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Ehepaar Werder liebt sich seit 60 Jahren

Treuenbrietzen Ehepaar Werder liebt sich seit 60 Jahren

Gefunkt hat’s auf dem Weg zur Arbeit. Zwei Jahre nach den ersten Treffen haben Horst und Käthe Werder aus Treuenbrietzen schließlich geheiratet. Am Donnerstag feiert das Paar seinen 60. Hochzeitstag. Dabei wären die Damenschneiderin und der Polsterer beinahe aus dem Hohen Fläming weggezogen.

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Käthe und Horst Werder sind seit 60 Jahren verheiratet.

Quelle: Andreas Koska

Treuenbrietzen. Käthe Werder hat beim Schneider an der Bäckerstraße, Ecke Kietzstraße, in Treuenbrietzen gearbeitet. Horst Werder war als Polsterer nur ein paar Häuser weiter beschäftigt. Da beide auch in unmittelbarer Nähe wohnten, kam es hin und wieder vor, dass sie sich auf dem Weg zur Mittagspause begegneten. Irgendwann hat Horst gewartet, wenn Käthe noch nicht aus der Tür war – und Käthe passte den jungen Mann ab, um gemeinsam die wenigen Meter bis zur Arbeit zu gehen. Das Ende vom Lied: Beide kamen sich näher.

Es war eine Nachbarin, die schließlich die ersten Liebesbeweise entdeckte – und ihre Neuigkeit auch gleich kund tat. „Sie saß immer am Fenster und sah uns wohl ein Küsschen austauschen“, erinnert sich Käthe Werder. Zwei Jahre nach diesen ersten Treffen haben die beiden geheiratet. Das war vor genau 60 Jahren, am 11. Mai 1957. Gefeiert wird die Diamantene Hochzeit am Samstag in Linthe – dann sind auch die vier Kinder, vier Enkel und zwei Urenkel dabei.

Dabei hätte die Feier auch im Harz stattfinden können. Denn beinahe wären die Werders aus ihrer Heimatstadt im Hohen Fläming nach Bad Suderode in Sachsen-Anhalt gezogen. Dort hat Käthe ein Haus geerbt – allerdings wollte man sie dort nicht haben, weil sie mit dem Bäderbetrieb nichts zu tun hatte und der Bürgermeister darauf Wert legte. So wurde das Haus verkauft und als sich die Chance dazu bot, ein eigenes Domizil in der Sabinchenstadt erworben. „Jetzt ist es beschwerlich, Treppensteigen geht nicht mehr so“, sagt die 81-jährige Käthe Werder. Aber als sie es 1968 erwarben, waren die Kinder klein und die jüngste Tochter noch nicht geboren.

„Es war praktisch, ich hatte den Boden ausgebaut und jedes Kind hatte sein Zimmer“, erinnert sich Horst Werder. Während der 82-Jährige weiter als Polsterergeselle arbeitete und als Klassenbester den Meister machte, hat Käthe zu Hause gearbeitet. Mäntel, Kleider, Röcke: Nichts war der gelernten Damenschneiderin zu schwer. „Ich habe halb Treuenbrietzen benäht“, sagt die Seniorin. Erst 1975 war sie wieder als Angestellte tätig.

Horst hingegen machte sich 1986 als Sattler und Polsterer selbstständig. „Ich wurde von der Stadt darum gebeten“, erinnert sich der Jubilar. Seine Dienste waren gefragt: Ob Stühle, Sofas oder Sessel – alles wurde neu bezogen und wieder hergerichtet. Auch die Polstergarnituren zu Hause hat er selbst geschaffen. „Heute würde es nicht mehr gehen, zu schwer“, sagt Horst Werder und schaut etwas melancholisch auf die weichen Möbel. Vor zehn Jahren hat er das Gewerbe aufgegeben, weil es sich nicht mehr gelohnt hat. „Heute lässt keiner mehr polstern, bei Ikea ist es preiswerter“, so sein Resümee.

„Wir haben alles zusammen gemacht“, sagt Käthe Werder und blickt liebevoll auf ihren Mann. So fuhr sie mit den Kindern eigens nach Brachwitz, wo er seiner Leidenschaft, dem Fußballspiel, nachging. Auch die Urlaube wurden gemeinsam verbracht. Zum Beispiel auf der Insel Hiddensee. „Meist so um die zehn Tage rund um den Tag der Befreiung, da gab es immer kurze Ferien“, berichtet Käthe.

Nach der Wende kam das erste Auto, Europa wurde bereist. „Wir waren in der Champagne und haben Champagner gekostet und in Schottland war auch eine Whisky-Verkostung dabei“, erzählt Horst Werder und lacht.

Von Andreas Koska

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