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Potsdam-Mittelmark Die neue Chefin ist experimentierfreudig
Lokales Potsdam-Mittelmark Die neue Chefin ist experimentierfreudig
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00:19 26.07.2017
Katrin Weber freut sich auf neue Herausforderungen als Chefin des Handwerkskellers. Quelle: Christiane Sommer
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Wiesenburg

Katrin Weber ist das neue Gesicht im Handwerkskeller Wiesenburg. Ganz unbekannt ist die 50-Jährige aber zugegebenermaßen nicht mehr. Bereits über zwei Jahre war sie regelmäßig in der Kreativ-Werkstatt anzutreffen. Sie schaute Barbara Reichmann, die den Handwerkskeller 2005 gemeinsam mit Claudia Sperfeld mittels einer lokalen Initiative aus der Taufe hob, über die Schulter und unterstützte bei Projekten.

Mit dem Wechsel Reichmanns in den Ruhestand hat Katrin Weber nun den Staffelstab im Handwerkskeller übernommen und sich gleichzeitig einen Lebenstraum verwirklicht. „Der Wunsch nach einer eigenen Werkstatt kam und ging in den vergangenen Jahren“, sagt die Görzkerin.

Als Quereinsteigerin zum Töpferhandwerk

Die Wunschlehrstelle zur Töpferin blieb ihr nach Abschluss der Schule versagt. „Deshalb wurde ich Verkäuferin in Dessau“, erzählt Weber rückblickend. Die Ausbildung brachte sie zu Ende, glücklich war sie jedoch nicht. „Für mich stand fest, dass ich mit meinen Händen arbeiten wollte.“ Daran änderte nicht einmal das Angebot eines Studienplatzes etwas.

Ihrem beruflichen Traum kam Katrin Weber dann aber erst über die Möglichkeit einer Erwachsenenqualifizierung näher. In der Töpferei Heinitz in Görzke erhielt sie die Chance, als Quereinsteigerin die ersehnte Ausbildung zu absolvieren. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche war Weber erst einmal glücklich. Es folgte der Wechsel in die Görzker Töpferei Ludwig. Knapp 16 Jahre war sie dort angestellt und erwarb den Meisterbrief. Aber irgendwann war der vor Kreativität sprühenden Frau „nur noch zu töpfern“ zu wenig.

Vor knapp sieben Jahren schied die Mutter zweier Kinder aus ihrem Beruf aus und wurde der Töpferei ein klein wenig untreu. „Ich habe viele Hobbys“, bemerkt sie. Deren Bandbreite reicht vom eigenen Garten über das Kochen bis hin zu den verschiedensten Handarbeiten. Letztere waren es auch, die Katrin Weber und Barbara Reichmann vor einigen Jahren zusammenführten. „Ich habe einen Spinnkurs bei ihr absolviert. Dabei lernten wir uns kennen.“ Nach dem Spinnkurs widmete sie sich daheim dem Filzen, dann dem Weben – und schaute immer wieder im Handwerkskeller vorbei.

Vor zwei Jahren kam die Frage der Übernahme

Dort blieb das handwerkliche Geschick der Görzkerin nicht unerkannt. Vor zwei Jahren stellte Barbara Reichmann die alles entscheidende Frage. „Könntest Du dir vorstellen, den Handwerkskeller zu übernehmen?“ Nach gut einem Jahr sagte Katrin Weber schließlich „Ja“ – und resümiert nach zwei Wochen der Selbstständigkeit: „Ich bin froh, dass ich den Gedanken früher immer wieder verworfen habe. Hier und jetzt bin ich glücklich.“

Die bestehenden Angebote des Handwerkskellers und die Zusammenarbeit mit der Grundschule „Am Schlosspark“ will sie weiterführen. Veränderungen wird es eines Tages geben, wenn die Zeit dafür gekommen ist. „Mir liegt am Herzen, den Handwerkskeller zu bewahren“, schließt die ideenreiche und experimentierfreudige Frau mit den geschickten Händen.

Von Christiane Sommer

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