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Potsdam-Mittelmark Durchtanzen für den guten Zweck
Lokales Potsdam-Mittelmark Durchtanzen für den guten Zweck
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19:27 09.04.2017
Die legendäre DJane Marusha und die Beelitzerin Manuela Liß in der Konzertnacht im Babelsberger Lindenpark. Quelle: Julian Stähle
Babelsberg

Es gibt diese seltenen Tage oder Nächte, da reibt man sich die Augen und muss gezwickt werden, um zu glauben, was da passiert. Die Beelitzerin Manuela Liß hat so eine Nacht hinter sich – eine Nacht, die sich im Lindenpark abgespielt hat und in der dank ihr und Künstlern wie Marusha und anderen Mitstreitern Spaß und Solidarität eine Verbindung eingegangen sind. Bis in die Morgenstunden des Samstags tanzten junge Leute ausgelassen zu Rock- und später zu Techno-Klängen und taten allein durch ihr Kommen etwas Gutes für andere Menschen, die Spaß allenfalls aus der Vergangenheit kennen.

Für sie – für die Obdachlosen und Bedürftigen in der Stadt – ist jeder Euro Eintrittsgeld bestimmt, der beim Ohne-Dach-Benefiz-Konzert im Lindenpark eingenommen wurde. Immerhin 1343 Euro kamen in der Partynacht zusammen, in der das Lindenpark-Angebot galt: Wer eine Karte für 15 Euro kauft, kann kostenfrei noch jemanden mitbringen. Die Einnahmen gehen zu je einem Drittel an die Potsdamer Tafel, an die gemeinnützige GmbH Creative Sozialarbeit (Creso) und an die Suppenküche, die damit obdachlose und bedürftige Menschen unterstützen. „Die Vereine können selbst entscheiden, wofür sie das Geld nutzen. Sie wissen, was gebraucht wird“, sagte Manuela Liß, die zeigen wollte, dass helfen nicht schwer ist und 2016 begann, Geld für Obdachlose zu sammeln und weitere Hilfe zu organisieren. Ein halbes Jahr später steht sie im Lindenpark – als Initiatorin eines Benefiz-Konzerts zugunsten von Obdachlosen, bei dem die legendäre Plattenauflegerin Marusha, die DJs Hardy Hard, Parterre, Dennis Rees und Ruff Stuff und die Bands Krogmann, Ad Ryan und Judith van Hel ohne Gage für den guten Zweck spielen.

Die Nacht durchtanzen für den guten Zweck: Bis in die Morgenstunden legten DJs im Babelsberger Lindenpark auf. Quelle: Julian Stähle

Es ist 23 Uhr, als Marusha eintrifft und Manuela Liß begrüßt. Die Beelitzerin hatte vergangenes Jahr über Facebook Kontakt mit dem Idol der Techno-Szene aufgenommen. Die beiden telefonierten danach, es ging um Schlafsäcke und Isomatten, die gebraucht werden. Marusha gab spontan 600 Euro. Im Lindenpark erzählt die Musikerin, die am Tag zuvor noch bei der Echo-Verleihung war, wie Manuela Liß ihr damals von der Idee erzählte, ein Clubkonzert zugunsten von Obdachlosen zu organisieren. „Na klar, wenn ich kann, komme ich“, sagte Marusha und hielt Wort.

Während die Bands und DJs im Saal spielten, stellten Mitstreiter von Creso, Suppenküche und Potsdamer Tafel im Foyer ihre Arbeit vor. 290 Menschen haben im vergangenen Winter in Potsdam die für Wohnungslose zur Verfügung stehenden Notunterkünfte genutzt. „Der Weg nach unten ist einfacher, als der Weg zurück“, sagte Tina Duarte, Streetworkerin bei Creso. Krankheit, eine zerbrochene Liebe, Jobverlust sind Gründe, die Menschen aus der Bahn werfen. „Wir haben Leute, die früher eine eigene Firm hatten“, sagte sie.

„Wir sind heute hier für einen guten Zweck“: Punkrocksängerin Judith van Hel, die 2013 durch ihre Teilnahme an der Castingshow „The Voice of Germany“ bekannt wurde. Quelle: Julian Stähle

Das Experiment, Obdachlose und Bedürftige beim Benefiz-Konzert mit dabei zu haben, hat nicht geklappt. Zwei Freikartennutzer sollen nur für kurze Zeit da gewesen sein. „Die Scheu ist zu groß, sich zu outen“, sagte Imke Eisenblätter, Leiterin der Potsdamer Tafel. Trotzdem: „So eine Geschichte wie hier im Lindenpark erlebt man nicht jeden Tag. Es ist großartig, dass es Menschen gibt, die einfach so helfen wollen“, sagte sie. Nach dem Benefiz-Konzert sollen neun Plakate mit den Unterschriften der Musiker zugunsten Obdachloser versteigert werden. „Es ist nicht Schluss nach dem Konzert. Es wird weiter geholfen“, sagte Manuela Liß.

Von Jens Steglich

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