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Die pure Verzweiflung in Michendorf

Kommentar zur Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhalle Die pure Verzweiflung in Michendorf

Weil kein geeigneter Wohnraum da ist, werden Flüchtlinge im Landkreis Potsdam-Mittelmark jetzt schon in Turnhallen untergebracht. Am 11. Juni sollen 100 Menschen in die Sporthalle in Michendorf einziehen. Daraus spricht "pure Verzweiflung", findet MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann, und fordert einen klaren Zeitplan.

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MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Die pure Verzweiflung ist es, die den Landkreis Potsdam-Mittelmark eine nagelneue Turnhalle in ein Asyl für Flüchtlinge umwandeln lässt. Die Aktion trägt Züge von Notwehr. Wer derartig in das Leben einer Schule – des einzigen Gymnasiums am Ort – eingreift, sich so erwartbar mit Eltern, Vereinssportlern, Nachbarn anlegt, hat wirklich keine Alternativen mehr.

Deshalb ist, so kaltherzig es zunächst klingt, der schnelle Aufbau von Containerdörfern und Zeltlagern vermutlich das Beste, was man in dieser Situation tun kann.

Denn eins gilt es auf jeden Fall zu vermeiden: Eine Frontstellung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, ein offener Interessengegensatz, wie es ihn unbestreitbar jetzt in Michendorf gibt.

Der Schulleiter hat natürlich Angst um seine Anmeldungszahlen, Schüler müssen auf andere Standorte ausweichen, weite Wege zurücklegen. So etwas ist Gift fürs Zusammenleben.

Bisher haben sich die Michendorfer als herzliche Gastgeber und verständnisvolle Bürger einer komplizierten Welt ausgezeichnet. Damit eine solche Stimmung nicht in Genervtheit umschlägt, bedarf es eines klaren Zeitplans, also der Sicherheit, dass die Einschränkung nicht von Dauer ist. 

Von Ulrich Wangemann

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In der Sporthalle des Michendorfer Gymnasiums werden ab kommender Woche rund 100 Flüchtlinge aufgenommen. Darüber ist am Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung und auf der MAZ-Facebookseite emotional diskutiert worden. Wir fassen die Reaktionen zusammen, die zwischen Kopfschütteln und Beschwichtigung schwanken.

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