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Dorv-Laden lebt von Urlaubern

Seddin Dorv-Laden lebt von Urlaubern

Nach zwei harten Anfangsjahren beginnt der Dorv-Laden in Seddin sich zu stabilisieren. Der Markt lebt vor allem von den Touristen, die in der Urlaubszeit nach Seddin kommen. Mittlerweile bietet er auch Dienstleistungen an, für die die Seddiner bislang in die Nachbarorte oder in die Region fahren mussten.

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Marktleiter Andreas Ullrich und Fachverkäuferin Noreen Zummack überprüfen im Dorv-Laden Seddin die Warenbestände.

Quelle: H. Helwig

Seddin. Nicht mal ein halbes Jahr wollten Zweifler dem Seddiner Dorv-Laden geben, als dieser im März 2014 seine Tür öffnete. Jetzt geht er in sein viertes Jahr und beginnt sich allmählich wirtschaftlich zu stabilisieren, sagt Karl-Heinz Brügmann. Er ist neben dem Bauamtsleiter der Gemeinde Seddiner See, Detlef Kloos, und dem vormaligen Vorsitzenden des Dorv-Clubs Seddin (DCS), Michael F. G. Schmidt einer der drei ehrenamtlichen Geschäftsführer der Dorv-Zentrum Seddin GmbH & Co. KG, die das Dorv-Zentrum mit dem Laden und einem kleinen Café bewirtschaftet. Dieses Betreiberkonstrukt ist im Land Brandenburg so einmalig wie das Geschäftsmodell selbst. Die Seddiner hoben ihren Bürgerladen mit privaten Geldeinlagen und einem Startkapital in Höhe von rund 60 000 Euro aus der Taufe.

Nach einem anfänglichen Run aufs Geschäft ließ die Begeisterung nach einigen Monaten merklich nach, so Brügmann. „Die ersten beiden Jahre waren schon sehr hart. Wir sind alle keine Fachleute und mussten erst lernen, was wirtschaftlich überhaupt geht.“ Die Hälfte des Startkapitals ging bereits für die Erstausstattung an Waren weg. Besonders schwer sei es gewesen, eine Balance zwischen dem Sortiment und der Preisgestaltung zu finden. Ware durfte nicht doppelt bestellt und Betriebskosten sowie Gehälter mussten berücksichtigt werden. Eine immense Arbeit beim Aufbau des Dorfzentrums würde der Dorv-Club Seddin mit seinem Kulturangebot leisten, lobt Brügmann. Dessen Veranstaltungen brächten dem Laden Kundschaft, dieser sorge dafür für die gastronomische Betreuung. Mit dieser gegenseitigen Unterstützung sei das Dorv-Zetrum nicht nur eine wirtschaftliche Einheit, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt in Seddin geworden, bekräftigt der Geschäftsführer.

Problematisch sei nach wie vor die sogenannte dunkle Jahreszeit, in der das Geschäft nur mäßig laufe. Den meisten Umsatz macht der Dorv-Laden in der Urlaubssaison mit den Touristen in Seddin, aber auch mit den Kindern der benachbarten Kita, die ihre Eltern beim Abholen oft zu einem Eis ins Dorv-Zentrum hinüber ziehen. Im April des vorigen Jahres übernahm Andreas Ullrich den Markt. Der gebürtige Potsdamer arbeitete zuvor bei einer bekannten Handelskette in Berlin und betrieb davor selbstständig einen Online-Handel.

Er sorgt nun dafür, dass die Verkaufsstelle noch besser zum Dienstleister und ortsnahen Rundum-Versorger wird. Der Kaufmann nahm zuerst die Fertiggerichte aus dem Sortiment heraus („Die Leute kochen zuhause selbst“) und richtete eine Paketannahme und -ausgabe ein.

Bei ihm können Gelbe Säcke und Behälter für den Grünabfall abgeholt werden, für die die Seddiner bislang nach Neuseddin, Beelitz oder Michendorf fahren mussten. Bei einem Einkauf ab 15 Euro kann man Geld im Dorv-Laden abheben, und manchmal bringt der Leiter älteren Leuten den Einkauf auch nach Hause.

Neben seinem Fachwissen bringt der Neu-Kähnsdorfer eigene Ideen mit, um „sein“ Geschäft noch attraktiver zu machen. So soll im Café bald ein kleiner Mittagstisch angeboten werden, unter anderem weil viele Handwerker dort ihre Pause verbringen. Ullrich überlegt, vielleicht auch eigene Veranstaltungen für die Seddiner anzubieten.

Filmreihe ist neu im Kulturangebot des Dorv-Clubs

Die Kunden des Dorv-Ladens in Seddin sind zu 70 Prozent Touristen, die vor allem in der Urlaubssaison den kleinen Markt aufsuchen.

Das Dorv-Zentrum Seddin hat derzeit fünf Angestellte, die überwiegend im Laden, aber auch in Cafè „Seeblick“ arbeiten.

Im Winter kommen am Tag etwa 100 Kunden in den Markt, sagt Marktleiter Andreas Ullrich. In der Urlaubssaison wurden auch schon mal bis zu 400 Kunden gezählt.

Neu ins Kulturangebot hat der Dorv-Club Seddin (DCS) in den Wintermonaten eine monatliche Filmreihe aufgenommen. Im Mehrzweckraum des Dorv-Zentrums werden Filme gezeigt, die sonst kaum in großen Kinos zu sehen sind.

Ein „Harry-Belafonte-Abend zum 90. Geburtstag des Sängers und Schauspielers steht am 25.März ab 19.30 Uhr auf dem Programm

Von Heinz Helwig

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