Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Diese Frau hat schon 106 Mal Blut gespendet

Bad Belzig Diese Frau hat schon 106 Mal Blut gespendet

Angela Schilling (51) aus Bad Belzig kommt seit 32 Jahren regelmäßig zu den Terminen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), um anderen Menschen zu helfen. „Vielleicht brauche ich selbst mal eine Blutkonserve, aber das wollen wir nicht hoffen“, sagt sie. Mit ihrem Engagement fällt sie auch bei den Mitarbeitern des DRK auf.

Bad Belzig 52.1427265 12.5951797
Google Map of 52.1427265,12.5951797
Bad Belzig Mehr Infos
Nächster Artikel
Mehr Vorkehrungen zum Altstadtfest

Angela Schilling (51) aus Bad Belzig hat bereits 106 Mal Blut gespendet.

Quelle: Josephine Mühln

Bad Belzig. Manchmal macht sie es mit links, manchmal mit rechts. „Sonst sieht der eine Arm immer so zerstochen aus“, sagt Angela Schilling. Bei ihrer 106. Blutspende ist wieder der rechte Arm dran. Routiniert legt sich die Bad Belzigerin auf eine der fünf blauen Liegen, die im Obergeschoss des Hauses in der Gliener Straße aufgebaut sind. Hier hat das Deutsche Rote Kreuz-Belzig (DRK) sein Quartier.

Ein kurzer Piks – und schon fließt die rote Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch in einen sterilen Beutel, der auf einer so genannten Blutmischwaage liegt. Während des Spendevorgangs schaukelt die Waage das Blut sacht hin und her – und wiegt es gleichzeitig. Ein halber Liter wird jedem Spender entnommen. Ist diese Menge erreicht, wird die Entnahme automatisch gestoppt. Angela Schilling hält während ihrer Spende einen kleinen roten Ball in der Hand, den sie wie eine Pumpe drückt. Damit wird ihr Blutfluss unterstützt.

Fünftägiger Vorrat von Blutkonserven ist ideal

In ganz Brandenburg sind jeden Tag neun Teams des DRK für die Blutspende im Einsatz. An etwa 2100 Terminen pro Jahr werden rund 100 000 Spenden entgegengenommen. „Damit können wir eine lückenlose Versorgung gewährleisten“, sagt Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost. Ideal sei ein Vorrat von Blutkonserven für fünf Tage im Voraus.

Dass das nicht immer gelingt, weiß Kerstin Schweiger. Sie erinnert sich noch gut an den September des vergangenen Jahres. „Zwei Wochen lang herrschte eine extreme Hitzewelle, die Fußball-Europameisterschaft war in vollem Gange – bei solchen Großereignissen verändert sich das Freizeitverhalten der Menschen, das müssen wir einkalkulieren.“ Bundesweit sei damals ein deutlicher Rückgang der Spenden zu verzeichnen gewesen. „Das war sehr kritisch“, sagt Schweiger. Soll heißen: Es waren nur noch für einen Tag im Voraus Blutkonserven verfügbar.

Die Blutmischwaage misst genau ab, wann 500 Milliliter Blut entnommen wurden

Die Blutmischwaage misst genau ab, wann 500 Milliliter Blut entnommen wurden.

Quelle: Josephine Mühln

Aber nicht nur der Sommer kann für das DRK zum Problem werden, sondern ebenso der Winter. Wenn beispielsweise eine Erkältungswelle über das Land zieht und zu viele Menschen schlicht nicht Spenden dürfen. Der Dezember mit seiner hohen Dichte an Feiertagen, die eigentlich Werk- und damit Spendentage wären, ist ebenfalls knifflig.

„Und auch der demografische Wandel macht vor der Blutspende nicht Halt“, sagt Kerstin Schweiger. „Es gibt mehr ältere Menschen, die Blut brauchen und manche langjährige Spender können beispielsweise wegen einer Krankheit nicht mehr regelmäßig kommen.“ Daher ist es für das DRK wichtig, langfristig neue Spender zu gewinnen. Damit das gelingt, wird über alle denkbaren Kanäle kommuniziert: Klassisch per Post, mittels Plakatwerbung und natürlich über die sozialen Medien.

Nach sieben Minuten ist die Blutspende beendet

„Wir versuchen, einzelne Spendetermine besonders zu machen, mit einem kleinen Rahmenprogramm“, sagt Schweiger. So ruft beispielsweise der Märkische Ballsportverein Belzig (MBSV) seit zehn Jahren zur Blutwette auf. Die Aktion hat bereits viele neugierige Erstspender in die Albert-Baur-Halle gelockt, die am Ende regelmäßig wieder zur Spende gekommen sind.

Angela Schilling hat es in der Zwischenzeit geschafft: Etwa sieben Minuten dauert es, bis eine Blutspende abgeschlossen ist. Ob sich die 51-Jährige noch erinnern kann, wann sie ihre erste Spende geleistet hat? „Am 26. September 1985.“ Die Antwort kommt prompt, ohne zu überlegen. „Ich mache das, um Leben zu retten. Das Blut wird gebraucht“, sagt die gebürtige Anklamerin. „Vielleicht brauche ich selber mal welches, das wollen wir nicht hoffen.“

Blutspende in Treuenbrietzen

650 Blutspenden müssen pro Tag in Berlin und Brandenburg entnommen werden, um eine lückenlose Versorgung gewährleisten zu können.

Im Hohen Fläming sind 18 Spender aktiv, die wie Angela Schilling bereits über 100 Spenden geleistet haben.

Blut spenden kann jeder, der mindestens 18 und nicht älter als 73 Jahre ist.

Aus einer Blutspende werden drei Präparate gewonnen: die Blutkonserve selbst, das Blutplasma und die Blutblättchen – eine Spende kann also drei Menschen helfen.

In Treuenbrietzen kann heute von 15 bis 19 Uhr im Bürgerhaus „Alte Feuerwehr“, Breite Straße 71, Blut gespendet werden.

Am Donnerstag, 31. August, finden Blutspendetermine in Wiesenburg im Quergebäude am Goetheplatz sowie in Beelitz im Robert-Tiedemann-Haus statt.

Gespendet werden kann in Wiesenburg von 15 bis 19 Uhr, in Beelitz bereits ab 14.30 Uhr.

Dass jemand so regelmäßig zur Spende kommt wie Angela Schilling, ist auch für das Team des DRK nicht selbstverständlich. „Frauen dürfen nur vier Mal im Jahr Blut spenden“, sagt Kerstin Schweiger. „Das Engagement von Frau Schilling ist besonders zu würdigen, weil sie seit ihrer ersten Spende fast jeden Termin mitgenommen hat.“

Von Josephine Mühln

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg