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Dieser Bastler bringt Schrottkarren in Schwung

Trechwitz Dieser Bastler bringt Schrottkarren in Schwung

Marco Thiele aus Trechwitz (Potsdam-Mittelmark) liebt Schrottfahrzeuge. Mit einem neuen Schlitten muss ihm keiner kommen. Derzeit bereitet sich der 35-Jährige auf das nächste Trechwitzer Treckertreffen vor. Das soll in diesem Jahr um eine Sensation erweitert werden.

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Ein altes Auto auf dem Gelände, von Brombeeren fixiert.

Trechwitz.  Marco Thieles Hände dürften selten ohne Ölspuren sein. Der 35-jährige Trechwitzer schraubt in seiner freien Zeit an Robur-Lastern und Trabis herum. In einer nahen Halle stehen mehrere dieser Fahrzeuge, die die DDR-Zeit überdauert haben. Sie alle bringt Thiele wieder zum Laufen. Was für Laien wie ein Schrottplatz wirkt, ist schönstes Bastler-Eldorado für Menschen, die davon etwas verstehen.

Derzeit bereitet sich der Industrie-Isoliermeister auf das 15. Trechwitzer Treckertreffen vor. Es ist eine Veranstaltung des Freizeit- und Jugendvereins Trechwitz, in dem Marco Thiele selbst seit Jugendtagen Mitglied ist.

Marco Thiele wirbt dieser Tage für eine Neuerung bei dem Großereignis Treckertreffen, das jedes Mal rund 5000 Besucher auf den Trechwitzer Sportplatz zieht. Dieses Jahr bietet der Verein erstmals Ausstellungsfläche an für Oldtimer-Traktoren und historische Nutzfahrzeuge. „Alles, was groß ist und mit technischer Arbeit zu tun hat, kann aufgestellt werden“, sagt Thiele. „Wir wollen den Gästen mehr Technik zum Bestaunen bieten.“ So gewinnt das Treckertreffen einen technikmusealen Aspekt hinzu.

Marco Thiele vor einem Robur, den er wieder zu neuem Leben erweckt hat

Marco Thiele vor einem Robur, den er wieder zu neuem Leben erweckt hat.

Quelle: Marion von Imhoff

Zum Staunen sind auch die Fahrzeuge, die sich Thiele zusammen gesammelt hat. Besonders Robure haben es dem gebürtigen Brandenburger, der in Trechwitz aufgewachsen ist, angetan. Die Kleinlaster, die oft von der Nationalen Volksarmee verwendet wurden, wieder auf Vordermann zu bringen, ist Thieles Spezialität. Selbst wenn sie „Totalschrott“ sind, schafft er das in mühevoller und geduldiger Kleinarbeit.

Die Fahrzeuge lagern in einer alten Industriehalle, davor steht ein altes Feuerwehrfahrzeug, daneben ein Uralt-Golf, an dessen Kühlergrill eine Brombeerpflanze rankt. Selbst wer für Technik nicht sonderlich empfänglich ist, hier wird er es. Neben den Fahrzeugen steht ein altes verrostetes Boot und harrt seiner Zukunft auf dem Trockenen.

Eine Halle mit Robur an Robur

Eine Halle mit Robur an Robur. Dort werkelt Marco Thiele.

Quelle: Marion von Imhoff

Marco Thiele weiß, dass es viele Männer wie ihn gibt, die gerne an Fahrzeugen basteln, ja auch Frauen kenne er, die sich für dieses Hobby begeistern könnten. Aus ganz Deutschland pilgern Besucher zum Treckertreffen, das der Verein alle zwei Jahre seit 1991 veranstaltet. Für das Showrennen hat er sich einen alten Robur zurecht gemacht. Ein schwarzes Ding, abgespeckt von überflüssiger Karosserie.

Der Trechwitzer hatte vor Jahren einen alten Robur geschenkt bekommen. So entflammte seine Liebe zum Fahrzeugbastelei. „Davor habe ich nicht mal an einem Moped geschraubt“. Es gab eine Wette um einen Kasten Bier, wenn er das Ding zum Laufen bringe. Und Marco Thiele brachte das Wrack zum Laufen. Natürlich.

Drei Robur-Varianten, an denen Marco Thiele gebastelt hat

Drei Robur-Varianten, an denen Marco Thiele gebastelt hat.

Quelle: Marion von Imhoff

Wenn der Motor wieder anfängt zu laufen, ist das für Marco Thiele wie Musik. Musik dürfte für ihn auch das Motorengedröhne beim Rennen sein. Dabei käme es nicht auf das Siegen an, berichtet er. „Es geht um den Spaß.“ Damit die Besucher nicht gefährdet werden, ist der Fahrzeugparcours mit Strohballen und Leitplanken in den Kurven ausgelegt. Der Verein, das betont Thiele, sei nicht technikbezogen. Es gehe darum, miteinander viel zu erleben. „Fast jedes zweite Wochenende sind wir unterwegs.“

15. Treckertreffen in Trechwitz

Der Robur wurde 1961 als Robur LO 2500 auf der Leibziger Frühjahrsmesse vorgestellt.

Im Laufe der Jahre folgten weitere LO- und LD-Typen. Sie waren als Kipper ebenso im Einsatz wir zur Medikamentenversorgung.

Das Treckertreffen Trechwitz am 3. September ist in diesem Jahr das 15. in Folge. Nach Angaben des Jugend- und Freitzeitvereins können Teilnehmer schon am Freitag anreisen. Für sie stehen Campingplätze bereit. Samstagabend folgt der Trecker-Ball. Am Sonntagnachmittag folgen die Wettkämpfe.

Infos zum Treckertreffen gibt es auf der Webseite des Freizeit- und Jugendvereins Trechwitz www.fjvt.de

Der Freizeitverein Trechwitz ist auch berühmt für sein spektakuläres Osterfeuer jedes Jahr. 35 Mitglieder hat der Verein, zu Spitzenseiten waren es sogar schon 42, vom Kleinkind bis zu Senioren.

Vorsitzender dieses engagierten und sehr aktiven Vereins ist Sebastian Gaidecka. Auch er betont, wie schön es wäre, wenn sich weitere Mitstreiter und Aussteller von Traktoren und Oldtimern finden würden für das Treckertreffen im September. „Wir hoffen auf alle, die noch Zeit und Lust haben, bis zum ersten Septemberwochenende einen Traktor Marke Eigenbau zusammen zu schrauben oder einen Oldtimer-Traktor auf Vordermann zu bringen, um sich im Geschicklichkeits- und Schnelligkeitsparcours zu messen.“

Von Marion von Imhoff

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