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Die Zwei-Drittel-Triathletin aus Freienthal

Menschen im Fläming Die Zwei-Drittel-Triathletin aus Freienthal

Zwölf Kilometer radfahren, 45 Minuten Schwimmen – für Brigitte Gauert ist das kein anstrengendes Fitnessprogramm, sondern die tägliche Erholung. Die 79-jährige Freienthalerin will im Ruhestand nicht nur gärtnern und die Urenkel bespaßen. Sie bleibt lieber aktiv.

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Brigitte Gauert auf ihrem Rad unterwegs.

Quelle: Andreas Koska

Freienthal. Brigitte Gauert sieht man schon von weitem, wenn sie vom heimischen Freienthal nach Brück radelt. Eine Warnweste, die über dem Fahrradkorb ausgebreitet ist, signalisiert jedem: Hier komme ich! Die 79-jährige Gauert will damit sich selbst schützen, aber auch die Auto- und Lastwagenfahrer warnen. „Ich glaube, dass es so sicherer ist“, sagt sie. Im Augenblick ist durch die Sperrung der Ortsdurchfahrt in Cammer zwar kaum ein LKW unterwegs, allerdings ist es im Normalfall nicht so. „Ich weiß, dass ich für manchen Brummi ein Hindernis darstelle“, sagt Brigitte Gauert, „aber ich muss einkaufen und vor allem will ich im Sommer zum Schwimmen.“

Ein Radweg wäre wohl die sicherste Lösung, denkt die Freienthalerin. Eine Fahrerlaubnis hat sie nicht. „Ich darf nur Moped fahren, bei der Forst hatte ich sogar ein Dienstfahrzeug“, erinnert sie sich. Vor 22 Jahren ging sie in den Ruhestand; drei Jahrzehnte lang arbeitete Brigitte Gauert bei der Bundesforstverwaltung.

Die Ausflüge bringen soziale Kontakte und Bewegung

Wirklich zur Ruhe setzte sich die Seniorin allerdings nicht. Im Sommer hält sie sich noch heute mit ausgedehntem Schwimmen,im Winter mit lange Spaziergänge fit. Schon seit 13 Jahren besitzt sie eine Dauerkarte für das Brücker Naturbad. Wenn das Bad um 13.00 Uhr seine Türen öffnet, ist Brigitte Gauert da.

Eine Dreiviertelstunde lang zieht sie ihre Bahnen, doch auch das Soziale kommt bei den Ausflügen nicht zu kurz. „Wir sind fünf Rentnerinnen und beim Schwimmen kann man sich so schön miteinander unterhalten und tut was für die Gesundheit“, sagt Gauert. Manchmal wechselt sie auch in den Nichtschwimmerbereich und macht Wassergymnastik. „Ich mag das Bad, die Bademeister, besonders Herr Brandenburger sind alle nett und es ist pikobello sauber“, lobt sie das Personal im Brücker Bad.

Eine Kindheit ohne Seepferdchen

Schwimmen gelernt hat die Rentnerin in der damals noch mäandernden Plane. „An einer Ecke war alles ausgespült und es ließ sich dort gut schwimmen“, erinnert sie sich. Von Damelang aus – dort wurde Brigitte gauert geboren und verbrachte ihre Kindheit – ging der Weg meist barfuß an den Fluss. Eine besondere erinnerung, schließlich haben viele Altersgenossen nie richtig schwimmen gelernt. „So was wie Seepferdchen gab es zu meiner Zeit nicht“, erklärt Gauert, „ und auf dem Dorf war es nicht so wichtig, schwimmen zu können es zu erlernen.“

Neben dem Zwei-Drittel-Triathlon, den die 79-Jährige in der warmen Jahreszeit beinahe täglich absolviert, verbringt sie auch viel Zeit im Garten. Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Gurken, Tomaten, Kürbisse und Weintrauben erntet und verarbeitet Brigitte Gauert. Ein Teil der Ernte wird gespendet: „Ein Korb mit einem Kürbis und Weintrauben geht immer zum Erntedank an die Kirche.“ Wer rastet, der rostet, sagt Brigitte Gauert. Bei ihr besteht diese Gefahr nicht.

Von Andreas Koska

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