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Dippmannsdorfer Schüler sind stets bremsbereit

Traditionelle Fahrradschule Dippmannsdorfer Schüler sind stets bremsbereit

Das ist nicht nur Tradition: Fahrrad-Unterricht für die Viertklässler der Dippmannsdorfer Grundschule im Frühjahr. Denn sie kommen täglich mit dem Velo aus den Nachbarorten auf dem Radweg an der B 102 entlang gerollt. Zur Prüfung war sogar die Verkehrspolizei vor Ort.

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Gefühl für das Fahrrad: Mit Bravour hat der zehnjährige Enec den Slalom-Parcours gemeistert.

Quelle: Johanna Uminski

Dippmannsdorf. Noch zeigt sich selbst der Frühling zögerlich, doch mit ein paar warmen Sonnenstrahlen wurde der Hohe Fläming schon verwöhnt. Und so werden die Drahtesel aus Kellern und Schuppen geholt

Doch der letzte größere Fahrradausflug liegt schon eine Weile zurück. Nicht nur die Rückgewinnung der eigenen Sicherheit, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer spielt also eine große Rolle - das wissen schon die Jungen und Mädchen der Kleinen Grundschule Dippmannsdorf. Die Kinder sind nicht nur in der Theorie fit und wissen, wie sie sich als Fahrradfahrer im Straßenverkehr richtig zu verhalten haben. Sie können es auch. Neben einer intensiven Vorbereitung im Unterricht und einer theoretischen Radfahrprüfung haben sie das Gelernte schon in der Praxis perfekt umsetzen können.

Vorsichtig, aber sicher umfährt daher der zehnjährige Felix die aufgestellten Verkehrshütchen im Slalom. Seine gleichaltrige Mitschülerin Greta folgt ihm und meistert ebenfalls die Aufgabe mit Bravour. Am Ende bücken sich die Kinder noch auf dem Fahrrad, um unter ein Hindernis zu fahren. Auch das ist für sie überhaupt kein Problem. Dass sie Fahrradprofis sind, bewiesen die Grundschüler bereits während ihrer Prüfung vor den kritischen Augen der Verkehrspolizei. Da standen aber noch andere schwierige Aufgaben an. „Beim Abbiegen müssen wir Handzeichen und Schulterblick machen“, sagt Felix. Das sei nicht so leicht gewesen, gesteht der 10-Jährige ein.

Immer abschließen

Im Land Brandenburg werden pro Jahr zwischen 15 000 und 20 000 Fahrräder entwendet.

Am besten schützen massive Stahlketten, Bügel- oder Panzerkabelschlösser vor dem Diebstahl. Außerdem sollten die Schlösser groß genug sein, um das Rad an einem festen Gegenstand anschließen zu können. Dies gilt insbesondere auf großen Abstellplätzen an Bahnhöfen, Bädern oder Sport- und Freizeiteinrichtungen, die bei Langfingern sehr beliebt sind.

Die Polizeidirektion West rät, die Fahrraddaten wie die Rahmennummer zu dokumentieren. Selbst bieten die Beamten noch die Codierung des Rahmens an. Mit dieser individuellen Kennzeichnung können sie ein gestohlenes Fahrrad zweifelsfrei identifizieren und seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben.

Alle wichtigen Informationen zum Fahrrad und Besitzer können ferner in einen Fahrradpass notiert werden. Viele Händler stellen bereits beim Fahrradkauf einen solchen Pass aus. Alternativ können wichtige Fahrrad-Daten in einer kostenlosen Fahrradpass-App der Polizei gespeichert werden.

Anspruchsvoll ist der Praxistest auch, weil er unter realen Bedingungen stattfindet. „An dem Tag war Nebel und die Sicht war schlecht“, erinnert sich Henrik. Da der Zebrastreifen schlecht zu sehen war, hielt der 10-Jährige lieber an, auch wenn niemand gekommen war. „Ich wollte sichergehen“, sagt der Grundschüler und folgte damit vorbildlich dem Slogan „Jederzeit bremsbereit“, den die 14 Grundschüler der 4. Klasse lautstark wie aus einem Mund rufen. Neben dem Slalomfahren mussten die Kinder über eine Wippe und ein schiefes Brett, sowie eine aufgemalte Acht am Boden abfahren oder im realen Straßenverkehr die Rechts-vor-Links-Regel beachten und eine Notbremsung zeigen. Alle Viertklässler haben die Fahrradprüfung bestanden und freuen sich über ein blaues Radfahrprüfsiegel, das nun so maches Velo schmückt.

Die theoretischen und praktischen Prüfungen sind an der Dippmannsdorfer Grundschule, wo die Kinder aus den Nachbarorten wieder auf dem Radweg an der B 102 anrollen, nicht nur Tradition, sondern auch Pflicht. „Das ist ein Teil des Sachkundeunterrichts“, sagt die Klassenlehrerin Gabriela Weiß. Über drei Wochen verteilt üben die Viertklässler reale Situationen, um sich dann sicher dem Examen stellen zu können. „Kinder sind das schwächste Glied im Straßenverkehr“, betont die Pädagogin. Umso wichtiger sei es, dass sie - wenn vorhanden - einen Fahrradweg benutzen, rücksichtsvoll fahren, auf andere und die Verkehrszeichen achten.

Doch im Straßenverkehr kommt es nicht nur auf ein sicheres und rücksichtsvolles Verhalten an. Auch das Fahrrad selbst muss gewisse Standards erfüllen. „Wir brauchen einen Helm auf dem Kopf, Licht, zwei Bremsen, eine Klingel, ein gutes Reifenprofil und Reflektoren“, sagt der 10-jährige Henrik. Wichtig ist auch, dass man ein Fahrrad entsprechend seiner Körpergrößere fährt, betont die 10-jährige Caroline. Die Dippmannsdorfer Grundschüler sind nun fit genug, um sich der nächsten größeren Herausforderung zu stellen. „Im Juni machen wir eine Fahrradtour zur Rabener Jugendherberge“, sagt Gabriela Weiß.

Von Johanna Uminiski

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