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„Die Zahl der Projekte ist gesunken“

48-Stunden-Aktion der Landjugend „Die Zahl der Projekte ist gesunken“

Der demografische Wandel auf den Dörfern macht sich auch bei der 48-Stunden-Aktion der Berlin-Brandenburgischen Landjugend (BBL) bemerkbar. Darüber, wie sich die Aktion in den vergangenen Jahren verändert hat, sprach die MAZ mit dem Neschholzer Mathias Wandel, Agrarsprecher bei der BBL. Er begleitet das Projekt ehrenamtlich.

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Das Pogo Bad Belzig bei der 48-Stunden-Aktion 2015 - mit Schirmherr Günter Baaske.

Quelle: Berlin-Brandenburgische Landjugend

Bad Belzig. Vom 22. bis 24. April läuft wieder die 48-Stunden-Aktion der Berlin-Brandenburgischen Landjugend (BBL). Dabei setzen innerhalb eines Wochenendes Jugendliche ein von ihnen selbstgewähltes Projekt um – renovieren ihren Clubraum oder bauen sich einen Grillplatz. Mathias Wandel, Agrarsprecher bei der BBL, begleitet das Projekt ehrenamtlich und berichtet, wie sich die Aktion in den vergangenen Jahren verändert hat.

Auf den Dörfern leben immer weniger junge Menschen, die Zahl der selbstverwalteten Jugendclubs steigt nicht und mancherorts wird darüber nachgedacht, Clubräume zu schließen. Auch aus dem Fläming sind bis jetzt nur zwei Anmeldungen für die 48-Stunden-Aktion eingegangen – vom Jugendraum Borkheide und vom Bad Belziger Jugendzentrum Pogo. Ist das Projekt noch zeitgemäß?

Mathias Wandel : Besonders im Hinblick auf die Stärkung des gesellschaftlichen Engagements halten wir die Aktion für notwendig und auch zeitgemäß. Sie ist Experimentierfeld für Jugendliche und bringt Kreativität und mutige Vorhaben ans Tageslicht. Auch wenn die Zeiten, in denen tausende Jugendliche angepackt haben, schon allein aufgrund des demografischen Wandels, vorbei sind.

Auf der Internetseite der Landjugend heißt es: „Eurem Tatendrang sind keine Grenzen gesetzt“. Ist besagter Tatendrang überhaupt noch vorhanden?

Wandel:
Der Drang, sich selbst zu verwirklichen und auch Tatendrang sind durchaus vorhanden. Natürlich geht es nicht immer darum, ein neues Fußballfeld anzulegen oder einen Dorfteich zu entrümpeln.

Worum geht es dann?

Wandel: Es ist wohl eine Frage der Handlungsmacht junger Menschen. Der Möglichkeiten, Aushandlungsprozesse und Spielräume vor Ort. Der Entfaltung dieses Drangs wird eben mehr oder weniger Platz geboten.

Sehen Sie außer dem demografischen Wandel noch weitere Probleme, die die Aktion ausbremsen?

Wandel: Die Aktion wird durch ehrenamtliches Engagement bewegt. Sich zu engagieren unterliegt Bedingungen, die sich ändern. Es finden sich zum Beispiel immer weniger Fahrerteams, die zu den Jugendgruppen fahren, um ihnen Urkunde und Pokal zu überreichen. Die Autos fahren ja auch nicht mit Wasser.

Wie könnte dem Projekt wieder neuer Schwung verliehen werden?

Wandel: Neben einer starken Öffentlichkeitsarbeit braucht die Aktion vor allem Anreize. Anreiz bieten können zum Beispiel Kommunen vor Ort, indem sie die Aktion unterstützen. Unterstützen heißt in dem Fall, sich nicht nur finanziell zu beteiligen, sondern Jugendliche mit ihren Wünschen und Forderungen ernstzunehmen und wertzuschätzen. Dazu braucht es eine Gesprächskultur, die auf Augenhöhe funktioniert. Und daran muss in vielen Regionen gearbeitet werden.

Was will die Landjugend tun, um die 48-Stunden-Aktion wieder auf Vordermann zu bringen?

Wandel: Wir wollen an der Öffentlichkeitsarbeit und der regionalen Begleitung des Projekts arbeiten und immer wieder Jugendlichen Mut machen, sich zu beteiligen. Fotos, Berichte und Kommentare sind fast täglich auf Facebook, Twitter und auf unserer Homepage zu finden. Wenn sich Jugendgruppen zusätzlich mit Videobeiträgen für einen Youtube-Kanal einklinken würden, wäre das super. Wir wollen gerade die medienbegeisterten Jugendlichen in Zukunft stärker ins Boot holen.

Aus vier Brandenburgischen Landkreisen sind bislang insgesamt 18 Anmeldungen eingegangen. Ist das viel oder wenig?

Wandel: Die Zahl der Projekte ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass bis zum heutigen Tag noch nicht so viele Anmeldungen eingegangen sind. Oft braucht es eine Zeit, bis sich Gruppen über ihre Projekte klar sind und der Projektgedanken gereift ist. Notwendige Absprachen mit den Ämtern vor Ort und auch mit Sozialarbeitern brauchen Zeit.


Von Josephine Mühln

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