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Die steinernen Zeugen aus der Vergangenheit

Wiesenburg/Mark Die steinernen Zeugen aus der Vergangenheit

Was die Erde für Gisela Richter aus Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) freigibt, sind Schätze. Seit 50 Jahren sammelt sie Mineralgesteine. Über 1000 Stück sind es. Unter ihren Funden gibt es aber auch versteinerte Seeigel, Donnerkeile und Muscheln, manche 200 Millionen Jahre alt. Die Zeugen aus der Vergangenheit üben für die Sammlerin eine Faszination aus.

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In der Sammlung von Gisela Richter findet man nicht nur Fundsachen aus der Ostsee, sondern auch versteinerte Muscheln.

Quelle: Johanna Uminski

Wiesenburg. Sie haben ihre ganz eigene Faszination und erzählen von unserer Vergangenheit – Mineralkristalle in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Gisela Richter ist Geologin und sammelt seit 50 Jahren Amethyste, Rosenquarze, Topase und Smaragde. Aus einer ehemaligen Garage in Wiesenburg hat die gebürtige Berlinerin einen kleinen Ausstellungsraum gezaubert, in dem sie ihre kleinen und großen Schätze Interessierten und Kennern zum Ansehen und Anfassen präsentiert. Im Laufe der Zeit haben sich über 1000 Mineralsteine angesammelt. Unter ihren Funden gibt es aber auch versteinerte Seeigel, Donnerkeile und Muscheln, die bis zu 200 Millionen Jahre alt sind.

Gisela Richter und ihre Schätze

Gisela Richter und ihre Schätze: aus einer ehemaligen Garage hat die Wiesenburgerin einen Ausstellungsraum für ihre über 1000 Mineralsteine gemacht.

Quelle: Johanna Uminski

Es sind nicht nur das Funkeln und Glitzern, die Farbkompositionen und Farbverläufe einiger Mineralgesteine, die Gisela Richter in den Bann ziehen. „Es ist einmalig, dass die Natur solche Formen hervorbringen kann – das ist so zauberhaft, dass man sich darin verlieren kann“, schwärmt die Geologin. Überall warten auf der Welt die herrlichsten Naturwunder – sogar vor der eigenen Haustür. Ihre Schätze hat Gisela Richter vor allem im Tagebau Rüdersdorf in Ostbrandenburg gefunden. Die Suche nach diesen Naturschönheiten führten die Wiesenburgerin unter anderem auch ins Vogtland, Erzgebirge, nach Tschechien, und Österreich, wo sie nach Smaragden suchte. „Leider habe ich nur ein paar wenige Splitter gefunden.“

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Gisela Richter ist leidenschaftliche Sammlerin. In ihrer Garage steht nicht etwa ein Auto – dort bringt sie viel lieber ihre kostbaren Schätze unter. Sie sagt: Das habe ihr die Erde freigegeben. Denn die Geologin sammelt Mineralsteine. Mehr als 1000 hat sie bereits. Wir haben einen Blick in ihre Ausstellung geworfen.

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Wenn die Geologin einen Mineralstein entdeckt, dann ist es für sie nach all den Jahren immer noch ein ganz besonderer Moment. „Dieses Erfolgserlebnis macht etwas mit einem und setzt Glückshormone frei.“ Doch auch wenn die Suche mal ins Leere laufen sollte, ist sie wenigstens in der Natur, so Richter.

Ein ganz besonderer Fund

Ein ganz besonderer Fund: Ein Coelestin, den Gisela Richter im Tagebau Rüdersdorf gefunden hat.

Quelle: Johanna Uminski

Sie sei eine Genusssammlerin, sagt die gebürtige Berlinerin. „Ich erfreue mich an den selbst gefundenen Schätzen, die mir die Erde preisgibt.“ Fasziniert ist Gisela Richter auch bis heute noch von dieser Schönheit der Natur in Form der Mineralkristalle, die etwas über die Entstehung unseres Planeten erzählen. „Das, was uns umgibt, sollte uns ehrfürchtig machen.“

Ein großes Interesse hat die Wiesenburgerin daher auch daran, ihr Wissen und ihre Liebe zu den Mineralsteinen an Kinder weiterzugeben. „Als ich mit meinen Enkelkindern gesucht habe, sind wir auf versteinerte Muscheln gestoßen – das hat sie sehr erstaunt.“

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen: im Ausstellungsraum in Wiesenburg freut sich Gisela Richter immer über Interessierte und Kenner, die sie und ihre Steine besuchen. Der Raum war einst eine Garage.

Quelle: Johanna Uminski

Bereits an zwei,drei öffentlichen Veranstaltungen in Wiesenburg öffnete die Geologin die Türen ihres Steinreiches – und es werden nicht die einzigen bleiben. „Meine Steine haben einen großen Zuspruch bei den Kindern – die waren fast den ganzen Nachmittag hier.“ Später kamen auch die Eltern dazu, die auch ein Interesse an der Steinsammlung von Gisela Richter zeigten.

Die Sammlerin hat aus ihrem Beruf ein Hobby gemacht, denn gleich nach der Schule hatte die Berlinerin damals eine Ausbildung zur Geologin gemacht und anschließend ein Ingenieurstudium für Wasserwirtschaft drangehängt. „Ich habe hauptsächlich in der Hyprogeologie gearbeitet“, sagt sie. Auch heute ist sie noch gelegentlich für ein Ingenieurbüro tätig.

Ein ganz besonderes Geschenk ihrer Familie

Ein ganz besonderes Geschenk ihrer Familie: Ein Amethyste aus Lappland (Finnland).

Quelle: Johanna Uminski

Zu ihren größten Schätzen zählt Gisela Richter übrigens nicht ihre wertvollsten Mineralgesteine. „Wichtig sind mir vielmehr die Steine, die ich selbst gefunden habe, die gut erhalten sind und eine super Kristalllausbildung haben“, betont die Geologin. Sie war vor zwei Jahren von der Hauptstadt in den Hohen Fläming umgezogen. Außerdem liegen der Rentnerin die Steine am Herzen , die sie an Fundstellen gefunden hat, die heute nicht mehr frei zugänglich sind. Und wie erkennt nun ein Laie einen Mineralstein? „Meistens am Glitzern und an der Reflexion der Farben“, sagt die Kennerin.

Info I Wer sich den Ausstellungsraum von Gisela Richter anschauen möchte, kann Kontakt unter der Telefonnummer 01577/15 91 148 aufnehmen.

Hintergrund

In Rüdersdorf (bei Berlin) wird seit über 760 Jahren Kalkstein abgebaut – ein Rohstoff für Zement und viele andere Baustoffe.

Ein 17 Hektar großer Museumspark grenzt direkt an den aktiven Tagebau.

Einstige Brennöfen und Transportanlagen können sich die Besucher anschauen und erfahren darüber hinaus noch Wissenswertes über die Geschichte des Kalkabbaus in Rüdersdorf.

Die technischen Bauwerke gehören zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Deutschlands.

Frei zugänglich sind die Gebäude, Anlagen und Freiflächen für die Besucher. Neben historischen Führungen können die Gäste an den geologischen Führungen im Tagebau teilnehmen, bei der sie nach Fossilien suchen. In dem 240 Millionen Jahre alten Kalkstein verstecken sich versteinerte Muscheln und Schnecken.

Weitere Informationen unter www.museumspark.de

Von Johanna Uminski

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