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Potsdam-Mittelmark Dorfbewohner fordern neuen Spielplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Dorfbewohner fordern neuen Spielplatz
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19:25 28.09.2017
Eine Wippe mit nur vier Plätzen für zehn Kinder: Auf dem Grabower Spielplatz herrscht Handlungsbedarf. Quelle: Andreas Koska
Grabow

Es ist selten, dass alle Kinder des Dorfes auf einmal auf dem Grabower Spielplatz anzutreffen sind. Kein Wunder: Die Doppelschaukel und die Rutsche sind vor zwei Jahren in einer Nacht-und-Ne­bel-Ak­ti­on abgebaut worden. „Der Abbau erfolgte ohne Absprache, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgert sich Maik Willig. Er ist der Vorsitzende des Grabower Fördervereins und kümmert sich um das gesellschaftliche Leben im Dorf, organisiert beispielsweise das Dorffest und den Weihnachtsmarkt.

Zwischen der Kirche und einem der Teiche können Spaziergänger noch das vorfinden, was vom Spielplatz übrig geblieben ist. Ein einsames Schaukeltier, ein Reifen auf einer Feder und eine Wippe. Die zerbröselnde Tischtennisplatte aus Beton ergänzt das Angebot. „Die hätte man abbauen sollen“, sagt Willig entrüstet. „Ein Netz gibt es nicht und das Fundament schaut schon hervor.“

„Die meisten haben schönere Spielgeräte im Garten“

Derweil kommen ein paar Kinder auf das von einer Hecke gesäumte Areal. Alle wollen zur Wippe, die allerdings nur vier Kindern Platz bietet. „Wen wundert’s, die meisten haben schönere Spielgeräte im Garten“, sagt Yvonne Moritz. Die zweifache Mutter wünscht sich einen vernünftigen Spielplatz in der Dorfmitte. „Es fördert soziale Kontakte und wäre ein Mittel gegen die Vereinsamung“, so die Grabowerin.

Ähnlich sieht auch der Ortsvorsteher das Ganze. Mattias Gräning weiß, dass der Spielplatzbau zu den freiwilligen Aufgaben der Kommune gehört und die Gemeinde Mühlenfließ im Haushaltssicherungskonzept steckt. „Da müssten die Prioritäten verändert werden – ein Spielplatz im Dorf ist Pflicht und als eine solche müsste er auch betrachtet werden“, betont Gräning. Er fordert, dass die Gemeinden entsprechend ausgestattet werden und würde gern an einem Solidaritätsfonds partizipieren, in den reiche Gemeinden einzahlen, um ärmeren zu helfen.

Spielfrust statt Spielfreude: Die zerbröselnde Tischtennisplatte aus Beton macht das traurige Bild des Spielplatzes komplett. Quelle: Andreas Koska

„Es passiert nichts, weil wir nicht investieren dürfen“, betont der Ortschef. „Das gibt Unruhe im Dorf und ist den Leuten schwer zu vermitteln. Es wäre schön wenn der Platz kommt, bevor die Kleinen volljährig werden“, ergänzt Gräning leicht zynisch. „Wir brauchen nur in der Gegend herumzuschauen: Egal ob Zixdorf, Ziezow oder Raben – dort gibt es überall tolle Spielplätze und bei uns die Kinder dafür“, entrüstet sich auch Yvonne Moritz. Dabei müssten das Amt oder die Gemeinde nur die Geräte stellen, den Aufbau würden die Dorfbewohner übernehmen. „Man muss nur mit uns reden“, sagt Maik Willig.

Grabow als Ortsteil der Gemeinde Mühlenfließ kann jetzt tatsächlich hoffen. Wurde doch in der jüngsten Gemeindevertretersitzung das Konzept des Amtes Niemegk für Spielplätze nicht nur bestätigt sondern sogar erweitert. Demnach müssen auf jedem Spielplatz vier Spielgeräte stehen, außerdem soll eine Sitzbank dazukommen.

Auch in anderen Dörfern fehlt es an Spielgeräten

Mit seinen Sorgen steht das Dorf indes nicht alleine da. In Grabow, Jeserig und Niederwerbig fehlen insgesamt sechs Spielgeräte. Die Bestandsaufnahme zeigt außerdem, dass der Zustand der vorhandenen Geräte hier besonders schlecht ist. Der Investitionsaufwand belastet den Haushalt der klammen Gemeinde in den Jahren 2018 bis 2021 mit insgesamt 22 500 Euro. Die Summe steht deshalb auf der Liste von Investitionen, die die Kommunalaufsicht der Gemeinde aus dem Haushalt streichen könnte.

Der stellvertretende Amtsdirektor Thomas Griesbach sagte kürzlich: „Für uns zählen die öffentlichen Spielplätze zur Daseinsversorgung, die wir für die Einwohner in den Ortsteilen leisten müssen.“ Das werden Matthias Gräning und Maik Willig gerne hören – und warten jetzt auf die Umsetzung.

Von Andreas Koska

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