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Ehemalige Förderschule wird Luxusvilla

Kleinmachnower Landhaus „Lily Braun“ vor Verkauf Ehemalige Förderschule wird Luxusvilla

Die Gemeinde Kleinmachnow hat der Umnutzung der einstigen Albert-Schweitzer-Schule als Wohnhaus zugestimmt. Damit geht die Immobilie, die dem Landkreis Potsdam-Mittelmark gehört, nun in private Hände.

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Ein hübscher Prachtbau ist es immer noch, das Landhaus „Lily Braun“, auch wenn es inzwischen sanierungsbedürftig ist.

Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Kleinmachnow. Bis zum Sommer 2014 diente das Landhaus „Lily Braun“ am Erlenweg 29 als Heimat der Förderschule „Albert Schweitzer“. Im April dieses Jahres wurde kurz darüber nachgedacht, ob die denkmalgeschützte Liegenschaft eventuell als Flüchtlingsunterkunft verwendet werden sollte (die MAZ berichtete) – nun wird die Villa zum Wohnhaus.

Bereits im Oktober 2014 war vom Landkreis, dem Besitzer der Immobilie, nicht-öffentlich der Verkauf des Hauses beschlossen worden. Auf die Ausschreibung mit einem Mindestpreis von 1,2 Millionen Euro wurden bis Mitte Juli mehrere Angebote abgegeben, mit einem der Bieter, der über den gewünschten Betrag ging – einem Immobilieninvestor – läuft nun aktuell das Verkaufsverfahren. Auch wenn, wie der Pressesprecher des Landkreises, Kai-Uwe Schwinzert, erklärt, noch keine Eigentumsübertragung stattgefunden habe, so wird die Liegenschaft doch bereits auf der Internetpräsenz eines lokalen Immobilienanbieters um 2,7 Millionen Euro zum Kauf angeboten – nach vorheriger Sanierung, auf die der künftige Besitzer noch Einfluss nehmen könne, wie es heißt.

Zunächst jedoch musste die Gemeinde Kleinmachnow noch vom Landkreis der Ordnung halber darum gebeten werden, den Bebauungsplan so zu ändern, dass die Nutzung künftig nicht mehr die „Fläche für den Gemeinbedarf, Zweckbestimmung Kinderheim mit Schule“ vorsehe, sondern „die Festsetzungen zur Anwendung kommen, die bereits für das angrenzende reine Wohngebiet gelten“. Nur durch diese Umnutzung kann das Gebäude auch tatsächlich als Wohnhaus verwendet werden. Ein Anliegen, das unter den Gemeindevertretern erwartungsgemäß für heftige Diskussionen führte. So argumentierte etwa Barbara Sahlmann (Die Grünen/Bündnis 90): „Das ehemalige Albert-Schweitzer-Heim hatte eine lange Tradition in der liebevollen Betreuung behinderter Kinder. Da kann ich aus Prinzip und aus rationalen Gründen nicht zustimmen. Wir brauchen heutzutage jeden Raum – ob als kulturelles Domizil, für Flüchtlinge oder wir machen damit Dinge möglich, die wir jetzt noch gar nicht damit bedenken!“ Roland Templin (BIK) warf dem Landkreis vor: „Der Kampf um die Förderschule ist verloren, die Entvölkerung der Schule war eine jahrelange Belastung für die Betroffenen und im Hinterkopf – das unterstelle ich dem Landkreis – stand immer nur der Wert der Villa!“ Trotz der Widerstände wurde letzten Endes mit zwölf Ja-Stimmen dem Wunsch des Landkreises entsprochen, acht Gemeindevertreter stimmten mit Nein, drei enthielten sich. Damit steht dem Abschluss der Verkaufsverhandlungen zumindest von dieser Seite nichts mehr im Weg – aus der ehemaligen Förderschule kann nun also eine Luxusvilla werden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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