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Drei Jubiläen und ein Festgottesdienst

Kirchengemeinde Damsdorf Drei Jubiläen und ein Festgottesdienst

240 Jahre alt ist die Damsdorfer Kirche, in der Reinhard Danner (60) mittlerweile im 20. Jahr Pfarrer ist. Er zählt damit zu den dienstältesten Pfarrern im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg. Seit 15 Jahren erstrahlt die Kirche wieder mit einer goldenen Turmspitze. Drei Jubiläen und dazu ein ganz besonderer Erntedankgottesdienst in wenigen Tagen.

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Pfarrer Reinhard Danner vor der Damsdorfer Kirche.

Quelle: Marion von Imhoff

Damsdorf. Die Damsdorfer Kirche war bereits aus dem Kirchenbedarfsplan genommen, der Kirchturm von oben bis unten gerissen, der Dachstuhl marode und undicht. So kümmerte das christliche Bauwerk zum Zeitpunkt der Wende vor sich hin. Die 1777 erbaute Back- und Feldsteinkirche war eine halbe Ruine. Heute erstrahlt die Kirche so, als hätte nie ein Zweifel an ihrer Zukunft bestanden. 15 Jahre ist es nun her, dass die Kirchturmspitze wieder golden glänzt wie vorher zuletzt in den 1920er Jahren. 2003 folgte das Deckenfresko von Peter Schubert, der später auch den Altar gestaltete. Sein Triptychon schmückt seit 2004 den Altar aus wuchtigen Betonklötzen, die mit einigen goldenen Pinselstrichen verziert sind.

Ein Gebäude „schlichten preußischen Barocks“, wie Pfarrer Reinhard Danner es sagt, ist dadurch in die Moderne gerückt. Im 20. Jahr ist Reinhard Danner Pfarrer der Kirchengemeinde Damsdorf und damit einer der dienstältesten im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg. Am 24. September nun feiert die evangelische Kirchengemeinde einen Erntedankgottesdienst. Und dieses Mal zeichnet der Sender Bibel-TV den Gottesdienst auf und strahlt ihn eine Woche später, am 1. Oktober, aus.

Der Altar mit seinen dramatischen Bildern

So werden viele Menschen am heimischen Fernseher, die vielleicht zu krank oder zu gebrechtlich sind, um einen Gottesdienst zu besuchen, diese Kirche kennenlernen mit ihrem ganz besonderen Altar mit seinen dramatischen abstrakten Bildern.

Die Damsdorfer Kirche erstrahlt dank der aufwändigen Sanierung wieder

Die Damsdorfer Kirche erstrahlt dank der aufwändigen Sanierung wieder.

Quelle: Marion von Imhoff

Reinhard Danner rät, sich auf das Altarbild einzulassen wie auf eine Sinfonie aus Farben. In der Mitte ist die Auferstehung nur zu erahnen. Es erinnert an Caspar David Friedrich und sein Bild von den am Meer aufgetürmten Eisschollen. „Das Grab zerbricht“, sagt Danner. Eine Taube, ein Regenbogen, „das himmlische Jerusalem“ sind zu vermuten in diesen Gemälden. Es wird dem Betrachter nichts vorgeschrieben, was er zu sehen hat. „Man wird mit dem Bild nicht fertig“, sagt Danner.

Was hat die Sanierung der Kirche mit Damsdorf gemacht? Sind die Damsdorfer nun verwurzelter mit diesem, ihrem Bauwerk, das ihre Vorfahren vor 240 Jahren geschaffen haben? 1582 Männer, Frauen und Kinder leben in dem Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin. Von ihnen sind 240 Damsdorfer evangelisch. Die Gruppe, die alle 14 Tage zu den Gottesdiensten kommt, „ist klein, vielleicht eine Hand voll Menschen“, sagt Danner. Der demografische Wandel, der viel beschworene, er macht auch vor der Damsdorfer Kirchengemeinde nicht halt.

Der Altar der Damsdorfer Kirche mit seinen Auferstehungsbildern von Peter Schubert

Der Altar der Damsdorfer Kirche mit seinen Auferstehungsbildern von Peter Schubert.

Quelle: Marion von Imhoff

Aber eine Kirche sei dennoch ein Zeichen. Sie steht auf dem alten Dorfplatz. „Wir haben die Kirche erhalten, weil es gut ist, wenn die Kirche im Dorf bleibt. Aber es ist auch gut, wenn das Dorf bei der Kirche bleibt. Das hoffe ich.“ Und dann sagt Danner: „Unabhängig, wie die Leute zur Kirche stehen, es gibt Ereignisse, da ist es wichtig, dass die Kirche da ist.“

Zwölf Taufen feierte Danner in seinem Pfarrsprengel Plötzin im ersten Halbjahr. „Dass Menschen ihre Kinder oder sich als Erwachsene taufen lassen, das nimmt zu.“

Pfarrer Danner hofft auf mindestens 150 Kirchgänger am Sonntag

Der Erntedankgottesdienst wird nun von den Pfarrsprengeln Plötzin-Bliesendorf gefeiert. „Auf der Suche nach einem Ort, der fernsehtauglich ist und eine gute Akustik hat, wählten wir die Damsdorfer Kirche.“ Es ist die von den Sitzmöglichkeiten her größte Kirche im Pfarrsprengel. Pfarrer Andreas Uecker und Reinhard Danner werden den Gottesdienst gestalten. „Ich hoffe, dass die Kirche voll wird. 150 Leute, das wäre schon gut.“ Und dann fügt er an: „Der Fernsehgottesdienst, das ist für unsere kleine Gemeinde schon eine Herausforderung.“

Im 20. Jahr Pfarrer in Damsdorf

Reinhard Danner ist seit 1998 Pfarrer auch in der Kirchengemeinde Damsdorf. Geboren wurde der heute 60-Jährige in Lieberose. Der Vater dreier erwachsener Kinder ist verheiratet und lebt in Plötzin. Sein mittlerer Sohn studierte wie er Theologie und macht in Berlin gerade sein Vikariat. „Das macht mir große Freude“, sagt Danner.

Bevor Reinhard Danner sich der Theologie verschrieb, war er Agrochemiker gewesen und Krankenpfleger. Im dritten Bildungswerk hat er berufsbegleitend Theologie studiert. War dann angestellt als Mitarbeiter im Pfarrdienst und hat in dieser Zeit sein Studium beendet. „Ich kann mitreden bei Themen, die mit Landwirtschaft und Chemie zu tun haben“, sagt Danner. „Man hat die Arbeitswelten aus verschiedenen Sichten durchlebt.“

Zum Pfarrsprengel Plötzin gehörten vor zehn Jahren 1300 Gemeindemitglieder. Heute sind es 1020 aus den Kirchengemeinden Plötzin, Damsdorf, Götz, Göhlsdorf und Plessow. Göhlsdorf ist dabei mit 300 Mitgliedern die zahlmäßig größte Gemeinde. Zum Pfarrsprengel Bliesendorf mit 820 Gemeindemitgliedern zählen neben dem Ort selbst auch Ferch, Fichtenwalde und Kanin.

Wer am Damsdorfer Erntedankgottesdienst am 24. September dabei sein möchte, sollte schon um 10 Uhr spätestens in der Kirche sein. Um 10.30 Uhr beginnt die Fernsehaufzeichnung.

Von Marion von Imhoff

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