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Echte Freundschaften, die ein Leben halten

Jugendaustausch Israel – Bad Belzig Echte Freundschaften, die ein Leben halten

Bereits zum zwölften Mal findet der Austausch zwischen Jugendlichen aus Israel und Bad Belzig statt. Eine aufregende Zeit haben die märkischen Schüler in Israel erlebt – fernab von den Eltern, mittendrin in einer ihnen fremden Familie. Aktuell sind die Israelis in Bad Belzig. Dass daraus oft enge Freundschaften werden, zeigt die Erfahrung.

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Bauen sich eine enge Freundschaft auf: Louise Jarke mit ihrer Gastschwester Thelma Ingber aus Israel.

Quelle: Johanna Uminski

Bad Belzig. Bereits zum zwölften Mal findet der Jugendaustausch „Le Chaim - Israel Belzig“ statt. Nach einer aufregenden und ereignisreichen Woche Mitte Juni in Israel haben die 13 Schüler und Schülerinnen des Belziger Gymnasiums nun Besuch von ihren Austauschschülern aus Israel.

Eine Woche sind die Jugendlichen aus Israel inzwischen in Bad Belzig. Ein gemeinsamer Schultag, eine Stadtführung durch Park Sanssouci und die Innenstadt Potsdams, zwei spannende Tage in Berlin mit Besuch des Jüdischen Museums, des Bundestags und der Holocaust-Gedenkstätte liegen bereits hinter ihnen. Auch die Region konnten die Israelis besser kennenlernen. Sie erkundeten zum Beispiel die Stadt oder feierten am Freitag gemeinsam mit den Gastschülern und Jugendlichen unterschiedlichster Religionen Schabbatbeginn bei den Titanen in Brück. Bevor die Austauschschüler Donnerstag wieder gen Heimat starten, gibt es Mittwoch eine Abschlussparty in Bad Belzig.

Juden, Christen, Heiden

Juden, Christen, Heiden: In Brück haben die Jugendlichen des Austauschsprogramm den fröhlich und gemeinsam den Schabbattanz getanzt.

Quelle: privat

Von der vorangegangen einwöchigen Reise nach Israel ist die 14-jährige Louise Jarke noch immer begeistert. „Es war total schön, es hat viel Spaß gemacht und war sehr lehrreich.“ Vor allem der enge Kontakt mit der Gastfamilie und die Selbstständigkeit in einem anderen Land haben der Schülerin gefallen. Beeindruckt hat die Jeserigerin auch der Besuch des Museums in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. „Wir haben in der Schule über die Nazizeit was gelernt, aber der Besuch des Museums war absolut überwältigend – es war viel eindrucksvoller.“

Die Deutschen und ihre Pünktlichkeit

Unterschiede zwischen beiden Kulturen konnte die Schülerin auch feststellen. Die Israelis haben sich über unsere deutsche Pünktlichkeit lustig gemacht, schmunzelt Louise. „Als wir auf dem Caramel Market in Tel Aviv waren fand ich beeindruckend, dass die Menschen dort keine Berührungsängste gegenüber Fremden haben.“

Ihre Austauschpartnerin Thelma Ingber fühlt sich in Deutschland sehr wohl und konnte Bad Belzig und die Umgebung besser kennenlernen „Ich mag hier die Häuser mit den spitzen Dächern und eure Natur, weil es hier so schön grün ist“, sagt die 15-Jährige.

Am Schüleraustausch nimmt auch Jonas Albrecht das erste Mal teil. Der 16-Jährigen sieht in dem Austausch eine einmalige Chance die israelische Kultur und die Menschen kennenzulernen. „Die Woche in Israel war sehr eindrucksvoll – ich bin Atheist und habe mich noch nicht so intensiv mit Religion beschäftigt“, sagt der Jeseriger. Vor allem habe man aber sehr viel Spaß beim Austausch – so sieht es auch sein Gastschüler Omri Bezalel. „Die Leute sind nett und ich habe die deutsche Kultur kennengelernt“, sagt der 16-Jährige.

Herzlichkeit und Offenheit der Menschen

Nicht nur die Neugierde und das Interesse an der jeweilig anderen Kultur stehen im Mittelpunkt. Manchmal entstehen Freundschaften, die über diesen Austausch hinaus noch Jahre halten – manche vielleicht fürs Leben. „Ich habe den Kontakt zu meiner Gastschwester noch bis heute - der Austausch ist eine nachhaltige Sache“, betont Benjamin Stamer, der 2006 teilgenommen hat. Nach dem Abitur reiste er für ein paar Monate nach Israel und kommt seitdem jedes Jahr vorbei, wenn die israelischen Besucher in Bad Belzig sind. Bei der ersten Fahrt 2005 dabei war Michael Zantke. Zum Anlass nahm der heute promovierte Politikwissenschaftler seine Beschäftigung mit dem Antisemitismus. „Mich hat die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen beeindruckt“, sagt er 31-Jährige.

Die Austauschreise hinterlässt bei den Jugendlichen heute wie damals ihre Spuren. „Eine deutsche Teilnehmerin sagte mir, dass die Reise nie aufhören soll“, sagt Pfarrer Helmut Kautz, der Mitbegründer des Jugendaustausches ist. Begrüßt hatte die Gäste in der Kreisstadt übrigens Roland Leisegang . Er bezeichnete das Austauschprogramm als einen „Schatz“.

Anat Alon ist Mitbegründerin des Jugendaustauschs

Anat Alon ist Mitbegründerin des Jugendaustauschs.

Quelle: Johanna Uminski

„Liebe, Verstand und Kommunikation“

Anat Alon, Mitbegründerin des Jugendaustausches, spricht über einmalige Erfahrungen.

Was ist besonders an diesem Jugendaustausch?

Ich bin in der zweiten Generation Überlebende des Holocausts. Vor zwölf Jahren sind wir mit der Gruppe zusammengekommen. Es ist eine gute Gelegenheit, dass die Jugend nicht vergisst und mit viel Liebe, Verstand und Kommunikation Botschafter dieses Austausches sind.

Was bringt er den Jugendlichen?

Alle haben gesagt, dass der Austausch einmalig ist und das Gefühl mit Worten nicht beschrieben werden kann. Man sieht und erlebt so viel und erfährt Liebe und Offenheit.

Warum sollte man an diesem Programm teilnehmen?

Es ist zum einen ein Ausflug für die Jugendlichen ins Ausland ohne Eltern. Zum anderen haben die Kinder die Möglichkeit ein anderes Land und seine Kultur kennenzulernen. Sie leben in den Familien – das ist nicht zu vergleichen mit einer Auslandsreise als Tourist. Die Familien leisten gute Arbeit und sind sehr engagiert.

Von Johanna Uminski

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