaten und was haben sie vor?

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Thomas Schmidt (SPD) wurde 1961 in Potsdam geboren, wuchs in Kleinmachnow auf und lebt seit 1984 in Teltow. In der DDR verweigerte er den Dienst an der Waffe und war „Bausoldat“. Schmidt ist gelernter Koch. Er ist Vater zweier erwachsener Kinder und hat zwei Enkelkinder. 1989 gehörte er zu den Mitgründern der SPD in Teltow und wurde 1990 in die Teltower Stadtverordnetenversammlung gewählt. Dort war er Stadtverordneter, Beigeordneter für Bildung, Jugend, Kultur, Sport und Soziales. Außerdem war er Mitglied im Kreistag Potsdam-Mittelmark. Schmidt wurde 2001 und 2009 zum Bürgermeister von Teltow gewählt. Ziele: Thomas Schmidt will den Teltower Hafen als Grundlage der weiteren touristischen Entwicklung der Stadt vollenden. Um das Angebot für Sport und Freizeit in der Region zu versbessern, will er außerdem den Bau einer Mehrzweckhalle vorantreiben, auch eine Schwimmhalle gehöre dazu. Städtebaulich hat sich Schmidt den Umbau des Ruhlsdorfer Platzes vorgenommen. Bezahlbarer Wohnraum und genügend Schul- und Kitaplätze in der wachsenden Stadt sollen vorgehalten werden.

Eric Gallasch (CDU) wurde 1985 in Frankfurt (Oder) geboren und wuchs in Rauen bei Fürstenwalde/Spree auf. Er lebt mit Familie seit 2006 in Teltow, wo er in die dortige CDU eintrat. Gallasch ist studierter Diplom-Verwaltungswirt/Polizeikommissar und arbeitet derzeit bei der Bundespolizei im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung. 2014 wurde er in die Teltower Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ziele: Eric Gallasch will den Teltower Hafen zum Erfolg machen, drängt aber auf die Deckelung der Kosten. Er spricht sich für „neuen und bezahlbaren Wohnraum“ aus und will „Sicherheit und Ordnung“ in der Stadt verbessern. Mehr Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum sollen durch einen intensiven Dialog mit den ansässigen Unternehmen geschaffen werden. Den Bau der Gesamtschule in Teltow will Gallasch beschleunigen, den Ausbau von sozialen Einrichtungen für Jung und Alt fördern.

Hans-Peter Goetz (FDP) wurde 1961 in Magdeburg geboren und lebt seit 1962 in Teltow. Goetz war Mitglied der SED und studierte Jura in Halle/Wittenberg und an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft Potsdam-Babelsberg. Seit 1990 arbeitet er als Rechtsanwalt in Teltow. Goetz ist verheiratet und hat zwei Kinder. 1997 trat er in die FDP ein und wurde 2003 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Goetz ist auch Mitglied des Kreistags Potsdam-Mittelmark und war von 2009 bis 2014 Landtagsabgeordneter. Ziele: Hans-Peter Goetz ist für den Bau des Teltower Hafens, dieser dürfe aber „nicht teurer werden“. Er will sich für bessere und mehr Radwege, eine Erweiterung des ÖPNV-Angebots und die S-Bahn-Verlängerung nach Stahnsdorf einsetzen. Die Kapazitäten bei den Grundschulen und dem sozialen Wohnungsbau sollen ausgebaut werden. Kita-Plätze will Goetz kostenlos anbieten. Er spricht sich für den Bau einer regionalen Schwimmhalle aus.

Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) wurde 1961 geboren und lebt in Teltow. Nach seinem Ingenieurstudium unter anderem an der Technischen Universität Berlin arbeitete Wolf für Siemens und diverse Fraunhofer-Institute. Der Wissenschaftler gründete 2007 das Technologie-Unternehmen „Dr. Wolf Wireless GmbH“ mit Sitz in Teltow. Dort ist er Geschäftsführer. Seit 2014 ist Wolf Mitglied der Teltower Stadtverordnetenversammlung. Ziele: Andreas Wolf spricht sich für „Kommunale Gerechtigkeit und starke Bürgerbeteiligung“ aus. Im Wahlkampf hat er die Verwaltung mehrmals zu „rechtsstaatlichem Handeln“ aufgefordert, im Zusammenhang mit dem Hafenprojekt stellte er Rückfragen bei der Kommunalaufsicht. Er übte mitunter scharfe Kritik am amtierenden Bürgermeister und verspricht mehr „Transparenz“ bei Entscheidungen. Aus dem Hafenprojekt will er nach einer Bürgerbefragung aussteigen und favorisiert stattdessen den Bau einer Schwimmhalle. Straßenausbaubeiträge will Wolf abschaffen, der Kita-Besuch soll kostenlos sein. Außerdem setzt er sich für ein freies WLAN-Netz in Teltow ein.

Von Jürgen Stich

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