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Ehrenamtliche Bibliothekarin seit 1998

Monika Königsmarck aus Wusterwitz Ehrenamtliche Bibliothekarin seit 1998

Die kleine und gemütliche Bibliothek in Wusterwitz wäre ohne Monika Königsmarck undenkbar. Die heute 67-Jährige führt die Bücherei des Amtes Wusterwitz seit 1998 und das ehrenamtlich. Seit 2013 betreut sie die jährlich 100 Leser alleine. Doch nicht nur das ist ihre Aufgabe.

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Passende Buchtipps holt sich Sabine Zander (r.) immer wieder gern von Literaturexpertin Monika Königsmarck.

Quelle: Marion von Imhoff

Wusterwitz. Monika Königsmarck ist das Gesicht der kleinen und gemütlichen Wusterwitzer Bibliothek. Bereits das 20. Jahr hält die gelernte Erzieherin die Wusterwitzer Bibliothek am Laufen – und das ehrenamtlich. Jeden der 100 Leser kennt Monika Königsmarck namentlich. „Steffi ist unsere fleißigste Leserin“, berichtet die 67-Jährige über eine Grundschülerin. „Sie leiht sich jeden Monat vier Bücher und liest sie alle aus.“

Seit 1998 betreut Monika Königsmarck die Bücherei des Amtes Wusterwitz. Damals war sie kurzzeitig arbeitslos geworden. So entschied sie sich für das Ehrenamt. Später arbeitete sie wieder in einer Kita, aber immer auch nebenher unentgeltlich in der Bibliothek.

Sechs Stunden die Woche ist die Bücherei geöffnet

Heute ist die Bibliothek im Dorfgemeinschaftshaus in der Rudolf-Breitscheid-Straße 1 untergebracht. An jedem Dienstag hält die Wusterwitzerin die Bücherei sechs Stunden lang ab 12 Uhr geöffnet. Seit 2013 betreut sie die Einrichtung allein, sortiert die 4000 Bücher, berät die Leser und sucht diesen auf Wunsch auch den passenden Lesestoff aus. „Neulich kam ein Mann und sollte auch für seine Nachbarin Erika ein Buch mit bringen. Da habe ich für Erika ein Buch ausgesucht.“ Mit Erfolg, wie die Resonanz zeigte.

Monika Königsmarck vor den Regalen mit Kinder- und Jugendbüchern

Monika Königsmarck vor den Regalen mit Kinder- und Jugendbüchern. Die 67-Jährige wünscht sich mehr junge Leser in der kleinen Wusterwitzer Bibliothek.

Quelle: Marion von Imhoff

Sabine Zander ist eine häufige Besucherin . Die OP-Schwester leiht an diesem Nachmittag für ihre achtjährige Tochter ein Buch aus und sucht selbst Sachliteratur über Botanik. „Haben Sie etwas über Bonsais?“ Monika Königsmarck hat. Seit fünf Jahren schaut Sabine Zander immer mal wieder vorbei und geht nie ohne ein Buch nach Hause.

Ein Viertel des Bestandes sind für Kinder- und Jugendliche. Junge Leser würde sich Monika Königsmarck mehr wünschen in ihrer Literaturstube. Hohe Literatur von Thomas Mann oder Heinrich Böll indes hat sich dort als Ladenhüter entpuppt. Die Renner sind Krimis, historische und Familienromane. In einer Kiste sind „Schnulli-Bulli“-Bücher gestapelt. „Etwas Leichtes, besonders beliebt bei älteren Damen.“

Die Bibliothek des Vertrauens

Die kommen auch hin und wieder mit einem Stück Kuchen vorbei, um zu plaudern. „Ich berate jeden, der reinkommt“, ist eines der Erfolgsrezepte der Monika Königsmarck. Für jeden hat sie Buchempfehlungen parat. Einmal im Jahr schauen die Kindergarten-Kinder vorbei. Dann tobt der Bär in der kleinen Bücherstube. Monika Königsmarck gibt Rätsel auf und macht den Vorschulkindern Lust auf’s Lesenlernen. Erfreut ist die ehrenamtliche Bibliothekarin, wenn Besucher eigene Bücher der Lesestube schenken. So verjüngt sich immer wieder der Bestand. Ein Budget für neue Bücher gibt es nicht. Dafür arbeitet Monika Königsmark mit der Lehniner Kreisbibliothek zusammen, die auf Bestellung Bücher schickt.

Die Ausleihfrist in Wusterwitz liegt bei vier Wochen. Es ist eine Bibliothek des Vertrauens. Mahngebühren muss niemand fürchten. „Die Bücher kommen trotzdem alle zurück“, freut sich die Ehrenamtlerin, die selbst besonders Krimis liebt.

Sie weiß um die Angst der Leser, dass sie sich irgendwann zur Ruhe setzen wird. Aber sie fühlt sich fit für ihr Ehrenamt, ans Aufhören denkt sie nicht – obwohl zu ihrem Job auch gehört, die Fenster zu putzen und Staub zu wischen. Neben ihrem Tisch steht ein kleiner Korb mit Lesestoff, den ackert Monika Königsmarck dann zuhause durch.

Von Marion von Imhoff

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