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Potsdam-Mittelmark Die gute Seele der Oberschule in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Die gute Seele der Oberschule in Werder
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02:24 20.04.2018
Jördis Freiwald kämpft unter anderem für Offenheit und Toleranz der Schüler und setzt sich für die Pflege der Schulpartnerschaften ein. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Sie zaubert Liebeskummer weg, übt nette Worte zu äußern und organisiert verschiedenste Aktionen und Projekte. Jördis Freiwald (54) ist seit zwölf Jahren als Schulsozialarbeiterin an der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Werder tätig und hat noch immer Spaß an ihrer täglichen Arbeit. Ihre Schwerpunkte liegen auf sozialer Gruppenarbeit, Trainings und der Organisation von Schulprojekten. Zunehmend ist die Potsdamerin auch in der angegliederten Primarstufe der Schule gefragt, doch dafür bräuchte sie eigentlich noch eine helfende Hand.

Derzeit lernen rund 600 Kinder und Jugendliche an der Schule. „Wenn ich zehn Prozent davon bediene, bin ich gut ausgelastet“, sagt Freiwald. Von der Schulleitung erfährt die Sozialarbeiterin, die beim Diakonischen Werk Potsdam-Mittelmark angestellt ist, seit jeher große Unterstützung. Wer einen Eindruck von Freiwald und ihrer Arbeit mit den Schülern bekommen will, muss sich nur die Videos von Projekten wie „Die Mauer muss weg“ oder „Unsere Heimat“ im Internet ansehen. Die kurzen Filme zeigen nicht nur, wie etwa Jungs und Mädchen in einem Team zusammen werkeln und so den Klassenverband stärken, sondern haben nebenbei auch noch Unterhaltungswert, wie Freiwald sagt.

Der „Klassenrat“ als soziales Training

An der Oberschule habe sich mittlerweile ein guter Umgang entwickelt. „Was das Stänkern oder Ärgern angeht, sind die Schüler in den letzten Jahren nicht schlimmer geworden. Ihre Methoden haben sich nur geändert“, so Freiwald. Mobbing trete jetzt beispielsweise häufiger im Internet auf als noch vor ein paar Jahren von Angesicht zu Angesicht. Tränen muss Freiwald nicht jeden Tag trocknen, aber ab und an komme es schon vor, dass Schüler zu ihr kommen, weil sie Ärger mit anderen haben.

Um die soziale Gruppenarbeit zu stärken, hat Freiwald bereits vor einigen Jahren den Klassenrat eingeführt. „Das ist nicht irgendein Spiel, sondern trägt dazu bei, dass die Schüler lernen, Konflikte friedlich zu lösen“, erklärt die Sozialarbeiterin. Die Schüler setzen sich im Kreis zusammen, bekleiden verschiedene Ämter und regeln ihre Probleme selbst. Sie sollen sich reflektieren und auch das Feedback-Geben üben. Dazu gehört zum Beispiel die positive Wertschätzung. „Schlimme Wörter oder Beleidigungen kommen schnell mal über die Lippen, nette Worte hingegen müssen geübt werden“, sagt Freiwald. Die Schüler sollen sagen, was sie aneinander schätzen oder auch was sie am anderen stört. Gemeinschaftlich soll dann eine Lösung gefunden werden. Der Protokollant bringt alles fein säuberlich zu Papier. „Nicht alles können wir durch soziales Training lösen, aber es hat sich dennoch bewährt“, berichtet Freiwald.

Sozialarbeiter an Schulen zunehmend nachgefragt

Aus Sicht des Brandenburgischen Landesamtes für Bildung, Jugend und Sport ist die Sozialarbeit an Schulen zunehmend nachgefragt. Dennoch gibt es nicht an jeder Einrichtung einen Sozialarbeiter. Die Arbeitsfelder und Aufgaben wachsen und erneuern sich ständig, was für Freiwald ein absolutes Plus ist. Zu DDR-Zeiten hat sie eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und ging nach der Wende mit einem Studium in Richtung Schulsozialarbeit. „Seitdem habe ich unzählige Weiterbildungen gemacht“, sagt sie. Denn nicht nur die Methoden der Schüler ändern sich, sondern auch die der Sozialarbeit.

Von Luise Fröhlich

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