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Potsdam-Mittelmark Die Vorgeschichte der Bluttat von Borkheide
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Vorgeschichte der Bluttat von Borkheide
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14:29 11.04.2017
Der mutmaßlicher Täter posiert vor einem teuren Auto. Quelle: Privat
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Brandenburg an der Havel

Der 17 Jahre alte Junge aus Borkheide (Landkreis Potsdam-Mittelmark), der zwischen dem 31. März und 8. April seine alleinerziehende Mutter umgebracht haben soll, hätte sich am heutigen Montag vor dem Amtsgericht Brandenburg an der Havel verantworten sollen. Einer von vier Tatvorwürfen lautet, dass er seine Mutter Anfang des Jahres bedroht und beleidigt haben soll. Deshalb wurde er anschließend kurzzeitig in der Brandenburger Psychiatrie behandelt.

Das Amtsgericht Brandenburg an der Havel hat am Montag Haftbefehl erlassen gegen den Jungen, er sitzt derzeit in der Untersuchungshaft der Jugendstrafanstalt Wriezen, ein Hinweis darauf, dass er für zurechnungsfähig gehalten wird.

Am Wochenende war die Polizei dem Hinweis einer Bekannten der früheren SPD-Kommunalpolitikerin Ilona F. (58) nachgegangen, die sie am Samstag als vermisst gemeldet hatte. Polizeibeamte machten wenig später auf dem Grundstück des Wohnhauses der Frau schreckliche Entdeckungen. Sie fanden Blutspuren im Haus und auf dem Grundstück, wo die Ermittler schließlich auch auf den Torso einer Frau und weitere Leichtenteile stießen. Die Identität ist zwar noch nicht zweifelsfrei geklärt, aber alles deutete auf Ilona F. hin. Im Haus nahmen die Beamten den 17 Jahre alten Sohn fest, der dort mit seiner Mutter lebte. Nach MAZ-Informationen äußert er sich bisher nicht zum Geschehen.

In Borkheide (Potsdam-Mittelmark) ist eine zerstückelte Leiche in einem Vorgarten gefunden worden. Die Leichenteile waren an mehreren Stellen verscharrt. Außerdem fanden die Ermittler viel Blut. Es handelt sich nach MAZ-Informationen um die Bewohnerin des Hauses. Der eigene Sohn (17) steht unter Mordverdacht.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte am Montag jedoch den Verdacht, dass er seine alleinerziehende Mutter getötet hat. Am 20. März hatte Ilona F. noch gemeinsam mit ihm auf dem Flur des Amtsgerichtes Brandenburg an der Havel gestanden – er als Angeklagter, sie als Zeugin.

Der 17-Jährige ist nämlich vor der Jugendrichterin angeklagt wegen Diebstahls, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Bedrohung und Beleidigung. Der Anklage zufolge war er in Borkheide ohne Führerschein umher gefahren und am Ende in einer Grünanlage gelandet. In Berlin soll er in einem Textilgeschäft eine Hose gestohlen und dabei einen Schlagring mit sich getragen haben.

Auf einer Zugfahrt war er mit einem Mitreisenden in Streit geraten und hatte ihm kurzzeitig den Rucksack weggenommen. Am schwersten wiegt aufgrund der aktuellen Vorwürfe, dass er seine Mutter im Januar so massiv bedroht und beleidigt haben soll, dass sie die Polizei einschaltete und er zur Behandlung ins Asklepios-Fachklinikum Brandenburg gebracht wurde.

Seit Januar hatte daher auch das Jugendamt des Landkreises Kontakt zu der Familie. „Im Januar wurde der Jugendliche im Jugendamt aktenkundig“, bestätigt Landkreis-Sprecherin Andrea Metzler. Die Jugendgerichtshilfe habe ihn in dem Strafverfahren begleitet, der letzte Kontakt zu Mutter und Sohn sei vor einigen Wochen gewesen. An diesem Montag sollte der Fortsetzungstermin im Brandenburger Amtsgericht stattfinden, er wurde abgesagt.

Kontakt zu seinem leiblichen Vater, der aus Sierra Leone stammt, hat der 17-Jährige seit der Trennung der Eltern vor vielen Jahren nicht mehr. Vorbestraft ist der Junge nicht, folglich auch kein jugendlicher Intensivtäter. „Er steht zum ersten Mal vor Gericht“, bestätigt Amtsgerichtssprecherin Pia Mahlstedt.

Ilona F. war mehrere Jahre lang Kreisgeschäftsführerin der SPD in Potsdam-Mittelmark gewesen. Die Partei hatte ihr im Jahr 2013 vorgeworfen, einige tausend Euro unterschlagen zu haben und ihr gekündigt. Beide Seiten trennten sich, die SPD zahlte der gekündigten Mitarbeitern seinerzeit 5000 Euro Abfindung.

Von Jürgen Lauterbach und Marion von Imhoff

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