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Eichenprozessionsspinner ist unter Kontrolle

Bad Belzig Eichenprozessionsspinner ist unter Kontrolle

Den Raupen des Eichenprozessionsspinners ist auch in diesem Jahr wieder der Kampf angesagt worden. Das Biozid Dipel ES ist vor allem in der zweiten Mai-Hälfte in den Bäumen entlang der Straßen versprüht worden. In den Wäldern des Hohen Flämings waren dagegen keine Maßnahmen notwendig. Die Bilanz der Oberförsterei Dippmannsdorf fällt positiv aus.

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In diesem Jahr reichte es, dem Eichenprozessionsspinner an den Bäumen entlang der Straßen vom Boden aus zu Leibe zu rücken.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Bad Belzig. Den Raupen des Eichenprozessionsspinners ist auch in diesem Jahr wieder der Kampf angesagt worden: Das Biozid Dipel ES ist vor allem in der zweiten Mai-Hälfte versprüht worden, wie Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, mitteilt. Die Wirksamkeit des Biozids hängt vom Entwicklungszustand der Raupen ab.

In Bad Belzig und Umgebung haben Fachfirmen die Bekämpfung vom Boden aus vorgenommen. Die Arbeiten fanden zudem überwiegend nachts statt, um die Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten. „Nach derzeitiger Einschätzung war der Befall im Vergleich zum Vorjahr geringer“, sagt Mitschka. „Dennoch erscheint eine erneute Bekämpfung im kommenden Jahr sinnvoll, um den Eichenprozessionsspinner weiter zurückzudrängen.“

Im Wald war keine Bekämpfung notwendig

Auch in den Wäldern des Hohen Flämings fällt die Bilanz positiv aus. Im Bereich der Oberförsterei Dippmannsdorf seien in diesem Jahr keine Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen worden, bestätigt Funktionsförsterin Ute Müller. „Momentan ist es ruhig – der Schädling ist nicht verschwunden, aber unter Kontrolle. Es ist alles im grünen Bereich.“

Jedes Jahr wird eine sogenannte Fraßkartierung erstellt, die zeigt, wo Flächen beschädigt sind. Anhand dieser Aufstellung wird entschieden, ob und in welchem Umfang Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. „Wenn wir in diesem Jahr noch Schäden feststellen, dann werden diese in die Fraßkartierung mit aufgenommen“, sagt Müller. „Etwas dagegen unternehmen könnten wir dann aber erst im nächsten Frühjahr.“

Insekt ist zu bedeutendem Schädling geworden

Der Eichenprozessionsspinner hinterlässt seine Eier in der Nähe neuer Blattknospen. Wenn im Frühjahr die jungen Raupen schlüpfen, machen sie sich sofort über das frische Blattwerk her. Das Insekt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Schädling der einheimischen Eichen entwickelt. Auch die Gesundheitsgefährdung für den Menschen durch die allergene Wirkung der giftigen Raupenhaare ist hoch.

Damit die Bekämpfung mit dem Biozid die gewünschte Wirkung erzielt, dürfen die Tiere das dritte Larvenstadium noch nicht erreicht haben – denn dann fliegen die ersten Härchen bereits. Außerdem muss so lange gewartet werden, bis die Blätter der Eichen so groß sind, dass von dem Pflanzenschutzmittel genügend an ihnen kleben bleibt. Auch die Witterungsbedingungen müssen stimmen: Der Wind darf nicht zu stark sein, die Temperaturen dürfen nicht über 25 Grad steigen und es darf nicht regnen.

Weniger Flächen geschädigt

Insgesamt ist der Eichenprozessionsspinner (EPS) in Brandenburg offenbar auf dem Rückzug.

Die Fraßkartierungen der vergangenen beiden Jahre zeigten einen deutlichen Rückgang der von dem Insekt geschädigten Flächen, wie das Umweltministerium mitteilte.

Zu Beginn der Fraßkartierung 2008 waren den Angaben zufolge landesweit 815 Hektar geschädigt, 2012 wurde mit 5793 Hektar der bisherige Spitzenwert erreicht.

2015 ging der Umfang der geschädigten Flächen auf 2179 Hektar und 2016 auf 1051 Hektar zurück.

Feinde des EPS wie Erzwespe, Raupenfliege und Puppenräuber, die zum Teil bereits in Süddeutschland aktiv seien, seien in Berlin-Brandenburg bisher kaum aufgefallen und deshalb bedeutungslos, heißt es.

Insgesamt hat der Landesbetrieb Straßenwesen in diesem Jahr an 97 Kilometern Bundesstraße und 240 Kilometern Landesstraße den Eichenprozessionsspinner bekämpfen lassen. Die Kosten beliefen sich auf rund 240 000 Euro. Als besonders erfolgreich wertet die Behörde die Bekämpfung im Nordwesten des Landes mit einem Rückgang von 30 Prozent. „Südöstlich von Berlin waren die Maßnahmen anscheinend nicht so erfolgreich, was möglicherweise auf die fehlenden Aktionen 2016 zurückzuführen ist“, so Mitschka.

Von Josephine Mühln

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