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Doppelt spannender Wahlsonntag

Treuenbrietzen Doppelt spannender Wahlsonntag

Treuenbrietzen erwartet einen doppelt spannenden Sonntag. Wahlberechtigte dürfen dort bis zu drei Stimmen abgeben. Neben dem Urnengang zum Bundestag geht es vor allem auch um die Zukunft des Bürgermeisters. Der Amtsinhaber hat zwei Herausforderer. Für die Abstimmungen gibt es Einiges zu beachten.

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Von links nach rechts: Mike Fetzer, Michael Knape und Alexander Waschetzko wollen am Sonntag in Treuenbrietzen Bürgermeister werden beziehungsweise bleiben.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Beim doppelten Wahlsonntag in Treuenbrietzen dürfen mehr Bürger über das künftige Stadtoberhaupt abstimmen als über die Zusammensetzung des neuen Deutschen Bundestages. Berechtigt für den Urnengang zur Bürgermeisterwahl sind nämlich auch schon alle Einwohner ab einem Alter von 16 Jahren. Das sind mit Stichtag vom Donnerstag exakt 6611 Bürger. Zur Bundestagswahl gehen dürfen hingegen lediglich 6421 Männer und Frauen ab 18 Jahren. Geschlossen wird das Wählerverzeichnis am Freitag um 18 Uhr.

Während zur Bundestagswahl eine Erststimme für den Direktkandidaten aus dem Wahlkreis sowie die Zweitstimme für eine Partei abgegeben werden dürfen, können Treuenbrietzener Wähler nur ein Kreuz für die Wahl zum Bürgermeister setzen. Amtsinhaber Michael Knape (parteilos für den TBV) muss sich dabei zwei Herausforderern stellen. Als SPD-Mann geht Mike Fetzer ins Rennen, für die CDU kandidiert Alexander Waschetzko (parteilos). Erreicht keiner der Kandidaten am Sonntag mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen, wird drei Wochen später, am 15. Oktober, eine Stichwahl nötig.

Briefwahl ist der große Renner

Ungewohnt viele Wähler sparen sich in diesem Jahr allerdings den direkten Urnengang. Sie wollen lieber per Briefwahl abstimmen. „Die Abfrage der Unterlagen dafür ist diesmal enorm stark“, sagt der Treuenbrietzener Wahlleiter, Ralf Gronemeier. „869 Anträge auf Briefwahl wurden bereits verschickt und der Rücklauf ist auch schon vergleichsweise hoch. Viele haben ihre Stimmzettel auch schon hier im Briefwahlbüro ausgefüllt“, erklärt Gronemeier. Anträge für einen Wahlschein mit Briefwahlunterlagen können noch bis Freitag, 18 Uhr, und notfalls auch am Wahltag selbst über das Briefwahlbüro im Rathaus erfolgen. „Zurück sein hier im Briefwahlbüro müssen auch diese Unterlagen in jedem Fall aber bis zum Ende der Wahl am Sonntag, 18 Uhr“, sagt Ralf Gronemeier.

Unbedingt zu beachten

Treuenbrietzener Wähler sollten ihre Benachrichtigungskarten nach dem Urnengang am Sonntag unbedingt weiter aufbewahren.

Diese Karten gelten nämlich auch für den Fall einer möglichen Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters. Sie würde dann am 15. Oktober stattfinden.

Wer zum ersten Urnengang Briefwahlunterlagen beantragt hat, bekäme sie automatisch auch für eine Stichwahl neu zugesandt.

Wahlberechtigte können notfalls auch ohne Benachrichtigungskarte wählen, so sie im Wählerverzeichnis eingetragen sind. In jedem Fall sollte zum Abgleich ein Ausweisdokument im Wahllokal vorgelegt werden.

Die 15 Wahllokale in den Orten und das Briefwahllokal sind alle ausreichend besetzt. Insgesamt 114 Wahlhelfer sichern dort den ehrenamtlichen Dienst ab. Pro Lokal sind fünf Leute vorgeschrieben – in Treuenbrietzen jedoch mindestens sechs Personen den ganzen Wahltag über aktiv. „Viele von ihnen tun dies schon seit Jahrzehnten immer zuverlässig“, erzählt Ralf Gronemeier. Neue Wahllokale gibt es lediglich an zwei Punkten in der Kernstadt. Weil das Bürgerhaus „Alte Feuerwehr“ schon langfristig für eine private Feier vermietet war, weicht das Wahllokal in den Seniorentreff „Rosendiele“ aus. An der Albert-Schweitzer-Straße erfolgt der Umzug von der Schulaula in das IKTB-Haus direkt an der Straße. „Dort ist der Zugang barrierefrei, was sich viele ältere Bürger so gewünscht haben“, erklärt der Wahlleiter. Offiziell vorgeschrieben ist die Barrierefreiheit noch nicht, jedoch in acht der 15 Treuenbrietzener Lokale gegeben. Die Urne beispielsweise einem Rollstuhlnutzer vor die Tür zu tragen, ist nicht zulässig. „Unbeobachtet gewählt werden muss zwingend in der Wahlkabine im Lokal“, erklärt der Wahlleiter zu den Regeln.

Kleinstes Wahllokal in Lühsdorf

Im Ortsteil Lobbese gibt es gar zwei Wahllokale für die drei Dörfer. Sie liegen in der alten Gaststätte zu Zeuden, das auch für Pflügkuff zuständig ist, sowie in Lobbese im Wasserwerk. Den kleinsten Wahlbezirk Treuenbrietzens mit 52 Stimmberechtigten gibt es indes ganz am anderen Ende des Stadtgebietes, nämlich in Lühsdorf. Deutlich mehr zu zählen haben dürften wohl die Wahlhelfer in den drei größten Wahlbezirken in der Kernstadt. „In der Aula des Gymnasiums, in der Rosendiele und an der Albert-Schweitzer-Straße gibt es jeweils um die 1000 bis 1200 Wahlberechtigte“, erklärt Ralf Gronemeier.

Er hofft auf einen reibungslosen Ablauf. „Überall gibt es eingespielte Teams und die im Landkreis inzwischen einheitliche PC-Technik hat sich kaum verändert“, sagt der Wahlleiter der Stadt Treuenbrietzen. Erste verlässliche Ergebnisse zur Bürgermeisterwahl erwartet Gronemeier am Sonntag gegen 21.30 Uhr. Denn zunächst müssen in den Wahllokalen überall die Erst- sowie die Zweitstimmen zur Bundestagswahl ausgezählt und in Datenbanken eingelesen werden.

Von Thomas Wachs

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