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Digitaler Schutz gegen Einbrecher

Teltower Firma bietet Sicherheitsprodukte an Digitaler Schutz gegen Einbrecher

Die Teltower Firma Elektrocom bietet Systeme an, mit denen zum Beispiel Türen, Fenster und Kühlschränke von der Ferne aus gesteuert werden können. Das ist gefragt – gerade in Zeiten steigender Einbruchszahlen auch in Teltow. Auch wer seine Sauna vorheizen will, ist bei Elektrocom gut aufgehoben.

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Max Habel (l.) hat sich von der Handwerkskammer weiterbilden lassen, zur Zufriedenheit von Firmenchef Martin Musick.
 

Quelle: Stephan Laude

Teltow.  Wikipedia erklärt alles ganz genau. Auf stattlichen zehn Seiten beschreibt das Online-Lexikon, was der KNX-Standard ist und wie er funktioniert. Kurz zusammengefasst lässt sich formulieren: Es handelt sich um digitale Systeme der Gebäudeautomation. Die intelligente Steuerung erfolgt mit Fernzugriff via Internet. Neben der Elektroleitung ist eine Signalleitung zum Schalten nötig. „Man kann alles mit dem Smartphone regeln. Zum Beispiel das Licht ein- und ausschalten oder vor der Rückkehr aus dem Urlaub die Sauna vorheizen“, erläutert Martin Musick, Chef der Teltower Handwerksfirma Elektrocom – Elektro- und Kommunikationsanlagen. Ebenso lässt sich aus der Ferne die Tür öffnen, um die Putzfrau hereinzulassen. „Das haben wir bei etlichen Kunden schon verbaut“, so Musick. Der Bedarf ist also da, und zwar nicht nur bei Leuten, die sich gern von neuesten technischen Errungenschaften faszinieren lassen. Die Systeme bieten auch ein Plus beim Schutz vor Einbrechern.

Das Zentrum für Gewerbeförderung in Götz

Das Zentrum für Gewerbeförderung in Götz.

Quelle: Heike Schulze

Mit Max Habel hat die Teltower Firma jetzt auch einen zertifizierten KNX-Fachmann in ihren Reihen. Entsprechende Aufträge müssen nun nicht mehr extern vergeben werden. Habel ist der 100. Absolvent, der erfolgreich die Prüfungen im KNX-Projektierungskurs der Handwerkskammer Potsdam absolviert hat. Die Kurse finden im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz statt. Neben den zertifizierten Aufbaukursen werden dort auch KNX-Grundkurse angeboten.

Habel ist gelernter Elektrotechniker. Seine Fortbildung wurde durch die Weiterbildungsförderrichtlinie des Landes Brandenburg unterstützt. Der 26-Jährige mag an seinem Beruf die breite Palette der Aufgaben. Mal muss man mit einer Bohrmaschine arbeiten, mal Glasfaserkabel schweißen. Die sind nur einen winzigen Bruchteil eines Millimeters stark. „Da braucht man eine ruhige Hand und ein gutes Auge“, sagt Habel. Klar, dass auch Tablet und Computer auf keiner Baustelle fehlen. „Ein Elektroniker ist heute gleichzeitig Programmierer“, sagt Firmenchef Musick.

Der 67-jährige Ingenieur, der früher im Gleichrichterwerk Stahnsdorf gearbeitet hatte, hat seine Firma 1990 mit drei Leuten gegründet. Heute sind es 18 Mitarbeiter. Angeboten werden Leistungen auf den Gebieten Elektrotechnik, Datennetze, Telefonanlagen und Sicherheit. Der Umsatz liegt bei weit über einer Million Euro. Aufwändige Werbung hat die Firma nicht nötig. Trotzdem gehören zu den Kunden Wohnungsbaugesellschaften, die brandenburgische Staatskanzlei, Madame Tussauds, die Mercedes-World in Berlin. Einen Preiskampf mit Wettbewerbern führt das Unternehmen nicht. „Es gibt immer einen, der es billiger kann“, sagt Musick. Oft müssten Kunden aber hinterher Mängel bei Qualität und Zuverlässigkeit feststellen.

Mitarbeiter entscheiden über Einstellung

Im September kommen wieder Auszubildende in die Firma, wie in jedem Jahr. Sie absolvieren vorher immer ein Praktikum, manche auch mehrere. Wer von den jungen Leuten dann eingestellt wird, das entscheiden die Mitarbeiter, die mit ihnen unterwegs sind. „Die können doch die Eignung der Bewerber viel besser beurteilen, als wenn ich mich mit ihnen eine halbe Stunde unterhalte“, sagt Musick. Die Zeugnisse lässt er sich natürlich zeigen. „Aber die sind nicht das wichtigste.“ Nicht alle Azubis sind später bei Elektrocom geblieben. Manche haben ein Studium aufgenommen. Aber der Hauptgrund ist ein völlig anderer. Martin Musick: „Meist haben uns Frauen die Leute weggenommen.“ Auch Kundinnen haben ihr Herz schon an Musicks Männer verloren. Ein Ortswechsel ist nicht das Problem. „Gute Leute finden in unserer Branche überall Arbeit“, so Musick.

Mit 67 Jahren und einer 60-Stunden-Arbeitswoche muss auch so einer wie Martin Musick ans Aufhören denken. „Wenn man eine Firma von der Pieke an aufgebaut hat, da fällt die Trennung schwer.“ Einzelheiten mag er nicht nennen. Nur so viel: Was immer entschieden werde, es müsse gut sein für die Firma.

Firma ist in der Kommune aktiv

Seit inzwischen 20 Jahren zahlt der Betrieb seine Gewerbesteuern in Teltow. Außerdem hat er sich fürs Gemeinwohl engagiert. Musick verweist auf die Pflasterung am Firmensitz in der Parkstraße, die dann der Stadt übereignet wurde, und die Ausrüstung der Kita „Wurzelpeter“ mit Lampen. Trotzdem war Elektrocom nicht zum jüngsten Sicherheitstag auf dem Teltower Marktplatz eingeladen. „Ich finde das sehr traurig“, sagt Musick. Die Ignoranz des Messeveranstalters betraf nicht nur ihn. Von den Teltower Firmen, die Sicherheitstechnik anbieten, zum Beispiel Schließanlagen, sei von der Stadtverwaltung nicht eine einzige eingeladen worden. Alle sind von auswärts. „Ich bin trotzdem zu der Messe gegangen“, sagt Musick. „Ich wollte ja sehen, was die Konkurrenz macht.“ Aber mit Unterstützung für die Stadt werde er sich in den nächsten Jahren zurückhalten.

Nachtrag: Die Teltower Stadtverwaltung verweist darauf, dass der Firma nach deren Intervention 14 Tage vor dem Sicherheitstag ein Stand angeboten worden sei. Die sei aber von Firmenchef Martin Musick ausdrücklich abgelehnt worden.

Von Stephan Laude

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