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Potsdam-Mittelmark Dorfverein will Zwillingstürme übernehmen
Lokales Potsdam-Mittelmark Dorfverein will Zwillingstürme übernehmen
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19:26 15.03.2017
Die Zwillingstürme:„Es ist wichtig für das Selbstverständnis des Dorfes, dass sie erhalten bleiben“, sagt Bernd Hermann. Quelle: JST
Fresdorf

Es hat eine Weile gedauert, jetzt aber sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden: Die Gemeinde Michendorf und der Dorfverein Fresdorf e.V. wollen dieses Jahr einen Pachtvertrag zur Übernahme der Zwillingstürme abschließen. Der Verein hatte der Kommune 2014 angeboten, das alte Feuerwehrdepot und das Trafohaus – Fresdorfs Zwillingstürme – zu übernehmen, um ihren Abriss zu verhindern. Die Wahrzeichen sollten für den Neubau eines Feuerwehrdepots weichen. Der Neubau steht inzwischen, die Doppeltürme blieben stehen. Die Gemeindevertreter lenkten damals ein und votierten für die Übergabe an den Verein.

Vor dem Abschluss des Pachtvertrages muss allerdings der damalige Beschluss geändert werden. Ursprünglich war vorgesehen, einen Erbaupachtvertrag mit dem Dorfverein abzuschließen. „So ein Vertrag ist mit erheblichen Kosten verbunden. Da stößt der Verein an seine finanzielle Leistungsfähigkeit“, sagte Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). So müsste dafür ein Notarvertrag und die Vermessung der Häuser finanziert werden. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb einen Beschlussvorschlag vorgelegt, der den Abschluss eines einfachen Pachtvertrags vorsieht. Die Gemeindevertreter sollen über die Vorlage am 24. April entscheiden.

Strittig ist noch der letzte Satz in der Vorlage, der vom ursprünglichen Gemeindevertreterbeschluss übernommen wurde. Darin ist festgeschrieben, dass die beiden Häuser an die Gemeinde zurückfallen und dann abgerissen werden, sollte sich der Verein auflösen oder sich von den Objekten trennen. Der Dorfverein will die letzten drei Wörter, die den Abriss für diesen Fall festlegen, streichen.

Neben der Bewahrung des Ortsbildes hat die Forderung einen weiteren Hintergrund. Der Verein will im Trafo-Haus wieder Vogelpaare nisten lassen. Als der Abriss der Zwillingstürme diskutiert wurde, hatte die Gemeinde die Einfluglöcher für Vögel schließen lassen. Hintergrund der Aktion: Wenn im Trafoturm Nistplätze sind, darf er nicht abgerissen werden. Mirbach versicherte, dass vor dem Schließen der Löcher drei Jahre lang keine Vögel mehr dort genistet hätten. Beschlusslage sei derzeit aber noch: Bei einer Rückgabe der Häuser erfolgt der Abriss. Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung votierte aber bereits einstimmig für die Streichung der Abriss-Passage.

Laut Vereinschef Bernd Herrmann waren die letzten Vögel, die im Trafohaus nisteten, Schleiereulen. Der Verein will die obere Etage des Turmes wieder öffnen und zu einer Vogelstation machen. „Dafür ist er prädestiniert“, sagte Herrmann. Für den unteren Bereich des Trafohauses ist eine Ausstellung mit Utensilien zur Elektrifizierung Fresdorfs im Gespräch. Die Fresdorfer hatten in den 1920er Jahren eine Genossenschaft gegründet, um die Elektrifizierung des Ortes finanziell stemmen zu können. Gebraucht wurde damals auch das Trafohaus. „Für uns ist das Trafohaus ein Baudenkmal, das die Fresdorfer selbst geschaffen haben“, so Herrmann. Für das alte Depot nebenan, in dessen Turm einst die Feuerwehrschläuche zum Trocknen hingen, kann er sich eine kleine Schau zum Dorfleben vorstellen. Vorher – zum 90. Geburtstag der Fresdorfer Feuerwehr Anfang Juli – ist im alten Depot bereits eine Feuerwehrausstellung geplant, sagte Ortsvorsteher Sebastian Häsel.

Von Jens Steglich

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