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Dieser Bürgersteig gehört sofort gesperrt

Rosenau OT Viesen (Potsdam-Mittelmark) Dieser Bürgersteig gehört sofort gesperrt

Die Gemeinde Rosenau hat die Verkehrssicherheitspflicht für den Bürgersteig im Ortsteil Viesen (Potsdam-Mittelmark). Dieser gehört sofort gesperrt, denn statt Sicherheit zu bieten, ist er eine Gefahr. Eine Anwohnerin ist jetzt schwer gestürzt und zog sich Knochenbrüche im Gesicht zu.

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Schlichtweg eine Katastrophe, von einem Gehweg ist an der Viesener Ortsdurchfahrt wohl kaum noch zu sprechen.

Quelle: Marion von Imhoff

Viesen. Dieser Bürgersteig bietet keine Sicherheit, sondern ist selbst eine Gefahr und müsste deswegen sofort gesperrt werden. Die Rede ist vom Gehweg entlang der Viesener Ortsdurchfahrt. Am Donnerstag voriger Woche ist dort eine 64-jährige Anwohnerin so schlimm gestürzt, dass sie sich schwere Kopfverletzungen zuzog. Die Frau musste in eine Neuruppiner Spezialklinik gebracht werden, wo sie diese Woche operiert werden soll. Sie erlitt mehrere Brüche im Gesicht.

Ihr Ehemann, Egon Kahle, zeigte sich am Dienstag noch immer sehr schockiert von dem schweren Unfall seiner Frau. Der 75-Jährige fordert die schnelle Sanierung des Bürgersteigs und auch der Ortsdurchfahrt.

Die Unfallstelle, eine Metallplatte ist in den Bürgersteig eingelassen und steht Zentimeter in die Höhe

Die Unfallstelle, eine Metallplatte ist in den Bürgersteig eingelassen und steht Zentimeter in die Höhe.

Quelle: Marion von Imhoff

Schon in ihrem MAZ-Interview vor rund vier Wochen sagte die Wusterwitzer Amtsdirektorin Ramona Mayer, „wir brauchen unbedingt Gehwege in Viesen, um die Situation für Fußgänger dort sicherer zu machen“. Die Kommune macht die Sanierung der völlig maroden Bürgersteige von der grundlegenden Instandsetzung der Ortsdurchfahrt abhängig.

Die Viesener Dorfstraße ist eine Kreisstraße. Nach Angaben von Kai-Uwe Schwinzert, Pressesprecher des Landratsamtes von Potsdam-Mittelmark, wird die Kreisstraße frühestens mittelfristig in Angriff genommen. Dabei spricht er von einem Zeitabschnitt der nächsten zwei bis fünf Jahre, „je nachdem Fördermittel für die Baumaßnahme akquiriert werden und fließen“

Dies ist eine Bordsteinkante, von einem Metallrohr unterbrochen

Dies ist eine Bordsteinkante, von einem Metallrohr unterbrochen.

Quelle: Marion von Imhoff

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Zudem verweist Schwinzert auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde bezüglich der Gehwege. Diese müssten gefahrlos benutzt werden können, betont der Kreissprecher.

Amtsdirektorin Mayer kündigte am Dienstag an, dass sich der Fachbereich des Bauamtes sofort mit den Gehwegen in Viesen befassen werde und diese notfalls ausbessern lassen würde. Eine Unfallanzeige sei im Amt Wusterwitz noch nicht eingegangen.

Amtsdirektorin Ramona Mayer kündigt Sofortmaßnahmen des Bauamtes an

Amtsdirektorin Ramona Mayer kündigt Sofortmaßnahmen des Bauamtes an.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Tatsächlich ist der Gehweg eine Katastrophe. Platten sind weggebrochen oder fehlen teilweise ganz. Schlaglöcher und gefährliche Stolperfallen lauern auf jedem Quadratmeter des Bürgersteigs. Ein Wasserrohr guckt seitlich hervor, die Gehwegkante ist dort auf mehr als zehn Zentimetern weggebrochen.

Dort, wo Egon Kahles Frau gestürzt ist, ist eine Metallplatte in den Bürgersteig eingelassen, die etwa anderthalb Zentimeter hervorsteht. Scharfkantige verbogene Regenentwässerungsrohre ragen seitlich heraus. Vom Gehweg führt eine gefährlich abschüssige, gepflasterte Gosse auf die Bitumenfahrbahn. Diese grenzt an Betonplatten. Ortsfremde halten diese Betonplatten irrtümlich für einen Bürgersteig und fahren erschreckt so weit links, dass sie in den Gegenverkehr geraten könnten. So geschah es auch während des Vor-Ort-Termins der MAZ. Ein Potsdam-Mittelmärker Autofahrer fuhr irritiert in die Mitte der Straße, weil er sich urplötzlich auf dem Gehweg wähnte.

Verkehrssicherungspflicht

Verkehrssicherungspflicht der Kommune bedeutet, dass diese dafür Sorge zu tragen hat, dass von dem Bürgersteig keine Gefahr ausgeht. Ist das der Fall, muss sie Vorkehrungen treffen, um Schäden anderer zu verhindern.

Kommt eine Kommune oder auch ein Grundstückseigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nach, wird er bei Schäden anderer ersatzpflichtig.

Die Verpflichtung, andere auf öffentlichem oder privatem Grund vor Gefahren zu schützen, beschäftigt seit Jahrzehnten die Gerichte in Deutschland.

Gehwege müssen auf Unebenheiten kontrolliert und instand gehalten werden. So wurde das Land Berlin vom Bundesgerichtshof als oberster Instanz dazu verurteilt, einer Frau Schadensersatz zu zahlen. Diese war auf verwitterten Gehwegplatten hängen geblieben, gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen zugezogen.

Egon Klose kann den halsbrecherischen Aufbau der Straße erklären. „Das Kopfsteinpflaster stammt noch vor dem Krieg. Daneben verlief ein unbefestigter Sommerweg. Dann wurde die Straße mit Betonplatten verbreitert und der Kopfsteinbereich mit Bitumen bedeckt.“

Einige Anwohner haben sich selbst geholfen und mit Pflastersteinen direkt vor den Häusern einen Verbindungsweg gebaut. „Jeder hat sich selbst einen Gehweg angelegt“, sagt Egon Kahle, der in Viesen aufgewachsen ist.

Eine Nachbarin öffnet das Fenster: „Dass hier nicht schon früher etwas passiert ist, kann nur wundern“, ruft sie. Der Gehweg und die Straße seien „einfach nur schlimm“.

Tempo 30 gilt in diesem Abschnitt der Dorfstraße. Doch der Bürgersteig wird dadurch auch nicht sicherer und der Geräuschpegel der vorbeischeppernden Traktoren mit Hängern auch nicht leiser.

Von Marion von Imhoff

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