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Eckard Lehmann zieht Mammutbäume heran

Brück Eckard Lehmann zieht Mammutbäume heran

Alles begann bei einem USA-Urlaub: Damals hat Eckard Lehmann aus Brück sich seine zwei ersten Mammutbaum-Zöglinge mitgebracht. Einer überlebte den hiesigen Winter nicht, das andere Exemplar wuchs dafür umso prachtvoller gen Himmel. Mittlerweile hat Lehmann weitere Bäume rund um Brück gepflanzt – doch die Standorte sind streng geheim.

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Eckard Lehmann aus Brück experimentiert im Fläming mit amerikanischen Mammutbäumen.

Quelle: Christiane Sommer

Brück. „Endlich Frühling“, sagt Eckard Lehmann nicht nur mit Blick auf den heimischen Garten. Dort hat das Frühlingserwachen bereits Einzug gehalten. Für den 74-jährigen Brücker ist damit gleichfalls der Zeitpunkt verbunden, um nach seinen großen Schützlingen zu sehen, den Mammutbäumen.

Wo genau diese wachsen, wissen nur Eingeweihte. Und das soll auch so bleiben. „Um sie vor Diebstahl zu schützen“, sagt der Baumfreund und schließt das kleine, unscheinbare Heft, in dem er die Pflanzkoordinaten exakt notiert hat. Mit einem Wasserkanister ausgestattet, bricht Eckard Lehmann später auf, um zu schauen, wie die Mammutbäume den Winter überstanden haben und wo bei Bedarf schon gewässert werden muss.

Seine Leidenschaft für die grünen Riesen, die eigentlich jenseits des Ozeans in Amerika zu Hause sind, begann vor mehr als zwei Jahrzehnten. „Das war 1995, als ich mit meinem Sohn durch die USA reiste“, erzählt der Brücker. Zu den Traumzielen der beiden Männer gehörten damals auch die Nationalparks entlang der Pazifikküste. Fasziniert von Flora und Fauna kaufte sich Eckard Lehmann in einem Souvenirshop der Parks ein besonderes Mitbringsel: Zwei kleine Reagenzgläser, in denen aus Keimlingen jeweils zehn Zentimeter große Minibäumchen verschiedener Gattungen herangezogen worden waren. Problemlos durfte das Grün im Reagenzglas damals noch die Grenzen überwinden, erzählt Lehmann. Er ist von Beruf eigentlich ein Techniker und war einst als Werkstattleiter des Brücker Antennenmessplatzes tätig.

Wieder daheim in Brück, wurde das amerikanische Mitbringsel weiter gehegt und gepflegt. Einige Zeit darauf stand den Pflänzchen der erste Umzug ihres Baumlebens bevor: aus den Glasröhrchen in Blumentöpfe. Die Fensterbank war fortan die Kinderstube der Minibäume. Fünf Jahre später hielt Eckard Lehmann die Zeit für reif, um die Bäume in die Natur zu entlassen. „Sie waren damals etwa 60 Zentimeter hoch“, erinnert sich der Senior und lädt in den heimischen Garten am Stadtrand von Brück ein.

Ausgewachsen mehr als 100 Meter hoch

Mammutbäume können 1000 Jahre und älter werden.

Es gab sie bereits, als die Erde noch von Dinosauriern bevölkert wurde.

Ursprünglich waren sie auf dem gesamten Erdball verbreitet.

Ausgewachsen werden Mammutbäume oft mehr als 100 Meter hoch.

Der größte Mammutbaum Deutschlands steht in Neuweiler in Baden-Württemberg.

Die in Deutschland erhaltenen Riesenbäume wurden zumeist in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Parkanlagen gepflanzt.

Dort blühen Primeln und Forsythien, treiben Johannisbeeren und Apfelbäume erste zartgrüne Triebe. Dazwischen erhebt sich ein Nadelbaum mit schmaler kegelförmiger Krone. Nadelkleid und Wuchsform unterscheiden sich deutlich von den übrigen Koniferen, die der Naturliebhaber auf seiner Scholle gepflanzt hat. „Das ist einer der Bäume aus den Reagenzgläsern“, sagt der stolze Züchter.

Während der Mammut-Mini Nummer zwei dem europäischen Winter nicht zu trotzen vermochte, entwickelte sich dieses Exemplar fern der ursprünglichen Heimat geradezu prächtig. Mittlerweile zählt der Baum fast 22 Lenze, steckt aber dennoch in den Kinderschuhen. Mit einem Stammumfang von 1,45 Meter, gemessen in einem Meter Höhe, lässt er erahnen, welches Wachstumspotenzial noch in ihm schlummert.

Vor sieben Jahren erhielt Eckhard Lehmann abermals einen Zapfen von Amerikas Riesenbäumen geschenkt. Der gab ebenfalls unverhofft seine Samen preis, 60 an der Zahl. Auch ihnen wurde eine Kinderstube bereitet: auf gleichbleibend feuchtem Küchenpapier. Die Keimlinge hat der Baumvater später mit einer mit Isolierband umwickelten Pinzette in Anzuchterde umgetopft. 22 Schösslinge überstanden diese Prozedur und sind mittlerweile in die Natur entlassen. Dieser Tage machte sich Eckard Lehmann nun auf den Weg, um nach ihnen zu schauen. Den Winter haben alle gut überstanden. Dennoch „gibt es beträchtliche Größenunterschiede“, sagt Lehmann – und notiert alle Beobachtungen sogleich fein säuberlich in seinem Heft.

Von Christiane Sommer

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