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Potsdam-Mittelmark Auf Entdeckungstour in Damsdorf: Spaziergang durch den alten Ortskern
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf Entdeckungstour in Damsdorf: Spaziergang durch den alten Ortskern
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12:57 11.02.2019
Knapp 50 Spaziergänger waren beim Streifzug durch die Damsdorfer Ortsgeschichte dabei. Quelle: Christine Lummert
Damsdorf

Der Damsdorfer Ortsvorsteher Kevin Bolz wünschte sich einen interaktiven Ortsspaziergang. „Wer etwas zu erzählen hat, der möge das auch tun“, forderte Bolz die 50 Wanderer auf, die sich zusammen aufmachten, um das Dorf zu erkunden.

Die Gemeinde Kloster Lehnin hat für alle 14 Ortsteile zu Spaziergängen aufgerufen, um neue Erkenntnisse zu den geschichtlichen und aktuellen Besonderheiten in jedem Dorf zu gewinnen. Am Ende werden an die Teilnehmer der Erkundungsgänge jeweils Fragebögen ausgeteilt, die in das Tourismuskonzept der Gemeinde einfließen sollen.

Zweite Wanderung im April geplant

Die Damsdorfer und ihre Gäste haben gleich zwei Mal die Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern. „Damsdorf ist ein großes Dorf, deshalb haben wir unseren Ortsspaziergang in zwei Teile gesplittet“, sagte Bolz. Bevor es Ende April um den neueren Siedlungsteil geht, stand jetzt erst einmal der alte Dorfteil rund im die Kirche im Mittelpunkt.

Die Damsdorfer Kirche war der Ausgangspunkt für den gut besuchten Ortsspaziergang durch das Dorf. Quelle: Christine Lummert

Der Damsdorfer Konrad Müller, der in Kloster Lehnin und Groß Kreutz (Havel) als ehrenamtlicher Wanderwegewart unterwegs ist, führte die Spaziergänger durch seinen Heimatort. Treffpunkt war die Kirche, die sich nach umfassenden Sanierungsmaßnahmen vor gut 15 Jahren jetzt mit einem modernen Deckengemälde und einem Altartriptychon des Berliner Künstlers Peter Schubert von den üblichen kleinen Dorfkirchen der Region abhebt.

Dorfverschönerung in Arbeit

Vor dem Gotteshaus soll in den nächsten Monaten auch noch etwas fürs Auge getan werden. „Wir haben nach über einem Jahr endlich die Erlaubnis bekommen, den alten Versickerungsteich an der Kirche vom Bewuchs zu befreien“, sagte Kevin Bolz.

Die Damsdorfer Kirche war der Ausgangspunkt für den gut besuchten Ortsspaziergang durch das Dorf. Quelle: Christine Lummert

Wo es jetzt noch etwas wüst aussieht, soll noch in diesem Jahr neu gepflanzt werden. Sitzgelegenheiten sollen den Ort zu einem kleinen Treffpunkt machen.

Vorbei am alten Schulhaus ging es weiter zum sogenannten Zickenwinkel und in die Mühlenstraße. „Die alte Windmühle wurde 1948 als Brennholz verkauft“, sagte Konrad Müller. Oben auf dem Mühlenberg sind aber noch die alten Fundamentsteine zu entdecken, erzählten die Damsdorfer ihren Gästen.

Erinnerung an DDR-Zeiten

Von den großen Obstplantagen, die sich zu DDR-Zeiten bis nach Michelsdorf erstreckten, ist hingegen gar nichts mehr zu sehen. Dafür stehen in manchen privaten Gärten noch die Überreste großer Gewächshäuser. „Das hat sich damals gelohnt, denn wer in der DDR ein Kilogramm Tomaten zur

Knapp 50 Spaziergänger waren beim Streifzug durch die Damsdorfer Ortsgeschichte dabei. Quelle: Christine Lummert

Sammelstelle brachte, hat acht Mark bekommen“, wusste Müller zu berichten. „Deshalb wurde nach dem normalen Arbeitstag zu Hause noch mal richtig losgelegt.“

Am Damdorfer Schulstandort, der heute die Grundschule „Am Fenn“ beherbergt, steht auf dem Hof noch ein älteres Schulhaus. Die Ferienspiele hat Konrad Müller noch gut in Erinnerung. „Bevor wir spielen durften, mussten wir von den umliegenden Maulbeerbäumen erst einmal Futter für die schuleigene Seidenraupenzucht sammeln.“ In der DDR wurde aus den Kokons dann Seide für die Militärfallschirme gewonnen.

Bahnhof für die Ziegel

Gegenüber der Grundschule hatte Damsdorf bis in die 1960er-Jahre zudem einen Bahnhof zu bieten. „1898 wurde die Bahnlinie von Lehnin nach Groß Kreutz eingerichtet, um den Baustoff aus den Ziegeleien schneller nach Berlin zu befördern“, sagte Müller. An der alten Friedenseiche vorbei, die zum Gedenken an das Ende des 30-Jährigen Krieges am alten Zugang zur Kirche gepflanzt worden sein soll, ging die gut zweistündige Rundtour durch das Dorf zu Ende.

Von Christine Lummert

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