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Potsdam-Mittelmark Die ersten Flüchtlinge kommen am 11. Juni
Lokales Potsdam-Mittelmark Die ersten Flüchtlinge kommen am 11. Juni
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11:29 02.06.2015
Sporthalle wird Flüchtlingsunterkunft. Bisher war dies im Land Brandenburg nur in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt der Fall. Quelle: B.G.
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Michendorf

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat am Montag Einzelheiten zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Sporthalle des Michendorfer Wolkenberg-Gymnasiums mitgeteilt. In Absprache mit dem Leiter der Zentralen Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt kommen die ersten 30 Asylsuchenden am 11. Juni in Michendorf an, sagte Kreissprecherin Andrea Metzler. Insgesamt werden 100 Menschen in der Halle, die dem Kreis gehört, übergangsweise eine Bleibe haben. „Der Landkreis wird alles daran setzen, die Turnhalle mit Schuljahresbeginn 2015/2016 für den Sportunterricht und die Michendorfer Vereine wieder zur Verfügung zu stellen“, sagte Metzler. Bis dahin seien aber viele weitere Gespräche zu führen, „über deren Fortgang und Erfolg aktuell berichtet wird“. Das neue Schuljahr beginnt am 31. August 2015.

Dem Vernehmen nach hat der Kreis eine neue Flüchtlingsunterkunft in der Mitte des Kreisgebietes in Aussicht, die Entlastung bringen könnte. Die Gespräche dazu laufen aber noch.

Die Nutzung der Turnhalle sei notwendig, „um den ungebrochenen Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu bewältigen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Dort hatte man Ende 2014 mit 650 Asylsuchenden für dieses Jahr gerechnet, nun soll der Kreis 1162 Menschen aufnehmen. Geplant habe der verantwortliche Fachdienst bereits im Haushalt 2015 mit einer Zahl von 800 Flüchtlingen, so die Sprecherin. „Möglich ist, dass die momentan aktuelle Zahl in wenigen Wochen erneut keine Gültigkeit mehr haben wird und die Prognose eine weitere Erhöhung erfährt“, sagte sie. Derzeit stehen 931 Plätze zur Verfügung.

Die Landeshauptstadt Potsdam will trotz eigener Notlage bei der Suche nach Flüchtlingsunterkünften nach wie vor nicht auf öffentliche Turnhallen zurückgreifen. „Wir haben für dieses Jahr einen abgestimmten Plan, der zur Not auch die Möglichkeit lässt, die Platzzahl aufzustocken“, sagte Sprecher Jan Brunzlow.

Der Landkreis bereitet den Einzug von 100 Flüchtlingen in die Michendorfer Turnhalle ab sofort vor. Die Zweifeld-Turnhalle soll durch Wände, die in Leichtbauweise entstehen, in drei Areale eingeteilt werden, um die Möglichkeit zu haben, Familien, Frauen und Männer getrennt unterzubringen. Auch Gemeinschaftsräume und Küchen richtet der Kreis auf diese Weise ein. „Leider haben wir bis dato noch keine Kenntnis, welcher Personenkreis in Michendorf eintreffen wird“, sagte Metzler. Geplant ist auch, Turnhalle und Schulgebäude durch einen Zaun räumlich zu trennen. Am Mittwoch ist zudem eine Einwohnerversammlung geplant, die 19 Uhr im Michendorfer Gemeindezentrum „Apfelbaum“ stattfindet. Der Entschluss, die 2008 neu gebaute Sporthalle am Gymnasium als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, kam für Schule wie für Sportvereine überraschend. Die Kommune will helfen. „Was den Vereinssport betrifft, bin ich guter Dinge, dass wir für die betroffenen Vereine teilweise Zeiten in unseren kommunalen Hallen anbieten können“, sagte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). Er zeigte sich auch zuversichtlich, „dass wir in Michendorf eine Willkommenskultur leben und eine Aufgabe wie diese bewältigen werden“.

Von Jens Steglich

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