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Potsdam-Mittelmark Dürre: Plane schwächelt, Buckau noch da
Lokales Potsdam-Mittelmark Dürre: Plane schwächelt, Buckau noch da
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15:34 31.07.2018
Ronald Hoffmann vom Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau oberhalb des Golzower Mühlenwehres. Dort hat die Plane noch Wasser. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Die Dürre kann Otto Schmücker am Stromzähler ablesen. Im Januar speiste der Besitzer der Eulenmühle bei Glienecke in jeder Stunde rund 9000 Kilowatt in das öffentliche Netz ein. Von da an ging es bergab. Nicht nur mit dem Flämingfließ, sondern auch mit der Umdrehungszahl seines Wasserrades, das einen Generator antreibt. Weil der Buckau nach monatelanger Trockenheit die Kraft ausgeht, schwappt nur noch wenig Wasser vom Mühlengraben auf die 40 Schaufeln des Zuppinger Rades. Schmücker schätzt die Menge auf 200 bis 300 Liter in der Sekunde. Das reicht gerade noch, um 1500 Kilowatt pro Stunde zu erzeugen.

Verlorenwasserbach wird verlegt

Die Plane gehört mit der Buckau, der Temnitz und dem Verlorenwasserbach zu den vier bedeutenden natürlichen Fließgewässern auf der Nordseite des Hohen Flämings. Plane und Buckau entwässern in den von der Havel durchflossenen Breitlingsee.

Im August beginnen die konkreten Vorbereitungen für die Verlegung des eingedeichten Verlorenwasserbachs nördlich der A 2 bei Wenzlow in sein altes Bett. Fördermittel für diese Hochwasserschutzmaßnahme sind genehmigt, ein Planungsbüro ist beauftragt.

Das 6,50 Meter hohe Wasserrad ist so konstruiert, dass die Schaufeln mit sehr wenig oder sehr viel Wasser ihre Aufgabe erfüllen können. „Damit erspart man sich ein temporäres Anstauen“, weiß Schmücker, der die bekannte Eulenmühle 1961 von seinem Vater übernahm. Damals war die Anlage noch als Getreidemühle in Betrieb. Wetterextreme gab es schon immer an der Buckau. Es gab Winter, da war die abgelegene Hofstelle wochenlang eingefroren. Dann folgten heiße Sommer. „Doch solch eine lange Trockenheit habe ich noch nicht erlebt“, berichtet der Eulenmüller, der froh ist, dass die Buckau überhaupt noch da ist.

Die Temnitz bei Krahne führt noch Wasser. Quelle: Frank Bürstenbinder

Schmückers Sorge ist nicht unbegründet. Weil es seit April kaum geregnet hat, sind viele Binnengräben zwischen Fiener Bruch, Krahner Busch und Belziger Landschaftswiesen bereits ausgetrocknet. Diese nehmen normalerweise das Niederschlagswasser aus der Fläche auf, und führen es vor allem der Plane, der Buckau, der Temnitz und dem Verlorenwasserbach zu.

Zu wenig Nachschub

Während Buckau und Temnitz noch durchgängig Wasser führen, ist der Unterlauf der Plane auf einer Strecke von rund drei Kilometer zwischen Reckahn und Göttin trocken gefallen. Hauptgrund: Es fließt zu wenig Wasser nach. Zwar ist das Quellgebiet der Plane bei Rabenstein intakt und der Fredersdorfer sowie der Baitzer Bach sorgen noch immer für einen steten Zustrom, doch am Ende fehlt der Regen, um dem über 60 Kilometer langen Nebenfluss der Havel seine gewohnte Strömung zu verleihen.

Das von der Buckau angetriebene Wasserrad der Eulenmühle dreht sich noch. Quelle: Frank Bürstenbinder

Am Golzower Mühlenwehr ist das Dilemma besonders gut sehen. „Was da im freien Gefälle über das gelegte Wehr schwappt, sind nicht mehr als 10 bis 20 Liter in der Sekunde. Kein Wunder, wenn es über vier Monate so gut wie nicht regnet. An der Wasserknappheit kann auch das Regulierungssystem mit seinen Wehren und Stauen nichts ändern“, berichtet der Vorsitzende des Wasser- und Bodenverbandes Plane-Buckau, Ronald Hoffmann. In Göttin kommt erschwerend der durchlässige Untergrund des Flussbettes hinzu. „Das bisschen Wasser versickert im Boden und kommt an anderer Stelle wieder zu Tage“, so Hoffmann. So ist die Plane in Höhe der Eichspitzbrücke in Brandenburg zumindest als Rinnsaal wieder sichtbar. Fachleute berichten vom niedrigsten Niedrigwasser seit 1986.

Kaum Änderung in Sicht

Plane und Buckau fließen zwar in den von der Havel durchflossenen Breitlingsee, doch tragen sie selbst in normalen Jahren kaum zum Wasserhaushalt der Havel bei. Allein deren Verdunstung ist fünf Mal so hoch, wie die von Plane und Buckau herangeschleppten Mengen. Selbst wenn es in den nächsten Tagen zu Gewittergüssen kommen sollte, rechnet Ronald Hoffmann vom Wasser- und Bodenverband kaum mit einer Erholung für die verdorrte Landschaft. Viehweiden sind verbrannt. Viele Erlen, Weiden und Birken entlang von Gräben haben ihre Blätter schon verloren.

 

Von Frank Bürstenbinder

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